Höngg wehrt sich gegen neue Verkehrsführung
Von Carmen Roshard. Aktualisiert am 01.09.2010 5 Kommentare
Geplantes Verkehrskonzept Meierhofplatz.
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Der von der Regensdorferstrasse und der Gsteigstrasse kommende Verkehr soll am Meierhofplatz für ein Jahr nur noch rechts abbiegen dürfen. Die Kernidee: In Richtung Stadtzentrum soll die Verbindung der Regensdorferstrasse mit der Limmattal- und der Ackersteinstrasse unterbunden werden. Das geplante Rechtsabbiegegebot ist zugleich die entscheidende, aber auch umstrittenste Massnahme des geplanten Verkehrskonzepts. Mit den letzte Woche im Amtsblatt publizierten Plänen erhofft sich die Dienstabteilung Verkehr, den motorisierten Durchgangsstrom grossräumig umleiten zu können.
Quartierverein, reformierte Kirche und Gewerbeverein sind sauer. Vor allem deshalb, weil sie nicht damit gerechnet haben, dass die Stadt eine Massnahme durchsetzt, die im Quartier seit ihrer Entstehung 2008 mehr als nur ein bisschen umstritten ist. «Für den Quartierverein Höngg ist die Ausschreibung ohne ein vorgängiges Zeichen ein klarer Vertrauensbruch und eine Kampfansage an die Bevölkerung», empört sich Präsident Ueli Stahel. Schon vor einem Jahr habe sich die Mehrheit der Höngger gegen den Vorschlag ausgesprochen. Gewerbe, SVP und FDP sind dagegen, einzig die GLP 6 und 10 sowie die SP unterstützen das Verkehrskonzept. Die Gegner befürchten, dass die Wieslergasse in Zukunft zur Durchgangsstrasse verkommt.
«Das Fehlen eines Gesamtverkehrskonzepts für Höngg ist ein Problem für den ganzen Kreis 10, denn das Chaos am Meierhofplatz setzt sich stadteinwärts auf der Strasse Am Wasser/Breitensteinstrasse fort», so Stahel. Er glaubt, dass sich der Durchgangsverkehr auf die Strasse Am Wasser verlagern werde anstatt wie geplant von der Winzerstrasse über die Europabrücke. «Ein griffiges Verkehrskonzept für den Kreis 10 widerspricht wohl den Ideen der Verwaltung», resümiert Stahel. Von der im Wahlkampf gepredigten Bürgernähe sei nichts mehr zu spüren.
Kirchenpflege ist besorgt
Auch Jean E. Bollier, Präsident der Kirchenpflege, ist besorgt. «Für uns ist die geplante Massnahme am Meierhofplatz katastrophal.» Der Zugang zur Kirche sowie zum Kirchgemeindehaus sei mit der neuen Verkehrsführung nicht mehr möglich. Die Nase voll hat der Gewerbeverein: «Das Vorgehen der Stadt ist bedenklich und fragwürdig zugleich – einer Demokratie nicht würdig», lässt sich Präsident André Bolliger in der Höngger Quartierzeitung zitieren. Dies vor allem, weil die Stadt wisse, wie gross die Opposition zur neuen Verkehrsregelung sei. Man habe sich bereit erklärt, zwei Abgesandte für eine Arbeitsgruppe zu stellen, doch dann sei die Absage der Dienstabteilung Verkehr gekommen.
Dazu nimmt deren Sprecher Heiko Ciceri wie folgt Stellung: «Wir haben zwei Anläufe unternommen, um eine überparteiliche Arbeitsgruppe zu bilden, doch beide scheiterten an Forderungen, die Einzelne für ihre Teilnahme stellten». Die Dienstabteilung Verkehr sei jedoch nach wie vor bereit, aktiv mitzuwirken, wenn sich eine Gruppe im Quartier bilde. Die Ausschreibung sei aufgrund des politischen Auftrags des Gemeinderats an den Stadtrat erfolgt.
Ciceri betont, dass es auch Befürworter des Rechtsabbiegegebots gebe, obwohl von den Medien und diversen Interessenvertretern immer wieder suggeriert werde, die Gegner seien in der Mehrzahl. «Es existieren keine repräsentativen und neutralen Grundlagen, die das bestätigen.» Die Dienstabteilung Verkehr nehme die Bedenken des Quartiers aber ernst. Deshalb sei das Verkehrskonzept als maximal einjähriger Versuch ausgeschrieben, der im Falle eines Misserfolgs vorzeitig abgebrochen werde.
Florian Utz, SP-Gemeinderat und Mitglied der IG Am Wasser/Breitensteinstrasse, befürwortet das Rechtsabbiegegebot am Meierhofplatz. «Die Höngger erwarten aber eine Reduktion des Verkehrs, nicht bloss eine Verlagerung.» Deshalb brauche es am Meierhofplatz sowie für die Strasse Am Wasser/Breitensteinstrasse flankierende Massnahmen. Verkehrserhebungen der IG belegen, dass fast jedes dritte Auto die Strasse Am Wasser als Transitachse benutze. Laut IG wäre die Lösung ganz einfach: Der Verkehr müsste via Frankental-, Winzerstrasse über die Europabrücke geführt werden. Mit einer Pförtneranlage und entsprechenden Temposignalisationen wäre das leicht möglich.
Anwohner fordern Tempo 30
Am Wasser verlangt die IG Tempo 30, ein Lastwagenverbot und die Steuerung des Verkehrs über die Lichtsignale bei der Europabrücke. Dies sei auch ein Anliegen der Dienstabteilung Verkehr, sagt Heiko Ciceri. Die Situation werde beobachtet, wenn möglich würden weitere Massnahmen getroffen werden.
Florian Utz ist überzeugt davon, dass der Kreis 10 dringend einen Gesamtverkehrsplan braucht. Die Antwort des Regierungsrats auf zwei Anfragen der Kantonsrätinnen Carmen Walker Späh (FDP), Nicole Barandun-Gross (CVP) und Eva Gutmann (GLP) vom Dezember 2009 gibt Utz Grund zur Hoffnung. Darin macht der Regierungsrat klar, dass er sich nicht gegen die Einführung von Tempo 30 auf der Strasse Am Wasser wehren würde. Deshalb hat Utz zusammen mit Guido Trevisan (GLP) im Gemeinderat ein Postulat eingereicht, wonach die Stadt Zürich beim Regierungsrat Tempo 30 beantragen soll.
(Tages-Anzeiger)
Erstellt: 31.08.2010, 21:35 Uhr
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5 Kommentare
Ich wohne in 8049 Zürich Höngg.Wieder 1 Haufen unnützer Regeln, die nichts bringen.Beim letzten Umbau v Meierhofplatz wurde es verpasst was Vernünftiges zu machen, und jetzt soll 1 "Flickwerk" entstehen, einfach 1 Witz. Klar hat der Verkehr zugenommen = ganz normal, nur darf man nicht vergessen, dass die ETH 1 zweites Höngg werden wird, da ist es wohl klar was passiert! Antworten


































