Zürich

Höngger Todesschütze: «Freundlich und korrekt»

Aktualisiert am 24.08.2009

Der damals 21-jährige Todesschütze war den Behörden bereits vor der Bluttat bekannt. Gemäss «Tages-Anzeiger» war er wegen Brandstiftung, Körperverletzung und Betrug registiert.

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Der «Todesschütze von Höngg» vor dem Zürcher Obergericht. (Illustration: Sibylle Heusser/Oculus, Atelier für Illustration)

   

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Am Tag, als der Soldat L.W. die Rekrutenschule abgeschlossen hatte, fährt er zur Bushaltestelle Hönggerberg und erschiesst die 16-jährige Francesca. Für den Todesschuss auf die Coiffeuse-Lehrtochter vom 23. November 2007 steht der junge Mann morgen Dienstag vor dem Richter – angeklagt des Mordes.

Wie der «Tages-Anzeiger» nach der Tat schrieb, stammt der heute 23-Jährige ursprünglich aus Chile. Er ist von einer Schweizer Familie adoptiert worden. In der Stadt Zürich lebte er als Wochenaufenthalter. Damals war sein Heimatort die aargauische Gemeinde Islisberg – die selbe Gemeinde bei Bonstetten, in der vor vier Jahren ein Mann seine Ehefrau und die beiden Kinder mit einem Hammer totschlug und sich dann von einer Brücke stürzte.

«Nie negativ aufgefallen»

Der Todesschütze war den Behörden bereits vor seiner Tat bekannt. Im Kanton Zürich war er wegen Brandstiftung, Körperverletzung und Betrug aktenkundig. Trotzdem arbeitete der Mann vor dem Tötungsdelikt Teilzeit bei einer privaten Sicherheitsfirma als Platzanweiser an Grossveranstaltungen.

Wie der Arbeitgeber damals gegenüber dem «Tages-Anzeiger» sagte, habe er bei seiner Arbeit eine absolut gute Leistung erbracht, sei nie negativ aufgefallen und war freundlich und korrekt.

Mit Tram und Bus zum Tatort

Kurz vor dem tödlichen Schuss war der Schütz offenbar in Tarnjacke und mit dem Sturmgewehr im Tram der Linie 13 zum Meierhofplatz nach Höngg gefahren. Dabei ist er den Fahrgästen negativ aufgefallen - sehr laut habe er sich gebärdet, vermutlich sei er betrunken gewesen. «Willsch ä Waffe?», soll er eine Passantin gefragt haben.

Am Meierhofplatz stieg der Soldat aus und wechselte gegen 22 Uhr auf den 80er-Bus, der zum Hönggerberg hinauffährt. Dort erschoss er kurze Zeit später das ihm unbekannte 16-jährige Mädchen, das mit ihrem Freund auf der Bank der Bushaltestelle sass. (ep)

Erstellt: 24.08.2009, 14:13 Uhr

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