Hier darf noch getrost geraucht werden

Von Monica Müller. Aktualisiert am 02.10.2009 16 Kommentare

Noble Lokale buhlen um Raucher: Wann genau das Rauchverbot definitiv kommt, bleibt unklar. Wer es sich als Restaurant leisten kann, baut deshalb ein Fumoir.

Hier darf nach Herzenslust gepafft werden: Im gemütlichen Fumoir des Hotels Greulich im Kreis 4.

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100'000 Franken sind die rauchenden Gäste dem italienischen Restaurant Casa Ferlin wert. So viel kostet der Einbau eines Fumoirs im Traditionslokal. Diese Woche wurde das Bauchgesuch im Amtsblatt publiziert, und der Geschäftsführer Franz Ferlin hofft, dass die Baubewilligung rechtzeitig vorliegt. Sobald das Rauchverbot in Gastrobetrieben in Kraft tritt, sollen seine Gäste in einem abgetrennten Raum weiterrauchen dürfen. Wo einst Passanten über die Gasse Wein kaufen konnten, werden Stehtische für Zigarettenraucher und Loungemöbel für Zigarrenraucher stehen. «Das Fumoir schadet uns nicht, es entlastet uns», sagt Ferlin. Endlich müsse dann kein Gast mehr reklamieren, wenn am Nebentisch jemand zur Zigarre greife, und endlich könnten auch die Zigarrenraucher bequem und ungestört geniessen.

Die Kronenhalle ist auch bereit

Das Hotel Greulich hat wohl als erstes ein Fumoir eingerichtet. Das Designhotel im Kreis 4 wurde vor fünf Jahren bereits mit Fumoir gebaut, nicht zuletzt weil der Besitzer ein Zigarrenliebhaber ist. Der Raum gleicht einer kleinen, gemütlichen Bibliothek mit Cheminée, in der Restaurant- und Hotelgäste Zigarette oder Zigarre rauchen und dazu einen Cognac, Whiskey oder Grappa trinken können. Im Sommer seien die Raucher lieber draussen, im Winter schätzten sie das Ambiente im Fumoir, sagt Chef de Service Christoph Hähni. Die Raucher seien äusserst dankbare Gäste: «Es gibt wenige Orte, wo Zigarrenraucher wirklich willkommen sind, und so machen die Raucher unter sich Werbung für uns.» Sie seien gern gesehene Gäste – auch wegen ihrer Vorliebe für Spirituosen.

Bald erhält das Greulich auch Konkurrenz von der Kronenhalle. «Unsere Gäste sollen nicht draussen rauchen müssen», sagt Direktor Andreas Wyss. Ein Sitzungszimmer im 1. Stock, das mit Holz ausgekleidet ist und über eine gute Lüftung verfügt, wird umgenutzt – sobald die gesetzlichen Anforderungen klar sind. «Dass das so lange dauert, ist eine Katastrophe. So lässt sich nicht planen.» In Zukunft will die Kronenhalle den Rauchern noch mehr bieten. In drei bis fünf Jahren entsteht im obersten Stock des Gebäudes ein kleines Restaurant über den Dächern der Stadt und mit Blick auf den See. Für die Raucher ist auf der Seite der Rämistrasse eine Terrassenbar geplant.

Im Restaurant Sonnenberg, im Widder und im Baur au Lac bestehen noch keine konkreten Pläne, aber man ist sich einig, dass man die Raucher nicht vergraulen will. Im Baur au Lac denkt man darüber nach, einen bestehenden Raum zu einem Fumoir umzunutzen. «Wir müssen unseren rauchenden Gästen einen Raum anbieten können», sagt Michael Jupitz, der im Nobelhotel für Speisen und Getränke zuständig ist. Im Dolder Grand sieht man das anders: Das Zürcher Luxushotel ist komplett rauchfrei. Im Winter wärmen Heizstrahler die Gäste, die draussen rauchen.

Fumoir statt Küche im Meyers

Mit dem Meyers beim Lochergut mischt auch eine Bar bei den Nobellokalen mit. Im Meyers seien 98 Prozent der Gäste Kettenraucher, sagt Wirtin Musu Meyer. Und so hat sie sich entschieden, 50'000 Franken zu investieren, um die Küche in ein Fumoir umzubauen.

Ernst Bachmann, Präsident von Gastro Zürich, bedauert, dass viele Wirte mit kleineren Lokalen und Bars sich die teuren Anpassungen für ein Fumoir nicht leisten können. Vor allem bei Mietern stelle sich die Frage, ob sie den Umbau bezahlen müssten oder ob der Vermieter das übernehmen würde. Grundsätzlich empfehle der Wirteverband, «sich nicht gegen die neue Regelung zu sträuben und eine tragbare Lösung zu finden». Für die Fumoirs fordert er eine Übergangslösung von einem Jahr.

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Erstellt: 02.10.2009, 04:00 Uhr

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16 Kommentare

Beat Gerola

02.10.2009, 09:05 Uhr
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Italiener mit ihrer grossen Freiheit haben es geschaftt, dass in den Lokalen nicht geraucht wird. Alle halten sich daran. In einem Lokal in Como gehen die Raucher nach dem Essen in einen kleinen gedeckten Garten und rauchen dort. Das sollten ja auch die Schweizer können oder.?....... Antworten


Andy Holmes

02.10.2009, 11:41 Uhr
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@Gross: Sie haben mein volles Mitleid, Herr Gross. Echt. Es muss frustrierend sein, mitansehen zu müssen wie die Raucher trotzdem immer weiter rauchen und nicht auf euch Moralapostel und staatshörige verbale Kampftruppe hören wollen. Rauchen hat Tradition. Was machen sie übrigens draussen? Strassenverkehr? Schon mal von co2 und ähnlichem gehört? Aber das macht ja nix, nicht wahr. Antworten



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