Heiniger: Prêtres Abgang wäre zu verkraften
Von Daniel Schneebeli. Aktualisiert am 18.02.2011 1 Kommentar
Artikel zum Thema
- Kinderherzchirurg René Prêtre will Zürich verlassen
- Im Streit um die Herzen zählt anderes
- «Lässt sich im Gesundheitswesen sparen, Herr Prêtre?»
Stichworte
Etwas gesehen, etwas geschehen?
Haben Sie etwas Aussergewöhnliches gesehen, fotografiert oder gefilmt? Ist Ihnen etwas bekannt, das die Leserinnen und Leser von Tagesanzeiger.ch/Newsnet wissen sollten? Senden Sie uns Ihr Bild, Ihr Video, Ihre Information per MMS an
4488 (CHF 0.70 pro MMS).
Die Publikation eines exklusiven Leserreporter-Inhalts mit hohem Nachrichtenwert honoriert die Redaktion mit 50 Franken. Mehr...
Der drohende Weggang von Kinderherzchirurg René Prêtre (TA von gestern) wäre aus Sicht von Gesundheitsdirektor Thomas Heiniger (FDP) sehr bedauerlich. Er werde alles versuchen, um den «Sympathieträger und ausgezeichneten Arzt» in Zürich zu halten. Er setze sich vor allem dafür ein, dass die Herzkliniken des Triemlispitals, des Kinderspitals und des Universitätsspitals so bald wie möglich zusammengelegt werden. Ob er Prêtre auch ein finanzielles Angebot machen werde, sagte Heiniger nicht. Er glaube aber nicht, dass es in diesem Fall ums Geld gehe.
Nicht im Stich gelassen
Heiniger fühlt sich vom Schweizer des Jahres 2009 nicht im Stich gelassen: «Ich habe volles Verständnis, dass Herr Prêtre dieses Angebot genau prüft.» Allerdings zeigte er sich überzeugt, dass sein Abgang nicht «matchentscheidend» wäre im Ringen um ein nationales Herztransplantationszentrum. Prêtre sei zwar eine Schlüsselfigur in der Zürcher Herzchirurgie und ein gutes Aushängeschild, aber der Entscheid über die Transplantationen werde nicht aufgrund von Personen gefällt.
Keine Überraschung
In der Geschäftsleitung des Kinderspitals war die Meldung über den drohenden Abgang Prêtres gestern keine Überraschung. Der Herzchirurg habe jedes einzelne Geschäftsleitungsmitglied von Anfang an über die Gespräche mit dem Waadtländer Uni-Spital informiert, sagte gestern Felix H. Sennhauser, Ärztlicher Direktor am Kinderspital. Er bezeichnet Prêtre nicht nur als hervorragenden Arzt, sondern auch als «lieben Freund». Ob Prêtre tatsächlich Chef der Herzchirurgie in Lausanne werde, sei nach seinen Informationen alles andere als gewiss. Dies bestätigen auch Recherchen von «24 heures», wonach die Verhandlungen mit dem derzeitige Herzklinikchef Ludwig von Segesser noch lange nicht abgeschlossen sind. Von Segesser soll nicht gewillt sein, seinen Posten wie verlangt 2012 freiwillig zu räumen.
Selten Erwachsene operiert
Am Zürcher Kinderspital werden derzeit ebenfalls intensive Gespräche mit Prêtre geführt. Die Chancen, dass er bleibe, gab Sennhauser mit 50 Prozent an. Neben dem Angebot aus Lausanne gebe es auch familiäre Gründe, welche für einen Wechsel von René Prêtre sprächen.
Mit der Suche nach einem Nachfolger will das Kinderspital bis zum definitiven Entscheid zuwarten. Allerdings habe Prêtre für diese Suche seine Hilfe zugesichert. Für Sennhauser ist klar, dass man international nach einem Nachfolger suchen würde. Auch er betonte, dass Prêtre für die Herzklinik des Uni-Spitals eine untergeordnete Rolle spiele. «Die Operationen, die Prêtre im letzten Jahr an Erwachsenen ausführte, sind an einer Hand abzuzählen», sagt Sennhauser. (Tages-Anzeiger)
Erstellt: 17.02.2011, 23:49 Uhr
Kommentar schreiben
Verbleibende Anzahl Zeichen:
1 Kommentar
Moment mal, wieviele Finger hat Herr Sennhauser?!
Wir Erwachsenen mit angeborenen Herzfehlern sind so ziemlich das Komplizierteste, was einem Herzchirurgen unters Messer kommen kann. Die "wenigen" Erwachsenen waren für ihre Hochrisiko-Operationen wirklich auf die speziellen Fähigkeiten von Prof Prêtre angewiesen. Sollen wir nach Dr. Oechslin nun auch noch Prof. Prêtre verlieren? Bravo!
Antworten

Bitte warten

