In der Alten Börse schreit man wieder

Am 19. September wird in der alten Zürcher Börse der gleichnamige neue Nachtclub eröffnet. Prunkstück des Party- und Konzertlokals ist eine High-End-Soundanlage.

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Immer wieder zirkulierten neue Gerüchte um die seit Januar 2008 leer stehenden Räumlichkeiten im vierten Stock des Hauses am Bleicherweg 5. Wer oder was wird in den prächtigen Saal einziehen, der früher den Latino-Club El Cubanito beherbergte? Ein Casino? Ein Speiselokal? Ein Kino? Alles falsch. Die 100-Punkte-Antwort lautet: Es entsteht ein Nightclub. Ein Club namens Alte Börse, was einer Hommage an die Vergangenheit des Raumes gleichkommt; hier schrien sich nämlich früher die Broker im unerbittlichen Handelswettkampf die Seele aus dem Leibe. Ein Club, in dem sowohl Partys als auch Konzerte stattfinden. Und ein Club, der vorläufig auf drei Jahre befristet sein wird. «Wir sind Untermieter der Casino Schweiz AG», erklärt Thomas O. Maurer. «Diese hofft, dass der Bundesrat eines Tages neue Spielcasino-Lizenzen ausgeben wird. Sollte die AG dann den Zuschlag erhalten, wird hier ein Casino entstehen.»

Maurer, der mit Roger Link das Seebad Enge führt, ist einer der Betreiber der «neuen» Alten Börse. Er, Link und Marc Blickenstorfer (Rimini, Mascotte, Plazda-Bar) werden den administrativen Bereich leiten. Für die Konzerte wird das Mascotte-Team, namentlich der erfahrene «Booker» Alfonso Siegrist, verantwortlich zeichnen. Für den Partybereich schliesslich ist das Cityfox-Team zuständig. Es besteht aus Daniele Bürgisser und Billy Bildstein, die den Zürcher Nachtschwärmern seit drei Jahren mit Events in der Härterei (Maag-Areal) und in diversen stadtbekannten Clubs erquickende Soundcocktails offerieren.

Drei erfahrene und innovative Zürcher Nightlife-Syndikate, die gemeinsame Sache machen. Verdacht auf «Party-Mafia»? «Nein», erwidert Daniele Bürgisser. Man kenne sich zwar schon länger, auch weil man im selben Stück des Zürcher «Kuchens» verkehre und tätig sei. «Aber die Idee mit dem Club ist spontan entstanden. Wir sassen wegen eines anderen Projekts zusammen, jemand hat das Thema in die Runde geworfen, wir haben ein bisschen rumfabuliert, und irgendwann wars plötzlich sehr konkret», so Bürgisser.

Retro-futuristisches Design

Gut, das wäre geklärt. Kommen wir zum Inhalt Teil 1. Wie sieht sie denn aus, die neue Location? «Retro-futuristisch», sagt Bürgisser, der mit Bildstein auch das Interieur und den grafischen Auftritt designt, mit einem Grinsen. Sackstarke Antwort. «Wir können doch nicht schon jetzt unsere intimsten Geheimnisse preisgeben», lautet Bürgissers Replik, «die Leute sollen überrascht werden.»

Eines dieser Geheimnisse - jenes der Soundanlage - lüften sie dann doch. «Es wird ein Rolls-Royce sein», sagt Maurer. «Wir hatten einen Akustikspezialisten hier, und der ist über den erstklassigen Raumklang richtig ins Schwärmen geraten. Deshalb war für uns klar, dass wir ein wirklich edles PA wollen.» Es solle das Gefühl vermitteln, als ob man einen High-End-Kopfhörer aufhabe, ergänzt Bürgisser. Der Vorteil an dieser Variante: Den berühmten «Kick» bekommen die Tanzenden schon bei vernünftiger Lautstärke. Inhalt Teil 2, das Programm. An den Partys werde es aus elektronischer Clubmusik zwischen House und Techno bestehen, erklärt «Stadtfuchs» Billy Bildstein. «Und zwar unter anderem dargeboten von nationalen und internationalen DJ-Grössen wie Luciano, Mathew Johson, Troy Pierce oder Lawrence.»

Bereits fixiert ist auch der erste Gig. Am 23. September, vier Tage nach der Eröffnung der Alten Börse, wird die schwedische Hardrocktruppe The Hellacopters hier ihren letzten Auftritt überhaupt geben. Generell werden die Konzerte, ähnlich wie im etwa halb so grossen Mascotte, ein Spektrum zwischen tanzbarem Alternative Rock, frechem Pop und sinnlicher Elektronik abdecken.

Die Nachtclubszene ist in Bewegung

Nach dem Laden- und Club-Projekt Das Haus an der Langstrasse (seit März) ist die Alte Börse die zweite namhafte Zürcher Nightlife-Neueröffnung in diesem Jahr. Und weitere werden folgen - spätestens wenn die Toni-Molkerei und das Rohstofflager, die den heutigen Standort im Toni-Areal in absehbarer Zeit räumen müssen, ihre neuen Adressen bekannt geben. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 14.08.2008, 08:20 Uhr

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