Keine Kuchen zur Tea-Time

Vor einer Woche feierte das Café Felix am Zürcher Bellevue Eröffnung – und bereits muss es früher schliessen. Das Lokal wird geradezu überrannt. Die Patissiers können mit dem grossen Hunger der Gäste nicht mithalten.

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Eigentlich trieb die Lust auf ein leckeres Stück Schokoladenkuchen die Kundin am Mittwochabend ins neu eröffnete Café Felix am Bellevue. Doch bereits am Eingang wird ihr klar: Da war jemand schneller. In der Kuchenvitrine herrscht gähnende Leere. Nur noch ein paar einsame Pfirsichtörtchen und vereinzelte Backwaren warten auf hungrige Gäste. Sonst ist alles weg.

Seit zwölf Stunden auf den Beinen

«Wir machen heute schon um 20.30 Uhr zu», sagt eine Dame vom Servicepersonal. «Eigentlich hätten wir heute bis 23 Uhr geöffnet, aber es ist bereits alles verkauft.» Die Patissiers sind einfach nicht schnell genug für die zahlreichen Gäste. Und auch das Servicepersonal läuft am Limit: «Ich bin schon seit heute Morgen acht Uhr nonstop auf den Beiden. Getrunken habe ich nichts, weil ich gar nicht dazu komme, auf die Toilette zu gehen», meint die Serviertochter. Trotzdem bringt sie auch nach fast zwölf Stunden Service die heisse Schokolade mit einem Lächeln an den Tisch, das selbst den strahlenden Goldengelchen an den Wänden des Cafés Konkurrenz macht.

Von Gästen «förmlich überrollt»

Alle geben ihr Bestes, aber mit einem solchen Ansturm hat niemand gerechnet. «Wir werden förmlich überrollt. Das übersteigt unsere Kapazitäten», sagt Geschäftsführer Felix Daetwyler in einem Gespräch mit dem «Tages-Anzeiger». Pro Tag würden einige Hundert Kuchen verkauft und die Backstube sei 24 Stunden in Betrieb. Trotzdem muss Daetwyler zugeben, dass er zu wenig Personal hat. «Wir stellen noch mindestens zehn Personen ein», verspricht er.

Streikt der Warenlift, müssen die Füsse mehr leisten

Ein grosses Problem sei auch der Lift zum Geschirrkeller. «Wenn der überlastet ist, wird er heiss und bleibt stehen. Für dieses Problem können wir nichts. Gibt es einen Stau, haben wir weder im Erd- noch im Obergeschoss Geschirr.» In solchen Fällen müssten halt Hände und Füsse mehr leisten.

Felix Daetwyler verspricht Besserung und fordert die Gäste auf, sich direkt bei ihm zu melden, wenn sie mit dem Service nicht zufrieden sein sollten. «Ich kümmere mich um alle und werde versuchen, die bestmögliche Lösung zu finden.» Vorerst ist allerdings noch viel Geduld gefordert und wer Lust auf Schokoladenkuchen hat, muss sich einfach etwas früher einen Platz im Café Felix ergattern. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 18.09.2008, 15:09 Uhr

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