Zürich

Krawalle zwischen Langstrasse und Kaserne

An der Nachdemo am Tag der Arbeit in Zürich kam es beim Helvetiaplatz zu Scharmützeln zwischen Chaoten und der Polizei. Bis am Abend wurden Dutzende Personen verhaftet.

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Video: Simon Eppenberger und Felix Schindler. Für Bilder der Ausschreitungen: Weiterblättern.

   

Ort des Geschehens



Kurze Scharmützel zwischen Autonomen und einer Gruppe Zivilpersonen

Es spielen sich auch einige bizarre Szenen an der Langstrasse ab: Prostiuierte betrachteten das Geschehen von Balkonen aus – und werden von Schaulustigen fotografiert. Ein älterer Herr versuchte, in einem weissen Kombi durch die Langstrasse zu fahren. Gegenüber dem Tagesanzeiger.ch-Reporter sagte er: «Ich will nachhause nach Winterthur, ich habe hier in der Nähe parkiert».

Um 15.30 gerieten plötzlich eine Gruppe ziviler Personen zwischen die Autonomen und lieferten sich mit ihnen eine kurze Schlägerei. Wer die Gruppe kurzgeschorener Zivilisten war, ist unklar. Mutmasslich handelte es sich um Rechtsradikale. Die Scharmützel waren nur von kurzer Dauer. Mindestens ein Autonomer wurde verletzt. Ein Angreifer trat ihm ins Gesicht.

«Die Strasse können sie uns nicht nehmen»

Gegen 15.15 Uhr kündigte eine Aktivistin an: «Die Strasse können sie uns nicht nehmen. Deshalb werden wir jetzt zu politischen Aktionen übergehen.» Derweil streifen sich einige junge Männer Kaputzen über, entrollen rote Fahnen und ziehen Sonnen- oder Schutzbrillen an.

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Die heftigen Auseinandersetzung zwischen der Polizei und Randalierern im Kreis 4 hielten bis in den Abend an. Trotz massivem Einsatz von Tränengas und Wasserwerfern konnten die Einsatzkräfte die Lage lange nicht unter Kontrolle bringen. Während mehreren Stunden tobte eine Strassenschlacht zwischen Lang- und Ankerstrasse. Die Polizei hat 82 Personen verhaftet, 22 davon waren unter 18 Jahren alt . Laut Auskunft der Stadtpolizei erschwerte die grosse Anzahl von Schaulustigen die Polizeiarbeit erheblich.

Sobald sich die «Zuschauer» hinter die Beamten stellten, wurden auch sie mit Tränengas und Gummischrot auf Distanz gehalten. Für Einsatzkräfte war es schwierig, die Krawallbereiten und die Schaulustigen auseinanderzuhalten. Immer neue Gruppen bildeten sich und warfen Flaschen und andere Gegenstände in Richtung Polizei.

Gegen 19 Uhr suchte eine Gruppe von rund zwei Duzend Randalierern Unterschulpf in der Bäckeranlage, die mit hunderten friedlichen Personen bevölkert war. Als die teils vermummten, mehrheitlich Halbwüchsigen den Park betraten, wurden sie lautstark ausgepfiffen.

Flaschenwerfer werden mit Gummischrot beschossen

Um den Helvetiaplatz herum war es ruhiger geworden. Seit 15 Uhr waren die Polizeikräfte voll im Einsatz. Die Langstrasse war mit Scherben und Gummischrot übersäht. Nach 16 Uhr kam es dort zu wilden Auseinandersetzungen. Die Autonomen warfen Knallkörper und Flaschen. Die Polizei antwortete mit massivem Einsatz von Gummischrot und Tränengas.

Demonstranten, die den Einsatzkräften zu nahe kommen, wurden mit Tränengas eingedeckt. Am Helvetiaplatz flogen um 16.30 Uhr wieder Flaschen, die Flaschenwerfer wurden umgehend mit Gummischrot eingedeckt. Dies, kurz nach dem die Situation einigermassen unter Kontrolle zu sein schien. Einige Demonstraten versuchten Polizei und gewaltbereite Chaoten auseinander zu halten, indem sie sich auf die Kreuzung Langstrasse/Stauffacher setzen.

Mehr Schaulustige als Demonstranten

Tausende Leute hielten sich im im Bereich der Langstrasse zwischen Helvetiaplatz und Dienerstrasse auf, rund 400 davon waren vermummte Chaoten, die meisten Personen waren aber Schaulustige. Sie sammelten Gummischrot vom Boden auf, filmten die Krawalle mit ihren Mobiltelefonen und scheinen sich über die wüsten Szenen zu amüsieren.

«Bisher wurden drei jüngere Männer verhaftet, zwei wegen Brandstiftung, einer wegen Werfen von Gegenständen. Die Polizei hat die Situation soweit unter Kontrolle», sagte der Medienchef der Stadtpolizei Marco Cortesi um 16 Uhr gegenüber Tagesanzeiger.ch. Nach seinen ersten Erknenntnissen sei es bis zu diesem Zeitpunkt zu keinen wesentlichen Sachbeschädigungen gekommen.

Erste Festnahmen um 15.45 Uhr

Gegen 16 Uhr befanden sich einige hundert Personen auf der Langstrasse und lieferten sich Scharmützel mit der Polizei. Einsatztruppen in Kampfmontour stürmten vom Helvetiaplatz die Langstrasse herunter und trieben die Chaoten auseinander. Immer wieder knallten Gummischrotgewehre. Die Stimmung ist seit Beginn der Ausschreitungen um 15.15 Uhr agressiv, immer wieder gingen Container in Flammen auf. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 01.05.2009, 20:53 Uhr

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