Jedes zweite Unternehmen wird in Zürich gegründet

Der Dienstleistungssektor boomt in der Stadt Zürich. Die Zahl der Neugründungen von Unternehmen ist überdurchschnittlich. Selbst die Finanzkrise kann der Entwicklung nichts anhaben.

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Zwischen 2000 und 2004 wurden in der Stadt Zürich 4900 Unternehmen gegründet, wie die Statistik der Stadt Zürich erstmals in einer Studie erhob. Im Jahr 2003 entstand sogar fast jedes zweite Unternehmen der Schweiz in Zürich. 91 Prozent davon waren Unternehmen im Dienstleistungssektor, womit die Stadt neun Prozentpunkte über dem schweizerischen Mittel liegt. Doch nicht nur für Neugründungen scheint Zürich ein ideales Pflaster zu sein, auch konnten sich die Jungunternehmen in einzelnen Branchen überdurchschnittlich lange im Markt behaupten. Im Schnitt liegen die Überlebensraten jedoch im Schweizer Mittel.

Langer Atem bei Bau- und Gastronomieunternehmen

Die meisten neu gegründeten Unternehmen waren im Immobilienwesen und Unternehmensdienstleistungen angesiedelt. Zu den Spitzenreitern gehören auch Handelsunternehmen und Informatikdienstleister. Während letztere aber eine unterdurchschnittliche Überlebensrate von weit weniger als 50 Prozent aufweisen, zeigt sich der Bereich Unternehmensdienstleistungen gemeinsam mit dem Kredit- und Versicherungswesen erfolgreicher.

Besonders viele Unternehmen im Baugewerbe und der Gastronomie konnten in der Beobachtungsperiode weiter bestehen. Die Statistiker führen dies darauf zurück, dass eine Firmengründung in diesen kapitalintensiven Bereichen sorgfältiger geplant wird. Ein weiterer Erfolgsfaktor für das Überleben ist die Betriebsgrösse. Während Unternehmen, die mit weniger als einer Vollzeitstelle betrieben werden, mit einer Wahrscheinlichkeit von 80 Prozent nach fünf Jahren nicht mehr existieren, weisen solche mit fünf bis neun Mitarbeitern eine Überlebensrate von 65 Prozent auf.

Dass die Stadt Zürich für Unternehmen des Kredit- und Versicherungsgewerbes ein gutes Pflaster ist, zeigt sich besonders in der Entwicklung der Beschäftigungszahlen. Die im Jahr 2000 neu gegründeten Unternehmen dieser Branche haben ihre Belegschaft innerhalb von fünf Jahren durchschnittlich mehr als verdreifacht. Beim Gastgewerbe zeigte sich mit einer Verdoppelung der Beschäftigten ein ebenfalls überdurchschnittliches Wachstum.

Statistik läuft weiter

Die Statistik zur Unternehmensdemografie wurde erstmals für die Stadt Zürich erhoben, ebenso erhebt das Bundesamt für Statistik schweizweit entsprechende Zahlen. Neuere Auswertungen sind laut Michael Böniger von der Statistik Stadt Zürich allerdings noch nicht verfügbar. «Ich gehe davon aus, dass die Unternehmensneugründungen in den Branchen der Immobilien und Dienstleistungen für Unternehmen stabil bleiben werden», sagt Böniger. Die stärkste Beschäftigungsentwicklung wird in der zukünftigen Statistik weiterhin für das Kredit- und Versicherungsgewerbe erwartet. «Die Branche wird zwar die momentane Krise zu spüren bekommen, doch wird dies in der Statistik frühestens ab 2011 ersichtlich. Unternehmensschliessungen und Zusammenschlüsse werden sich in der Statistik abzeichnen, ebenso wie das Nettowachstum der Beschäftigtenzahl.»

Die erhobenen Daten ermöglichen quantitative Aussagen über den Wirtschaftsstandort, die Gründe, die zu den beschriebenen Entwicklungen führten, werden indes nicht erhoben. Bei der Wirtschaftsförderung der Stadt Zürich führt man die Attraktivität Zürichs für Unternehmen des Dienstleistungs- und Finanzsektors auf die stabile Lage am Finanzplatz und das international gute Renommee zurück, wie Rahel Kamber von der Wirtschaftsförderung der Stadt Zürich erklärt. «Es scheint, als finde eine Konzentration des Gewerbes statt. So eröffneten beispielsweise viele ausländische Banken in den letzten Jahren kleinere Niederlassungen in Zürich.» Trotz der Finanzkrise will man bei der Wirtschaftsförderung «nicht schwarz malen». Man nehme die Situation ernst, doch habe auch eine Umfrage bei den Unternehmen ergeben, dass bezüglich Beschäftigungslage grundsätzlich positiv in die Zukunft geschaut werde, so Kamber. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 07.10.2008, 16:23 Uhr

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