Zürich

Homosexuelle werfen Corine Mauch Schwulenfeindlichkeit vor

Von Christoph Landolt. Aktualisiert am 06.01.2010 36 Kommentare

Es sollte eine friedliche Wahlkampfveranstaltung der SP werden. Die Betreiber der Schwulenbar «Nervous» störten das heitere Kuchenessen jedoch.

«She hates Gays!»: Die Betreiber der «Nervous»-Bar machen die Stadtpräsidentin für die Schliessung ihres Lokals verantwortlich.

«She hates Gays!»: Die Betreiber der «Nervous»-Bar machen die Stadtpräsidentin für die Schliessung ihres Lokals verantwortlich.
Bild: Thomas Burla

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Gut fordert Untersuchung

Susi Gut, PFZ-Gemeinderätin und Kandidatin fürs Stadtpräsidium, wirft der Stadt Schlamperei vor, die den Betreibern der «Nervous»-Bar die Existenz gekostet habe. Am 24. Dezember habe sie sich mit den beiden Männern, die keinen Rappen mehr hätten, getroffen und ihnen zu Essen gegeben. Gemeinsam mit ihrem Parteikollegen Markus Schwyn fordert Gut eine Untersuchung durch die gemeinderätliche GPK. Es gelte zu klären, wer für die Vorfälle verantwortlich sei.

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Passanten, die heute morgen den Bahnhof Stadelhofen verliessen, wurden Zeugen von surrealen Szenen: Als Stadtpräsidentin Corine Mauch und die weiteren Stadtratskandidaten der SP Dreikönigskuchen zu verteilen begannen, stellten sich zwei Männer auf, die Schilder mit der Aufschrift «Weniger Schall und Mauch» in die Höhe hielten und der Stadtpräsidentin lautstark Verantwortungslosigkeit und Willkür zuschrien. Dazwischen schoben sich Polizisten in Zivil, die verhinderten, dass sich die Gruppierungen zu nahe kamen.

Die Passanten, die von Mauch und ihren Genossinnen ein Wahlkampf-Küchlein in die Hand gedrückt bekamen, wussten das Schauspiel nicht so recht einzuordnen. Eine Schülerin erkannte zwar die Stadtpräsidentin, glaubte aber, dass die Rufer zum SP-Trupp gehörten. Andere verfolgten amüsiert, wie die verstörten Sozialdemokraten gute Miene zum bösen Spiel zu machen versuchten, oder eilten an ihnen vorbei und wollten nichts mit den Wirren der Politik zu tun haben. Ein Rentner verwechselte Mauch gar mit ihrer Gegenkandidatin Susi Gut von der Partei für Zürich, deren Namen auf den Schildern der Protestierenden prangte.

«Die Stadt hat uns ruiniert»

Die beiden Rufer, welche die bekennende Lesbe Mauch groteskerweise der «Schwulenfeindlichkeit» beschuldigten, betreiben im Kreis 3 die Kontaktbar «Nervous», die kurz nach ihrer Eröffnung im Oktober 2008 zwangsgeschlossen wurde. Das Hochbaudepartement habe die Baubewilligung verschlampt, gaben die Männer an. «Die Stadt hat uns ruiniert.»

Corine Mauch, die zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht im Amt war, warfen sie vor, nicht auf ihr Anliegen einzugehen. Anstatt eine Entschuldigung und eine Entschädigung zu erhalten, seien sie von der Stadt «erpresst» worden. Die Stadtpräsidentin blieb ruhig. Sie habe den Betreibern der «Nervous»-Bar ein Gesprächsangebot gemacht. Zuerst müssten sich diese aber für ihr unflätiges Verhalten entschuldigen. Dass sie zur Buhfrau wird, die für Vorgänge angegriffen wird, die das Hochbaudepartement zu verantworten hat, nahm Mauch mit einem Schulterzucken hin: «Ich bin halt die Stadtpräsidentin.»

(Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 06.01.2010, 09:27 Uhr

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36 Kommentare

Pawel Silberring

06.01.2010, 11:08 Uhr
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@Pascal Fröhlich Das möchte ich aber sehen: Ein Amt hat eine Auseinandersetzung mit betroffenen Bürgern und die Stadtpräsidentin wartet den Ausgang dees Verfahrens nicht ab, sondern greift hemdsärmlig ein und spricht Steuergelder. Was glauben Sie, wie die Reaktionen wären? Oder kriegen nur die Gelder, die Lärm machen? Und warum die 2 ausgerechnet bei Mauch pöbeln, ist schleierhaft. Antworten


Pascal Fröhlich

06.01.2010, 10:48 Uhr
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In gewissen Bereichen kann die Stadt nicht schnell genug handeln. In Fällen wie diesem wo ganz klar Fehler bei einem städtischen Amt vorliegen, verschleiert und verzögert man alles, in der Hoffnung den unangenehmen Fall unter den Teppich kehren zu können. Als Stadtpräsidentin sollte Frau Mauch die Sache in die Hand nehmen und nach einer Lösung suchen, auch wenn es die Stadt etwas kostet! Antworten



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