Hochwassergefahr: Das Zittern der SBB
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Die Verantwortlichen der Grossbaustelle am Zürcher Hauptbahnhof verfolgen derzeit aufmerksam, wie sich der Pegelstand der Sihl verändert. Bis zu 30 Kubikmeter pro Sekunde Wasser führt die Sihl derzeit, zehnmal mehr als üblich. Seit Ende März hat es nicht mehr richtig geregnet, für den deutlichen Anstieg sorgt die einsetzende Schneeschmelze.
Bei einem Hochwasser ist die Baustelle für den Bahnhof Löwenstrasse gefährdet. Seit Baubeginn sind jeweils zwei von fünf Durchlässen geschlossen, durch welche die Sihl den Bahnhof unterquert. Das Flussbett dahinter wird trockengelegt, von dort führt ein Schacht zum tiefer gelegenen Tunnel, an dem gebaut wird.
Flutung der Grossbaustelle
Noch liegt der Sihlpegel weit unter dem Alarmwert von 200 m3/sec. Doch laut Experten genügen eine lange Wärmeperiode sowie lange und intensive Niederschläge, um für ein Hochwasser zu sorgen. Die SBB werden schon bei tieferen Werten alarmiert. «Ab 40 m3/sec können Arbeiten der SBB in bestimmten Bauphasen bereits betroffen sein», erklärt Matthias Oplatka vom kantonalen Amt für Abfall, Wasser, Energie und Luft.
«Bei einem Hochwasser wie in den Jahren 1999 oder 2005 müsste die Baustelle eventuell geflutet werden», sagt SBB-Sprecher Danielle Pallecchi. Um den Schaden in einem solchen Fall in Grenzen zu halten, würde die Baustelle geräumt, die sich unter dem Flussspiegel befindet. «Wir verfügen über fest montierte Kräne, um die schweren Baumaschinen rechtzeitig in Sicherheit zu bringen», sagt Pallecchi.
Den Sihlsee vorsorglich absenken
Die SBB sind auf ein Hochwasser vorbereit. «Wir haben einen Pikettdienst rund um die Uhr und stehen in ständigem Kontakt mit dem Kanton», sagt Pallecchi. Zusammen mit der Hochwasserfachstelle haben die SBB eine zusätzliche Schutzmassnahme entwickelt. «Bei drohendem Hochwasser kann der Sihlsee vorsorglich abgesenkt werden», erklärt Pallecchi. «Bei starken Niederschlägen kann der See dadurch mehr Wasser zurückhalten.» Damit ist es möglich, die Spitze eines Hochwasser zu brechen. Zum Mittel einer Vorabsenkung musste bisher noch nie gegriffen werden, auch nicht beim Jahreshöchststand vom letzten August, als die Sihl fast 150 m3/sec führte. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 09.04.2009, 15:41 Uhr





