Zürich

Heimen und Spitälern geht das Personal aus

Von Susanne Anderegg. Aktualisiert am 26.08.2009 8 Kommentare

Die Schweiz bildet viel zu wenig Gesundheitsfachleute aus. Laut einer neuen Studie müssten es dreimal mehr sein als heute, um den Bedarf bis 2030 zu decken.

Beim Schweizer Pflegepersonal mangelt es an Nachwuchs.

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Bild: Keystone

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Die Schweiz muss in den nächsten 20 Jahren ebenso viele neue Arbeitskräfte ausbilden, wie heute in Spitälern, Heimen und bei der Spitex arbeiten, nämlich gegen 200'000. Dies ist das Fazit einer Studie der Stiftung Careum, die das gleichnamige Bildungszentrum in Zürich betreibt. Stiftungsrat Beat Sottas stellte die Studienresultate gestern vor. Bereits Anfang Jahr hatte das Schweizerische Gesundheitsobservatorium mit einer Prognose aufgeschreckt: Bis 2020 würden 25'000 zusätzliche Gesundheitsfachleute gebraucht, weil die Gesellschaft immer älter werde. Careum hat zusammen mit dem Observatorium die Hochrechnung weitergeführt und festgestellt, dass sich das Problem ab 2020 noch verschärft, weil der Anteil der über 80-Jährigen dann schneller wächst: «Wahrscheinlich ist, dass die Überalterung eine Erhöhung des Personalbestandes um 80'000 Fachleute erfordert.»

Das Personal ist überaltert

Doch das ist nicht alles. Die Ausbildungsbetriebe und die Schulen müssen ihre Kapazität noch aus einem zweiten Grund massiv erhöhen: Die Pensionierungsrate wird sich nach 2020 verdoppeln. Careum schätzt, dass mindestens die Hälfte des Gesundheitspersonals bis 2030 ersetzt werden muss. In den Heimen und der Spitex werden es sogar 60 Prozent sein, denn dort arbeiten überdurchschnittlich viele ältere Angestellte. In den Heimen wächst der Personalbedarf zudem viel stärker als in den Spitälern. Gemäss der Studie steigt die Zahl der Heimtage von 29 Millionen (2006) auf 53 Millionen (2030), jene der Hospitalisationstage hingegen nur von 13 auf 17 Millionen. Careum prognostiziert, dass insgesamt bis zu 190'000 neue Arbeitskräfte gebraucht werden. Verglichen mit den aktuellen Ausbildungszahlen, tut sich eine riesige Lücke auf. Heute werden landesweit pro Jahr rund 3300 Gesundheitsfachpersonen ausgebildet; das ergibt bis 2030 hochgerechnet 66'000 – nur ein Drittel des Bedarfs.

Es braucht mehr Lehrstellen

Auch das Careum-Bildungszentrum in Zürich selber erreicht die geforderten Zahlen bei weitem nicht. Zielvorgabe des Kantons fürs Jahr 2011 sind 1900 Lehrlinge und Studierende, wie Direktor Christian Schär sagt, «doch wir schaffen maximal 1500». Er nennt zwei Gründe: Der Praktikumslohn der Studierenden an der höheren Fachschule für Pflege sei mit 12'000 Franken jährlich zu tief, da diese nicht selten schon Familie hätten: «Etwa 10 Prozent der Interessentinnen sagen ab, weil sie damit nicht leben können.» Und es gebe zu wenig Lehrstellen für Fachangestellte Gesundheit (Fage), welche die Basis der Pflegeberufe bilden. Vorbildlich sind die Stadtzürcher Pflegezentren, die laut Vizedirektor René Zaugg 170 Fage ausbilden. «Andere Betriebe merken erst jetzt, dass wir die Fage brauchen», so Zaugg.

Die Immigration sei keine Lösung für das Problem, betonte Beat Sottas. Potenzial sieht er hingegen in der Selbstpflege: «Wir müssen die Gesundheitskompetenz der Bevölkerung erhöhen.» Chronischkranke etwa könnten mehr eingebunden werden.

(Tages-Anzeiger)

Erstellt: 26.08.2009, 22:19 Uhr

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8 Kommentare

Barbara Grunder

27.08.2009, 07:33 Uhr
Melden

...geht das Personal aus! Selber schuld. Es hätte genügend Personal, wenn nicht alle über 50 Jahre abgewiesen würde, männlich od. weiblich.Um Essen zu bringen, Grundpflege zu machen,Hilfe b. duschen, Windeln wechseln etc braucht es keinen Hochschulabschluss. 30 Jahre Erfahrung dürfte wohl ausreichend sein.Die Liste wäre noch lange, wen interessierts? Höchstens diejenigen die arbeiten wollen. Antworten


Franz Brunner

27.08.2009, 12:51 Uhr
Melden

immigration sei keine lösung--da liegt herr sottas völlig falsch--immigration hat noch immer alle probleme der schweiz gelöst und uns erst noch wohlstand gebracht--das wäre auch hier nicht anders--natürlich gibt immigration auch ab und zu mal ein problem, aber weil es eher kleinigkeiten sind, darf man es vernachlässigen Antworten



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