Hochschuldozent droht Kündigung nach Flyeraktion
Von Tina Fassbind. Aktualisiert am 20.01.2009
Artikel zum Thema
Etwas gesehen, etwas geschehen?
Haben Sie etwas Aussergewöhnliches gesehen, fotografiert oder gefilmt? Ist Ihnen etwas bekannt, das die Leserinnen und Leser von Tagesanzeiger.ch/Newsnet wissen sollten? Senden Sie uns Ihr Bild, Ihr Video, Ihre Information per MMS an 4488 (CHF 0.70 pro MMS).
Die Publikation eines exklusiven Leserreporter-Inhalts mit hohem Nachrichtenwert honoriert die Redaktion mit 50 Franken. Mehr...
21 Jahre lang unterrichtet Professor Thomas Müllenbach bereits als Dozent für bildende Kunst an der Zürcher Hochschule der Künste (ZHdK). Noch im Frühjahr 2008 wurde er zum Mitglied des dreiköpfigen Leitungsteams des Lehrgangs Master of Arts berufen. Doch seit Anfang 2009 ist alles anders.
«Ich habe von der Schule im Dezember 2008 einen disziplinarischen Verweis erhalten. Mit dem Inkrafttreten des Verweises auf Anfang Januar 2009 habe ich jegliche Leitungsfunktionen an der ZHdK verloren», erklärt Müllenbach gegenüber Tagesanzeiger.ch. Auch von Kündigung ist bereits die Rede. Der Grund für den Verweis: Der Dozent versuchte am 29. September 2008 mit einer Flyeraktion vor dem Zürcher Rathaus die Kantonsräte von einer Zustimmung zum Mieterausbau der ZHdK ans Toniareal abzubringen. Professor Thomas Müllenbach habe sich damit «illoyal» verhalten und «Studierende der ZHdK eingespannt», hiess es seitens der Schule. Müllenbach widerspricht den Vorwürfen: «Die Schülerinnen und Schüler, die an der Aktion teilgenommen haben, sind allesamt mündige Menschen. Ich habe niemanden eingespannt.»
Mittlerweile hat Müllenbach bei der Rekursinstanz der Zürcher Hochschulen gegen den Entscheid der ZHdK rekurriert. «Es geht nicht mehr um die Verlegung der Schule ins Toniareal, sondern darum, ob man als Mitglied der Lehrerschaft eine andere Meinung vertreten kann als die Schulleitung – also um demokratische Grundrechte.» Noch steht der Entscheid der Rekurskommission aus. Müllenbach gibt sich aber bereits jetzt kämpferisch: «Wenn der Rekurs abgelehnt wird, dann gehe ich vor Gericht, denn ich empfinde diesen Entscheid als schreiendes Unrecht.»
An der Zürcher Hochschule der Künste ZHdK war auf Anfrage niemand für eine Stellungnahme zu erreichen. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 20.01.2009, 15:37 Uhr


































