Zürcher Polizei von wütenden Chaoten überrascht

Nach einer unbewilligten Kundgebung kam es in der Nacht zu schweren Ausschreitungen zwischen Limmatplatz und Stauffacher. Die Polizei denkt über eine Bereitschaftstruppe nach.

1/18 Protest gegen die «Aktion Respekt», mit der die Stadtpolizei kleine Vergehen hart ahndete.
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400 bis 500 Personen versammelten sich laut Polizei am Samstag gegen 22 Uhr spontan beim Carparkplatz in der Nähe des Hauptbahnhofes und zogen dann durch die Stadtkreise 4 und 5. Unter ihnen waren nach Angaben der Zürcher Stadtpolizei rund 100 Personen aus der linksautonomen Szene.

Der laut Polizei äusserst militante Demonstrationszug bewegte sich in Richtung Limmatplatz und Langstrasse, durch den Kreis 4 und in Richtung Stauffacher. Unterwegs versprayten die Demonstranten mehrere Autos und Fassaden. Ausserdem schlugen sie Fensterscheiben von Fahrzeugen, Geschäften und Restaurants ein. Die Stadtpolizei schätzte den Schaden auf mehrere hunderttausend Franken. Über Verletzte lagen keine Angaben vor.

Bis 2 Uhr in der Nacht

Bei der Stauffacherbrücke kam es zu einer heftigen Auseinandersetzung zwischen Demonstrierenden und der Stadtpolizei. Mit Steinen, Flaschen und anderen Gegenständen bewarfen die Demonstrierenden die Polizisten. Diese setzten Gummischrot und Tränengas ein.

Damit habe verhindert werden können, dass die Demonstranten in die Innenstadt vordringen konnten, schrieb die Polizei. Die Teilnehmer der Kundgebung zogen in Richtung Helvetiaplatz und Langstrasse ab, wo sich ihr Zug kurz vor 2 Uhr auflöste. Festgenommen wurde niemand.

Was war der Grund?

Worum es den Demonstranten ging, ist nicht klar. Laut Polizeisprecher Marco Cortesi fanden sich zahlreiche Sprayereien mit Bezug aufs Weltwirtschaftsforum WEF, den 1. Mai und den Kapitalismus generell.

Die Demonstration hatte die Polizei überrascht, sagte Cortesi, es habe keine entsprechenden Hinweise gegeben. Es stelle sich nun die Frage, ob es künftig nötig sei, übers Wochenende regelmässig 40 bis 50 Leute in Reserve zu haben. Aktuell habe man dafür die Mittel nicht. Man müsse und werde sich aber entsprechende Gedanken machen, sagte Cortesi. (cpm/sda)

Erstellt: 07.02.2010, 06:04 Uhr

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