Im HB strahlt Werbung in HD
Von Tina Fassbind. Aktualisiert am 20.06.2011 21 Kommentare
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In ihren Ausmassen erinnern sie an klassische Werbeplakate. Die Produkte werden aber in bewegten Bildern ins beste Licht gerückt. Seit heute sind 13 High-Definition-Bildschirme im Hochformat von 1 Meter auf 1,80 Meter am Zürcher Hauptbahnhof in Betrieb. Die sogenannten ePanels sind bei den Zugängen der Perrons im oberirdischen Teil des Bahnhofs befestigt. Weitere Bildschirme befinden sich in den Untergeschossen des Bahnhofs. Auch in den RailCity-Bahnhöfen Basel, Bern, Genf, Lausanne und Luzern wurden solche Panels heute in Betrieb genommen. Insgesamt sind es 43.
«Die Zahl der Werbung mit bewegten Bildern hat stark zugenommen. Die Nachfrage der Werbewirtschaft nach Möglichkeiten, animierte Werbung zu schalten, war so gross, dass wir dieses Angebot eingeführt haben», erklärt SBB-Mediensprecher Daniele Pallecchi die Neuerung gegenüber Tagesanzeiger.ch. Über die Höhe der Einnahmen für die SBB durch die neuen Werbeflächen wollte er keine Angaben machen.
Full-HD-System ist einmalig
Betrieben und vermarktet werden die ePanels durch die Firma e-advertising, ein Profitcenter der Allgemeinen Plakatgesellschaft APG. Zwei Jahre lang wurde an dem Projekt gearbeitet. «Was unser Angebot von jenen im Ausland unterscheidet ist das Full-HD-System. Die Datenmengen, die verarbeitet werden können, sind gewaltig. Entsprechend hoch ist die Qualität», sagt e-advertising Geschäftsführer Ulrich Ritschard.
Wer die neue Werbeplattform nutzen will, kann das über einen längeren Zeitraum aber auch nur tageweise tun. «Minimale Nutzungsfrist ist ein Tag, die minimale Dauer des Spots liegt bei 10 Sekunden. Die Platzierung eines solchen Spots würde dann 2000 Franken kosten. Damit wäre man dann auf allen 13 Bildschirmen präsent», erklärt Ritschard. «Pro Tag können 6 Kunden die Werbezeit nutzen. Der Spot darf nicht länger als eine Minute sein.»
Zu den erwarteten Umsätzen will Ritschard keine Angaben machen. Auch über die Höhe der Abgaben an die SBB wurde vertraglich Stillschweigen vereinbart. Die Einnahmen aus den neuen Werbeflächen dürften bei der hohen Nachfrage aber rasch die Millionengrenze knacken.
Specials wie zum Beispiel das gestaffelte Abspielen von Filmsequenzen über alle Bildschirme hinweg sind derzeit noch nicht geplant. «Das würde auch keinen Sinn machen, weil die meisten Leute nicht alle Panels gleichzeitig sehen können.»
Noch mehr Belebung für das lebendigste Gebäude der Stadt
In der Haupthalle des Hauptbahnhofs werden die Zugsreisenden nun also nicht mehr nur mit den Bildern des eBoards, einem gut zwei Meter langen elektronischen Werbebildschirm, und den zahlreichen regulären Plakaten berieselt, sondern auch noch über die ePanels. Dass es zu viel werden könnte, glaubt SBB-Sprecher Pallecchi trotzdem nicht. «350'000 Personen gehen täglich durch den Zürcher Hauptbahnhof. Damit ist der HB sowieso schon das lebendigste Gebäude der Stadt.» (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 20.06.2011, 11:31 Uhr
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21 Kommentare
Gehört das nun auch schon zum Kundenservice und wird uns Bahnkunden womöglich über weitere
Verteuerungen vielleicht auch noch belastet. In den Teppichetagen der SBB scheinen die heutigen Probleme der Bahnreisenden immer noch eine grosse Unbekannte zu sein.
