Kampf um die freie Fahrt
Von Tina Fassbind. Aktualisiert am 19.01.2012 80 Kommentare
Die Haldenstrasse im Kreis 3
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Die Haldenstrasse macht Sorgen – sowohl den Anwohnern als auch der Stadt. Gemäss einer Mitteilung des Tiefbauamts passieren rund 4500 Fahrzeuge täglich die Quartierstrasse, die quer durch Wiedikon führt. Die Hälfte davon sind Autofahrer, die die Haldenstrasse als Schleichweg zwischen der Birmensdorfer- und der Uetlibergstrasse nutzen, um nicht über den Manesseplatz oder die Schmiede Wiedikon zu fahren.
Am 3. Oktober 2011 hat das Tiefbauamt die Notbremse gezogen. Zumindest vorübergehend. Mit zwei Barrieren, die von Montag bis Freitag jeweils zwischen 6 und 9 Uhr respektive 15 und 19 Uhr geschlossen sind, wird dem Transitverkehr ein Riegel vorgeschoben. Die Massnahme ist bis Ende Februar 2012 befristet. Dann werden die Barrieren wieder entfernt und der Verkehr kann frei fliessen.
Grund genug für die Betroffenen, bereits jetzt Unterschriften zu sammeln – und das sowohl für als auch gegen eine Beibehaltung der Sperrzeiten. Auf der einen Seite kämpft die IG Freie Zufahrt Haldenstrasse gegen die Beschneidung der «Entscheidungs- und Bewegungsfreiheit» durch die Barrieren. Auf der anderen Seite macht die IG Haldenstrasse für eine «höhere Lebensqualität in der Quartierstrasse» und ein Stopp des Durchgangsverkehrs mobil.
300 Personen wollen die Teilsperrung beibehalten
«Unsere Unterschriftensammlung läuft noch bis zum 18. Februar. Dann wollen wir sie der zuständigen Behörde übergeben», erklärt Eva Weber von der IG Haldenstrasse gegenüber Tagesanzeiger.ch. Bisher wurde die Petition von rund 300 Personen unterzeichnet. Die Unterschriftensammlung der IG Freie Zufahrt Haldenstrasse hat erst begonnen. Es liegen noch keine Zahlen vor.
Das Tiefbauamt der Stadt Zürich hat seinerseits Fragebogen an die Anwohner verschickt, in denen sie sich zur Teilsperrung der Quartierstrasse äussern konnten. Die Rücksendefrist ist Ende 2011 abgelaufen. «Wir bekommen aber täglich im Schnitt noch einen Fragebogen zurück, den wir in die Auswertung mit einbeziehen», erklärt Mediensprecher Stefan Hackh auf Anfrage. Die Fragebogen werden nun zusammen mit dem Bericht eines privaten Planungsbüros zum Monitoring der Versuchsanordnung an der Haldenstrasse bis Ende Februar ausgewertet.
Parallel dazu stehe die Stadt mit den beiden IG in Verbindung, so Hackh weiter. Erste Gespräche, in denen die Vertreter ihre Anliegen darlegen können, sind bereits geplant. «Zurzeit ist vorgesehen, die Interessengemeinschaften vorgängig über die Resultate der Auswertung zu informieren», so Hackh. Erst danach folge der stadtinterne Entscheidungsprozess über eine allfällige definitive Einführung der Sperrung. Die Ergebnisse der Versuchsanordnung werden zusammen mit dem Entscheid der Stadt in einer Informationsveranstaltung präsentiert. «Spätestens im Sommer werden wir informieren», betont Hackh.
Aktionen in Planung
Die IG Haldenstrasse will aber nicht bis im Sommer warten. «Wenn es keine weitere Sperrung durch die Stadt gibt, dann wollen wir mit verschiedenen Aktionen auf die problematische Situation hinweisen», erklärt Eva Weber. Geplant sei ein Strassenfest und das Aufstellen von Plakaten auf privatem Grund. «Wir werden auf jeden Fall für eine Verbesserung der Verkehrssituation an der Haldenstrasse weiterkämpfen und nicht lockerlassen.»
Zumindest in einem Punkt sind sich die beiden gegnerischen Interessengemeinschaften einig: Vor allem die Sicherheit der Kinder muss auf der Haldenstrasse verbessert werden. Ab März will die IG Haldenstrasse deshalb einen Lotsendienst für die Schulkinder einführen. «Schön wäre es, wenn die Stadt wenigstens eine Ampel beim Fussgängerstreifen zur Siedlung Binzallee aufstellen würde. Dort leben viele Familien mit Kindern und es gibt dort mehrere Horte, Kindergärten und Spielgruppen.»
Diese Meinung teilt auch die IG Freie Zufahrt Haldenstrasse. «Ampeln bei den Fussgängerstreifen wären eine gute Lösung», so IG-Mitglied Peter Metzinger. Auch das Aufstellen von Blitzkästen oder eine Sperrung der Strasse – mit Ausnahmebewilligungen für Anwohner und Zulieferer – wären gemäss Metzinger gangbare Wege. «Wir sind keine Autofanatiker. Aber wir wollen keine Barrikaden auf unserer Strasse. Wir wollen uns frei bewegen können.» (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 19.01.2012, 11:24 Uhr
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80 Kommentare
Hätte man nicht so einen "Seich" sprich "Verengung" rund um das neue Nadelöhr Schmiede Wiedikon gebaut, wäre alles nur halb so schlimm! Der Verkehr an der Birmensdorferstrasse am Morgen (und meistens nun auch während den Bürozeiten) staut sich ja mittlerweile regelmässig fast bis zum Triemli hinauf! Unglaubliche Schickane das! Von den fehlenden Velospuren zwischendurch ganz zu schweigen... Antworten

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