Zürich

Jugendliche verprügeln VBZ-Kontrolleure

Von René Donzé. Aktualisiert am 31.05.2010

Faust ins Gesicht und Jacke - inklusive Handy - weg: In einem Nachtbus wurden zwei Uniformierte bei Angriffen verletzt. Die Jugendlichen wurden dabei gefilmt.

Rund ein Dutzend Jugendliche, die keine Billette gelöst hatten, haben in der Nacht auf Sonntag zwei Kontrolleure in einem Nachtbus zusammengeschlagen. Sie hatten gegen 3.50 Uhr den Bus der Linie N 16 an der Haltestelle Carl-Spitteler-Strasse in Witikon bestiegen, um ins Stadtzentrum zu fahren.

Zwei Mitarbeiter einer privaten Sicherheitsfirma, die im Auftrag der VBZ Billette kontrollierten, verlangten ihre Fahrausweise. Da begannen die Jugendlichen die beiden Kontrolleure zuerst verbal und dann physisch zu attackieren. Einer der jungen Männer schlug mit der Faust zu, seine Kollegen wurden ebenfalls handgreiflich. Die Opfer erlitten Rissquetschwunden, Beulen und Prellungen. Einem der Kontrolleure stahlen die Täter die Jacke samt Mobiltelefon. Da der Bus noch immer an der Haltestelle stand, konnten die Jugendlichen vorerst flüchten.

Kameras filmten die Täter

Die alarmierte Stadtpolizei leitete sofort eine Fahndung ein und konnte fünf Beteiligte verhaften. Dabei handelte es sich um vier Schweizer und einen Brasilianer. Drei sind bereits über 18-jährig und wurden der Staatsanwaltschaft zugeführt. Um die beiden 17-Jährigen kümmert sich die Jugendanwaltschaft. Nach den anderen Beteiligten wird weiter gefahndet. Eine grosse Hilfe sind dabei die Aufnahmen der in den Bussen installierten Videokameras. Die Stadtpolizei wertet nun diese Bilder aus und sucht Zeugen (044 411 71 17).

Laut VBZ-Sprecher Andreas Uhl kommt es immer wieder zu tätlichen Übergriffen auf Kontrolleure. «Auch wir spüren die zunehmende Gewaltbereitschaft – vor allem in der Nacht.» Die VBZ würden darum vermehrt Schwerpunktkontrollen durchführen und sich dabei von der Stadtpolizei schützen lassen. Auch Polizeisprecher Marco Cortesi spricht von mehr Gewalt gegenüber Personen im öffentlichen Dienst. Jüngst meldete Schutz & Rettung Zürich, dass es durchschnittlich einmal pro Tag zu einem verbalen oder tätlichen Angriff auf ihre Rettungssanitäter komme. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 30.05.2010, 13:01 Uhr

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