Zürich

«Ich steige zum ersten Mal seit Jahren wieder in ein Flugzeug»

Interview: Claudia Imfeld. Aktualisiert am 14.12.2009

Stadtpräsidentin Corine Mauch nimmt am «Climate Summit for Mayors» teil. Im Interview mit Tagesanzeiger.ch sagt sie, was sie sich davon erhofft und weshalb sie mit dem Flugzeug nach Kopenhagen reist.

«Über die Hälfte der Treibhausgas-Emissionen kommen aus urbanen Gebieten»: Stadtpräsidentin Corine Mauch über ihre Teilnahme am «Climate Summit for Mayors».

Beat Marti

Klimagipfel Kopenhagen

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Frau Mauch, Sie reisen am Montag nach Kopenhagen und treffen sich mit 79 anderen Stadtpräsidentinnen und -präsidenten, um über das Klima zu reden. Was versprechen Sie sich von dem Treffen?
Wichtig ist der Austausch von Erfahrungen und Wissen: Was machen andere Städte? Und wie packen sie die Herausforderung Klimawandel an? Über die Hälfte der Treibhausgas-Emissionen kommen aus urbanen Gebieten. Aber Zürich zeigt, dass auch Städte konkret etwas tun können. Wir haben das CO2 in der Stadt gegen den nationalen und internationalen Trend zwischen 1990 und 2007 um mehr als 8 Prozent gesenkt. Wie Zürich das gemacht hat, interessiert auch andere Städte. Ausserdem wollen sich die Städte gemeinsam dafür stark machen, dass in Kopenhagen möglichst griffige Beschlüsse gefasst werden.

Wie sieht Ihr Programm in Kopenhagen aus?
Das Programm beginnt mit der gemeinsamen Unterzeichnung einer Städte-Erklärung zum Klimaschutz, gefolgt von verschiedenen Gesprächsrunden zu Massnahmen der Städte gegen den Klimawandel. In diesem Kontext wird auch Zürichs Weg zur 2000-Watt-Gesellschaft ein Thema sein. Am Dienstag werden die Stadtdelegierten zudem mit den nationalen Delegationen zusammentreffen, die am UN-Klimagipfel teilnehmen, um die Interessen der Städte zu vertreten.

Zürich ist laut «Green City Index» die sechstgrünste Stadt der Welt – was können die anderen Städte am «Climate Summit for Mayors» von Zürich abschauen?
Das Engagement der Bevölkerung. Die Zürcherinnen und Zürcher tragen die Nachhaltigkeitspolitik des Stadtrats klar mit und sprechen sich bei Abstimmungen regelmässig und deutlich für Innovationen und Investitionen in die nachhaltige Entwicklung aus.

Wo steckt Zürich derzeit auf dem Weg zur 2000-Watt-Gesellschaft?
Seit 2006 ist der Weg zur 2000-Watt-Gesellschaft ein explizites Ziel der Stadtpolitik. 2008 wurde er mit einer Volksabstimmung in der Gemeindeordnung verankert. Mit Leuchtturmprojekten wie etwa dem 2000-Watt-tauglichen Neubau des Stadtspitals Triemli haben wir einen guten Anfang gemacht. Jetzt gilt es den Weg konsequent weiter voranzugehen.

Gibt es einen Stadtpräsidenten, mit dem Sie sich in Sachen Klima schon lange einmal austauschen wollten? Warum?
Mich interessiert der Austausch mit allen Stadtpräsidentinnen und Stadtpräsidenten, die gute Ideen haben und diese in ihren Städten umsetzen! Was haben sie für Projekte und was für Lösungen. Ritt Bjerregard, die Oberbürgermeisterin von Kopenhagen, hat beispielsweise eindrücklich vorgemacht, wie sich eine Stadt konsequent auf das Thema Nachhaltigkeit ausrichten kann.

Fliegen Sie nach Kopenhagen oder nehmen Sie den Zug?
Ich werde zum erstem Mal seit Jahren wieder in ein Flugzeug steigen müssen. Klimakompensiert, das wenigstens ist selbstverständlich. So wie es der ganze Climate Summit übrigens auch ist.

Warum nehmen sie das Flugzeug?
Der Zeitfaktor alleine hat den Ausschlag gegeben. Europa mit dem Zug zu durchreisen kann ich in meiner Freizeit. In Kopenhagen will ich mich für Zürich und eine weltweite gemeinsame Anstrengung mit Kolleginnen und Kollegen austauschen. Ich werde am Mittwoch in Kopenhagen an einem Podium sprechen und habe dann am Abend bereits wieder Verpflichtungen in Zürich.

Die grossen Würfe werden an der Klima-Konferenz nicht erwartet. Was bringt da die Parallelveranstaltung «Climate Summit for Mayors»?
Auch wenn allenfalls nicht die grossen internationalen Würfe zustande kommen, so ist immerhin jeder Schritt in die richtige Richtung ein guter Schritt. Entscheidend sind aber letztlich die konkreten Massnahmen und dass sie umgesetzt werden. Städte wie Zürich zeigen, dass eine CO2-Reduktion möglich ist. Ohne Abstriche bei der Lebensqualität und mit klarer Unterstützung der Zürcherinnen und Zürcher. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 14.12.2009, 11:09 Uhr

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