«Ich hab keine Ahnung, wo mein Tram jetzt fährt»
Von Felix Schindler. Aktualisiert am 13.07.2009 34 Kommentare
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Ratlos blickten die Pendler umher, als sie heute Morgen am Bahnhof Stadelhofen aus dem Zug gestiegen sind. Anstelle der Trams fahren schwere Baumaschinen über den Stadelhoferplatz – drei Haltestellen von insgesamt sieben Tram- und Buslinien sind verschwunden. Einzig eine übrig gebliebe Gleiskreuzung auf der Theaterstrasse deutet darauf hin, dass der Stadelhoferplatz eigentlich einer der wichtigsten Knotenpunkte des öffentlichen Verkehrs ist. Bis zu 30'000 Pendler verkehren dort an einem normalen Werktag.
Zu Fuss zur nächsten Station
«Wo fährt jetzt der 15er?», will eine Passantin von der Kundenberaterin der VBZ wissen. «Ich muss zum Bucheggplatz.» «Diese Linie ist eingestellt», erwidert sie. Sie blättert in der Broschüre, die sie den Passagieren verteilt, hadert etwas und empfiehlt schliesslich: «Nehmen Sie den 11er. Der verkehrt jetzt über den Römerhof und das Kunsthaus.» Bei der Pendlerin ist die Verwirrung komplett. «Römerhof? Aber der Bucheggplatz ist in der anderen Richtung?» Schliesslich lässt sie sich überzeugen, zu Fuss zum Bellevue zu gehen und dort ins Tram 11 zu steigen.
Das schien die Strategie vieler Pendler zu sein. Sie strömten in Richtung Bellevue, oder in entgegengesetzter Richtung zu den Tramhaltestellen Kreuzstrasse oder Kreuzplatz. «Ich habe keine Ahnung, wo mein Tram jetzt fährt. Ich gehe jetzt zur nächsten Station und versuche es dort», sagt ein Mann und verlässt im Stechschritt den Bahnhof Stadelhofen.
Weniger Pendler als vergangene Woche
Die Durchgänge über den Stadelhoferplatz sind mit rotweissen Absperrbrettern eingezäunt. Dort stauen sich die Passanten, weil die Wege oft so schmal sind, dass man nicht aneinander vorbei kommt – etwa beim Café Mandarin, wo alle Passagiere der Forchbahn, des 11er-Trams und des Ersatzbusses für die Linie 15 vorbei müssen.
Trotzdem: Der Zeitpunkt für den Grossaufmarsch der Baumaschinen am Bahnhof Stadelhofen ist gut gewählt. Zu Ferienbeginn waren dort heute Montagmorgen um 8 Uhr deutlich weniger Passanten zu sehen als noch vergangene Woche. Aus Sicht der VBZ sind die Passanten gut mit der Umstellung zurechtgekommen. «Wir haben bereits im Vorfeld sehr viel in die Information der Kunden investiert. Bisher hatten wir sehr wenige Kundenreaktionen für ein Projekt dieser Grössenordnung. Reklamationen gab es sozusagen keine», sagt VBZ-Sprecherin Daniela Tobler.
Sind Sie heute Morgen über den Stadelhoferplatz zur Arbeit gegangen? Schreiben sie ins Kommentarfeld, wie Sie die Baustelle erlebt haben. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 13.07.2009, 12:57 Uhr
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34 Kommentare
Gut beobachtet, Frau Bachmann! Fahrradfahrer & Fahrradfahrerinnen scheren sich tatsächlich keinen Deut um Regeln und auch am unten mehrfach genannten engen Durchgang vor dem Café Mandarin meinen Fahrradfahrer & Fahrradfahrerinnen durchfahren zu müssen. Nur ja nicht absteigen! Wenige sind so rücksichtsvoll wie Herr Gähler und schieben Ihr Fahrrad.. Antworten
Willkommen in Genf! Bei uns in der Rhone Stadt ist dies non-stop der Fall, jüngst wurden wieder Gleise nach Meyrin verlegt, welche vor 20 Jahren entfernt wurden! Bei uns sind die Gehsteige so schmal, dass es manchmal einfach kein durchkommen gibt, ich frage mich: sinkt Zürich auf Genfer niveau ab? Antworten





