In Nobelquartieren sorgen Deutsche für einen Boom an den Schulen
Von Daniel Schneebeli. Aktualisiert am 16.08.2011 18 Kommentare
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Die Wohnungspreise im Seefeld, in Fluntern und Hottingen sind in jüngster Zeit nicht familienfreundlicher geworden. Deshalb erstaunt es, dass in diesen Stadtquartieren am nächsten Montag rund 150 Kinder mehr in die Schule gehen werden als vor den Sommerferien. Schulpräsidentin Hanna Lienhard (FDP) ist positiv überrascht. Sie hat zwar mittelfristig mit höheren Schülerzahlen gerechnet, aber nicht so schnell und nicht in diesem Ausmass.
In den Schulhäusern Hirslanden und Looren musste die Schulpflege drei neue Klassen bilden. Damit hat sie laut Lienhard schon länger gerechnet. Überraschend sei hingegen, dass auch in den Schulhäusern Ilgen (Hottingen) und Fluntern zusätzlich zwei Kindergarten- und eine 1. Klasse nötig wurden. Und im Schulhaus Mühlebach mussten die Schulbehörden noch nach der offiziellen Einteilung eine neue Klasse bilden, weil mehrere Familien ab Mitte Juni ins Seefeld gezogen sind. Laut Lienhard ist dies ein Zeichen eines grundsätzlichen Wandels: «Noch vor fünf Jahren mussten wir 4.-, 5.- und 6.-Klässler gemeinsam unterrichten, da es zu wenig Kinder für Jahrgangsklassen gab.» Heute steigen auch im Seefeld die Schülerzahlen.
Der Einfluss teuren Wohnraums
Die Schulpräsidentin nennt mehrere Gründe für den Schülerzuwachs. Am wichtigsten sei die Zuwanderung von gut verdienenden Familien aus dem Ausland – vor allem aus Deutschland. Es gebe unterdessen Klassen im Schulkreis Zürichberg mit bis zu einem Drittel deutschen Kindern. «Ich freue mich über sie und heisse sie willkommen.» Der Zuwachs zeige, dass Familien nicht aus dem Schulkreis Zürichberg verdrängt würden und neuer Wohnraum für sie gebaut werde.
Lienhard vermutet, der teurer werdende Wohnraum könnte auch Grund sein, dass wieder mehr Familien ihre Kinder in eine öffentliche statt in eine private Schule schickten. Möglicherweise ziehe die steigende Zahl an subventionierten Hortplätzen in Zürich vermehrt Familien mit kleinen Kindern in die Stadt. Seit zwei Jahren gibt es in Zürich eine Garantie auf einen Betreuungsplatz. Diese ist laut Lienhard am Zürichberg bei den steigenden Kinderzahlen nur schwer sicherzustellen.
70 neue Stellen, fast alle besetzt
Ein Rückschlag sei in diesem Zusammenhang ein Gerichtsentscheid, der sich gegen den Bau des grossen Hortes in Hottingen ausspricht, weil in Zürich keine neuen Kinderbetreuungsstätten mehr in Wohnzonen gebaut werden dürfen (TA vom Samstag). Immerhin habe jetzt das Hochbaudepartement erlaubt, zwei provisorische Container aufzustellen, sagt Lienhard. Ohne sie wäre es in den Horten ganz eng geworden.
Martin Wendelspiess, Chef des kantonalen Volksschulamtes, sagte gestern, es gebe in den Kindergärten und Primarschulen im nächsten Schuljahr tendenziell mehr Kinder. Die Zunahme am Zürichberg sei aber weit überdurchschnittlich. Das Volksschulamt habe dort 9 Vollzeitstellen zusätzlich bewilligt. Im ganzen Kanton sind es 70 neue Stellen. Gemäss Wendelspiess ist es trotz Lehrermangel gelungen, fast alle zu besetzen. Klassenlehrerstelle sei keine einzige mehr frei. Offen seien noch acht Teilpensen, und für die meisten gebe es Übergangslösungen.
(Tages-Anzeiger)
Erstellt: 16.08.2011, 07:33 Uhr
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18 Kommentare
Eine erfreuliche Meldung, denn mit einem höheren Anteil Kinder aus gutverdienenden ausländischen Familien mit Muttersprache Deutsch, wird auch das Niveau automatisch steigen, wovon unsere Kinder nurprofitieren werden. Sprachkompetenz ist für das spatere Berufsleben äusserst wichtig. Antworten
Mir scheint als seien die Deutschen die neuen Kosovaren. Diese sind seit der Deutschen Einwanderungswelle wie von der Bildfläche verschwunden. Das kommt dieser Volksgruppe womöglich ganz Recht denn nun sind nicht mehr sie so exponiert. Wer kommt als nächstes und was ist eigentlich mit diesen Schweizern passiert? Gibt es die überhaupt noch? Antworten

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