Illegal ausgesetzte Goldfische fressen Waldweiher leer
Von Silvio Temperli. Aktualisiert am 30.06.2009 2 Kommentare
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Wohin mit dem Goldfisch, wenn er einem lästig wird? Wenn ihn jetzt während der Ferienzeit niemand füttert? Oder wenn er im hauseigenen Teich nicht mehr willkommen ist? Viele Tierhalter schrecken nicht davor zurück, die Raubfische kübelweise in Waldweihern, Parkanlagen oder gar im Botanischen Garten heimlich zu entsorgen.
«Es ist eine Katastrophe, wenn Goldfische in natürlichen Gewässern ausgesetzt werden», sagt Stefan Hose von Grün Stadt Zürich, zuständig für den Artenschutz. «Die Leute glauben, den Tieren einen Gefallen zu tun, wenn sie sie auf diese Weise in die Freiheit entlassen. Sie sind sich offenbar selber gar nicht bewusst, welchen Schaden sie damit anrichten.»
Explosionsartige Vermehrung
Die ursprünglich aus China stammenden Zuchttiere bedrohen vor allem in kleinen Feuchtbiotopen, wo sich sonst keine anderen Fische tummeln, das ökologische Gleichgewicht. Sie vermehren sich explosionsartig und stören namentlich die Fortpflanzung der Amphibien, weil sie deren Laich fressen und sich darüber hinaus auch mit Libellenlarven verköstigen.
Jetzt will Grün Stadt Zürich das Auswildern der Zierfische energisch bekämpfen. Plakate an verschiedenen Waldweihern – vom Käferberg über das Degenried am Adlisberg bis hinüber ins Dunkelhölzli nach Altstetten – weisen den Laien darauf hin, wie zerstörerisch sich die Vermischung der Exoten mit den heimischen Arten ausnimmt. Wer Goldfische in der freien Natur aussetzt, macht sich strafbar und hat mit einer Anzeige zu rechnen. Doch wie lässt sich das Auswildern kontrollieren? «Wir wissen, dass die Chance minimal ist, jemanden in flagranti zu ertappen», sagt Stefan Hose.
Ein Tierheim für Aquarienfische
Die Kampagne ziele vielmehr darauf ab, den Tierhaltern eine «vernünftigere Lösung» anzubieten. Die Warntafel empfiehlt jenen Leuten, die ihre Goldfische loswerden wollen, sich an die Beratungsstelle des Vereins Aquarium Zürich zu wenden. Der Verein hat eine Fischauffangstation, ein Tierheim für Aquarienfische, in Embrach einrichten lassen. Diese vermittelt schon seit über fünf Jahren Goldfische weiter – gegen eine Gebühr von 20 Franken, zum Beispiel an den Chinagarten. Wie Projektleiter Hans Gonella sagt, werden häufig in der Ferienzeit oder bei Zügelterminen Zierfische abgegeben.
Unzählige revierfremde Fische werden gleichwohl landesweit immer wieder in unsere Gewässer geworfen. «Es ist ein permanentes Problem, das uns seit Jahren beschäftigt und kaum aus der Welt zu schaffen ist», sagt Stefan Hose von Grün Stadt Zürich. Säuberungsaktionen seien äusserst aufwendig und kostspielig. Weiher müssten gänzlich abgepumpt und hinterher trockengelegt werden, um sicherzugehen, dass alle Goldfische verschwinden.
Amuse-bouche für die Bären
So liess die Stadt vor knapp fünf Jahren den 150 Quadratmeter grossen Weiher im Dunkelhölzli in Altstetten von Grund auf aussaugen, weil Goldfische nahezu alle jungen Amphibien aufgefressen hatten. Spezialisten fischten damals über tausend Exemplare mittels Elektroschocks heraus. Die fünf Kilo Goldfische wurden später im Wildnispark Langenberg den Bären als Amuse-bouche verfüttert. Kommt heute aber jemand und wildert seine Zierfische aus, ist wiederum alles für die Katz.
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Erstellt: 29.06.2009, 20:35 Uhr
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2 KOMMENTARE
Goldfische ist das eine und schon schlimm genug. Aber im Weiher im Wald bei der ETH Hönggerberg haben ich und mein Mann auch schon mal eine Rotwangenschildkröte (kommt aus den USA) aus dem Wasser schauen sehen. Und ich vermute, die war kaum allein. Und wie war das noch? In der Masoala-Halle wurden schon Meerschweinchen ausgesetzt? Ich kann nur den Kopf schütteln ob soviel Verantwortungslosigkeit!!
dies ist wieder ein zeichen mehr, dass menschen oft keine verantwortung für ihr tun übernehmen wollen7können. bevor man sich ein haustier anschafft müsste man sich doch überlegen, was es kostet, auch im unterhalt, wenn krankheiten/unfälle einen arztbesuch erfordern und was passiert wenn man in die ferien geht, ins spital oder umziehen muss und vor allem ob man dies aufsich nehmen will.
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