Im Dörfli häufen sich Überfälle auf Schwule
Beliebter Treffpunkt: Das Café Marion im Zürcher Niederdorf.
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Das Niederdorf ist in homosexuellen Kreisen beliebt. Lokale wie das T&M, die Lobby-Bar und das Café Marion werden von Schwulen gerne frequentiert. In letzter Zeit macht sich allerdings Unsicherheit in der Szene breit.
«Wir wissen von immer mehr eindeutig homophoben Übergriffen auf Schwule», sagt Uwe Splittdorf, Geschäftsleiter der Schwulenorganisation Pink Cross, in einem Artikel von «20 Minuten». Er bestätigt damit einen Bericht des Szenenmagazins «Queerdom Post», der besagt, dass ein Mittvierziger im Dörfli verprügelt und dabei schwer verletzt wurde, nachdem er eine Schwulenbar verlassen hatte.
Übergriffe haben sich fast verdoppelt
Im Jahr 2008 habe Pink Cross von neun solcher Vorfälle erfahren, berichtet «20 Minuten» weiter. 2009 seien es bereits 16 Übergriffe gewesen. Splittdorf ist zudem überzeugt, dass die Dunkelziffer hoch ist, weil viele Schwule die Vorfälle nicht melden.
«Schwule zeigen sich heute selbstbewusst, das bietet gewissen Leuten eine Angriffsfläche», erklärt Splittdorf. Er komme gerade von der Europa-Konferenz der Homosexuellenorganisationen in Malta. «Dort habe ich erfahren, dass man auch in anderen toleranten Grossstädten wie Paris, London oder Berlin ähnliche Tendenzen feststellt.» Splittdorf rät allen Homosexuellen, nie alleine den Nachhauseweg anzutreten und jeden Vorfall bei der Rainbow Line, dem Beratungstelefon für Gays, zu melden.
Die Stadtpolizei Zürich führt keine spezifischen Statistiken zu homophoben Angriffen. «Die Gewalt in den Ausgehzonen der Stadt Zürich hat leider allgemein zugenommen», erklärt Mediensprecher Marco Cortesi. (tif)
Erstellt: 30.12.2009, 08:51 Uhr