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Ich kann es kaum erwarten, die neuen Tafeln mit der sicher so intelligenten Werbung zu sehen. Eine Seuche ist das. Aber die (Werbe)wirtschaft darf eben alles. Vielleicht investieren die SBB das erwirtschaftete Geld in funktionierende Billetautomaten und wirklich besetzte Schalter. Antworten
Eine Frechheit ist dass, was sich die SBB Inzwischen so alles erlaubt in Sachen Werbung und dann noch arrogant meint es seien ja sowieso schon 100'000 Pendler, da stört etwas mehr geflackere nicht. Liebe SBB: Es stört jetzt einfach 100'000 Menschen, die täglich einmal mehr Propaganda gegen Ihren Willen konsumieren müssen. Ist das der erste Schritt des Ausverkauf des ÖV? Grotesk Antworten
Frischauf zum fröhlichen SBB-Bashing! Und wieder werden diejenigen die Akteure sein, welche sich immer über die Subventionen an die SBB echauffieren, weil sie nicht wissen, dass wir Steuerzahler froh sein müssen, dass die Abteilung Immobilien der SBB ein wahre Cash-cow ist. Und zudem: Hinschauen muss ich ja nicht, wenn ich nicht will..... Antworten
werner holliger, sbb immobilien ist eine cash-cow, solange sie wie in den letzten jahren für millionen ihre grundstücke verkaufen kann. erwirtschaftet ist bloss ein bruchteil des gewinns.
@Mauro Cossino: Ich erlaube mir regelmässig, am HB dorthin zu schauen, wo ich will - und ich lebe noch! Kleiner Tipp: Wenn Sie auf den Boden schauen, müssen Sie nur darauf achten, die weissen Linien im Perronbereich nicht zu überschreiten ;-)
Ich zum Beispiel würde ganz gerne einen Aufpreis bezahlen, wenn ich dafür den Bahnhof sähe. Aber man hat nicht die Wahl oder Mitbestimmung, wie das in demokratischen Gesellschaften üblich ist. Was es bei den SBB kosten würde, weiss ich nicht. Ein Jahresabo VBZ für die Stadt Zürich würde komplett ohne Werbung 728 statt 711 Franken kosten. Das ist es mir wert.
Am HB Zürich gezielt wegschauen könnte gefährlich auf den Geleisen enden. Wohin könnte man den schauen, auf den Boden? Natürlich darf die SBB ihre Immobilien gewinnbringend nutzen, keine Frage. Aber warum erst prämierte Bahnhöfe erstellen, um sie danach hinter Werbung zu verstecken? Wir sind leider beim Overkill angekommen und das nutzt der Werbung wenig.
Jetzt reicht es aber! Es ist an der Zeit, dass drastisch durchgegriffen wird. Die SBB kann sich nicht ständig über die Bedürfnisse der Fahrgäste hinwegsetzen, nur damit die APG viel Geld verdient. Ich fordere ein komplettes Werbeverbot auf Bahnhöfen!
@ Stefan W.: Stimmt eben leider nicht, denn die Bevölkerung bezahlt viel mehr an die SBB als die Werbung.
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Das widerspricht doch dem zur zeitigen Aufruf, Energie zu sparen und Ressourcen zu schonen. Dies erreichen wir doch nur mit weniger Konsumation und weniger Mobilität. Es ist ein Trugschluss zu meinen, die Werbung sei das A und O der Wirtschaft mit seinem energiefressenden Gewinnstreben! Die Zufriedenheit eines Menschen ist dort wo seine Wurzeln zu keimen begonnen haben. Antworten
Vor einigen Jahren titelte der Tagesanzeiger "Mehr Werbung als Bahnhof". Und tatsächlich: Die APG und SBB Immobilien erfinden stets neue Schikanen, um die Reisenden nervös zu machen. Dieser Bericht lässt die sonst für den TA kritische Berichterstattung vermissen. Und: braucht es wirklich einen Werbelink zu e-advertising? Antworten
Es ist absolut unverständlich, wieso ein so schöner Bahnhof hinter der Werbung versteckt werden muss. Die Nachfrage der Werbewirtschaft deckt sich keineswegs mit der Nachfrage der KonsumentInnen nach mehr Werbung. Und auch das Stillschweigen über etwas, das täglich 135 000 Menschen betrifft, ist in keiner Weise nachvollziehbar. Es ist Zeit, dass die Politik eingreift. Antworten
Wann wird der HB-Zürich in 'Loreal-Beauty-Station' umgetauft? Und ab wann kann man sich gegen extra Zuschlag ein französiche Gesichtsmaske im Zug nach Bern auflegen lassen? Die Banhhofshallen sind eine visuelle Zumutung, nicht nur in Zürich. Antworten
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