Immer mehr junge Zürcher im Boxring

Weil TV-Sender Boxen öfter zeigen, erhalten die Zürcher Boxclubs Zulauf. Jugendliche aller Schichten kämpfen häufiger im Ring.

Internationale Idole nützen den Zürcher Clubs: Boxchampion Vitali Klitschko.

Internationale Idole nützen den Zürcher Clubs: Boxchampion Vitali Klitschko. Bild: Keystone

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Die Förderung des Kinder- und Jugendsports in der Stadt Zürich lohnt sich – Tausende gehen regelmässig zum Training in einem der mehr als 200 Sportvereine. Fussball ist und bleibt zwar die häufigste Sportart. Immer mehr Jugendliche aber boxen.

Lag Boxen vor zehn Jahren noch auf Platz 20 der Stadtzürcher Jugendsport-Hitparade, so rangiert diese Sportart heute auf Platz 8, wie das Sportamt am Dienstag mitteilte. Nach offiziellen Erhebungen gehen in der Stadt 281 Jugendliche regelmässig zum Boxen, die allermeisten davon beim Box Club Zürich, wie Katharina Schmid vom Sportamt auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda sagte.

«Wir nehmen die Jungen von der Strasse»

Matthias Luchsinger, Cheftrainer beim Box Club Zürich, schmunzelt über diese Zahl. Diese sei wohl Anfang Jahr erhoben worden, als viele ihren Mitgliederbeitrag noch nicht bezahlt hätten, sagte er. Zur Zeit zähle der Verein 500 Trainierende.

Der Boom hat laut Luchsinger verschiedene Gründe. Einerseits sei der Mitgliederbeitrag sehr gering – dank der städtischen Sportförderung muss der Verein nämlich keine Hallenmiete bezahlen. Anderseits werde heute am Fernsehen viel häufiger Boxen gezeigt, was manche Jugendlichen motiviere, dies auch selbst zu tun. Wichtig sei auch die Mund-zu-Mund-Propaganda.

Wie für viele andere Sportvereine gilt auch für den Boxclub: «Wir nehmen die Jungen von der Strasse», so Luchsinger. Zum Trainieren kämen junge Leute aller Schichten, vom Medizin-Studenten bis zum arbeitslosen, sozial und schulisch schwachen Jugendlichen.

Turnen von Tennis überholt

Mit Abstand an der Spitze der Jugendsport-Hitparade der Stadt Zürich liegt nach wie vor Fussball. Die Statistik weist gut 4500 regelmässig trainierende Kinder und Jugendliche aus. Auf dem zweiten Platz rangiert Tennis, dicht gefolgt von Turnen, das laut Mitteilung erst 2010 von Platz 2 verdrängt wurde. Asiatische Kampfsportarten und Handball folgen an 4. und 5. Stelle.

Die Stadt Zürich lässt sich die Kinder- und Jugendsportförderung einiges kosten. Mindestens zehn Millionen Franken jährlich macht allein der Verzicht auf Mieten und Gebühren für die städtischen Sportanlagen aus.

Jeder dritte Jugendliche spörtelt im Verein

Seit 2010 gibt es zudem einen jährlichen Sportförderungskredit von zwei Millionen. Gut 1,7 Millionen davon werden nach einem bestimmten Schlüssel an die Vereine verteilt. Diese umfassen insgesamt 13'405 beitrittsberechtigte - also in der Stadt wohnhafte 5- bis 20 jährige - Mitglieder. Ein Drittel aller Kinder und Jugendlichen ist laut Mitteilung in einem Sportverein aktiv.

Ebenfalls Geld aus der Jugendsportförderung erhalten Sportangebote ausserhalb der Vereine. Gemäss Sportamt sind dies 110'000 Franken für die neun Open-Sunday-Angebote in der Stadt und 65'000 Franken für die 14 gesamtstädtischen Jugendsportveranstaltungen mit insgesamt 13'000 Teilnehmenden. (pia/sda)

(Erstellt: 20.11.2012, 15:47 Uhr)

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