Zürich

Höchste Eisenbahn für den Velotunnel unter dem HB

Von Tina Fassbind. Aktualisiert am 21.10.2011 17 Kommentare

Rund 3000 Personen haben die Petition für eine Velounterführung am Zürcher Hauptbahnhof unterzeichnet. Die Zeit drängt, denn für die Umsetzung des Projekts könnte es schon bald zu spät sein.

1/5 Verstopfter Veloparkplatz an der Zollstrasse: Die Abstellplätze beim Hauptbahnhof sind begehrt und rar.
Bild: PD

   

Der Stadttunnel

Der vierspurige Stadttunnel soll dereinst Zürich zwischen Allmend Brunau und Autobahnknoten Neugut im Glattal unterqueren und so die A 3 mit der A 1 verbinden. Die Sihlhochstrasse würde dann abgebrochen. Die Kosten für das Projekt werden auf mindestens 2,2 Milliarden Franken geschätzt. Beim Bau des S-Bahnhofs Museumstrasse vor mehr als 20 Jahren wurde bereits die Betonhülle des Strassentunnels erstellt. Die viereckige Röhre führt parallel zum linken Sihlufer und zur Fussgängerpassage Sihlquai unter den Gleisen hindurch. (jr)

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Velofahrer sollen schon bald bequem unter den Gleisen hindurch zwischen den Stadtkreisen 4 und 5 verkehren können – das zumindest wird von der Organisation Pro Velo gefordert. Seit Anfang Mai 2011 sammelte sie Unterschriften für einen Veloweg, der durch den Stadttunnel (siehe Box) unter dem Zürcher Hauptbahnhof hindurch führt. 2900 Personen haben die Petition unterzeichnet.

Dave Durner, Geschäftsleiter von Pro Velo Kanton Zürich, ist mit diesem Resultat «sehr zufrieden», wie er auf Anfrage sagt. In den kommenden zwei Wochen soll die Petition nun übergeben werden, «und zwar direkt in die Hände des zuständigen Volkswirtschaftsdirektors Ernst Stocker», betont Durner.

Kaum konkrete Vorschläge für den Langsamverkehr

Die Zeit drängt jedoch. Das neue «Agglomerationsprogramm Stadt Zürich-Glattal» des Kantons Zürich, der auch die Hoheit über den Stadttunnel hat, ist seit einigen Wochen in der Vernehmlassung. Es legt unter anderem fest, welche Verkehrsmassnahmen umgesetzt werden sollen. «Ausser in Winterthur sind darin kaum konkrete Vorschläge für den Langsamverkehr vorgesehen. Dabei wird das vom Bund ausdrücklich verlangt», so Durner.

Auch eine Veloquerung am Zürcher Hauptbahnhof ist im Programm enthalten. Ob diese Massnahme allerdings nach der Vernehmlassung noch Bestandteils des Agglomerationsprogramms bleibe, sei gemäss Durner längst nicht sicher. «Der Stadttunnel als Veloweg wäre aber ein perfektes Projekt für den Kanton, der ohnehin viel zu wenig Velowege hat.» Durner hofft daher auf Hilfe aus dem Kantonsrat – und vom Zürcher Stadtrat. «Ich bin sicher, dass die zuständige Stadträtin Ruth Genner das Projekt unterstützen wird. Nach dem Ja zur Städteinitiative muss sie das sogar.» Die Vernehmlassung wird noch bis Ende November laufen.

Velotunnel bis 2014?

Tatsächlich prüft das Zürcher Tiefbauamt derzeit im Rahmen einer Machbarkeitsstudie die verschiedenen Möglichkeiten, wie eine solche Veloroute durch den Stadttunnel konkret umgesetzt werden könnte. «Diese sollte voraussichtlich Ende Jahr vorliegen», sagt Stefan Hackh, Leiter Kommunikation, auf Anfrage. Die Velounterführung wäre zwar nur ein Provisorium, aber ein langfristiges. «Die Autos würden erst in 20 bis 30 Jahren durch den Tunnel fahren.»

Auch hier drängt die Zeit, da die Massnahmen in engem Zusammenhang mit den Bauarbeiten am neuen Bahnhof Löwenstrasse stehen, der Mitte 2014 eröffnet werden soll. «Idealerweise sollten dann auch die Bauarbeiten für eine allfällige Veloroute und Velostation im Stadttunnel abgeschlossen sein», so Hackh.

Vorerst müssen die Velofahrer also noch die Unterführung an der Langstrasse benutzen, um die Gleise zu queren. Bald heisst es dann auch auf der Hardbrücke wieder freie Fahrt. «Der Velo- und Fussgängerweg auf der Hardbrücke ist die erste Strecke über die Gleise, die für die Fahrradfahrer eröffnet wird. Ende Oktober wird sie wieder vollständig dem Verkehr übergeben.» (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 21.10.2011, 11:49 Uhr

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17 Kommentare

Walter Fuchs

21.10.2011, 13:16 Uhr
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Besten Dank Pro Velo. Den Hauptbahnhof umfahren ist nicht nur für ältere Leute mit grossen Gefahren verbunden. Liebe autobevorziehende Verkehrsplaner zieht in Betracht, Velofahrer verhindern den Verkehrsfluss stark auf schmalen Fahrspuren um den Haupbahnhof. Antworten


Xaveer Inderbitzin

21.10.2011, 13:38 Uhr
Melden 21 Empfehlung

Wenn der Kanton die Hoheit über den Tunnel hat, wird eh nichts gehen mit dem neuen Veloweg. Der bürgerliche Kantons- und Regierungsrat baut lieber dem Herr Fry eine Autobahn bis vor die Haustür als den linken Velofahrern einen zusätzlichen Meter Radweg. Antworten



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