Kenianer dominieren Silvesterlauf

Beste Schweizer am Zürcher Silvesterlauf waren Fabienne Schlumpf (3.) sowie Mario Bächtiger (6.). Die Triathlon-Olympiasiegerin Nicola Spirig und Christian Kreienbühl sicherten sich den Gesamtsieg im Post-Cup.

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Nicola Spirig und Sabine Fischer waren vor dem fünften und letzten Wettkampf der bedeutendsten Schweizer Strassenlauf-Serie, dem Post-Cup, nur durch zwei Punkte getrennt gewesen, weshalb sich die Ausgangslage äusserst spannend präsentierte. Im Rennen war dann aber rasch zu sehen, dass die 40-jährige Fischer nicht den besten Tag erwischte. Dies entging auch Spirig nicht: «Ich wollte zuerst einmal hinter Sabine herrennen und warten. Dann hatte ich aber das Gefühl, dass sie heute nicht topfit ist und bin nach vorne zu den Kenianerinnen gelaufen, um zu schauen, was passiert. Für mich ging es heute vor allem darum, den Post-Cup zu gewinnen.»

Dies gelang ihr auf souveräne Art und Weise, erreichte sie doch 17 Sekunden vor Fischer als Gesamtvierte das Ziel. Der Sieg im Post-Cup hatte für die Zürcher Unterländerin allerdings trotz eines Siegerchecks von 7000 Franken nicht absolute Priorität, sonst wäre sie am Vortag nicht auch noch beim Weihnachtslauf in Sion gestartet – dort belegte sie Rang 3. «Es ist aber aufgegangen», so Spirig. Für Trainingszwecke sei es super gewesen, zwei solch harte Reize zu setzen an diesem Wochenende. Darum habe sie es gemacht.

Nächster Halt Europameisterschaften

Spirigs nächstes grosses Ziel sind die Leichtathletik-Europameisterschaften im kommenden August in Zürich. Welche Distanz sie dort läuft, ist nach wie vor offen. «Es wird aber eher richtig 10'000 m oder Marathon gehen.» Zuerst einmal wird sie nun mit ihrem Trainer eine Standortbestimmung vornehmen. Es könne aber immer noch eine Richtungsänderung geben, wenn sie merke, dass sie für das Rennen über 10'000 m nicht schnell genug sei oder sie für den Marathon im Training nicht die nötigen Distanzen laufen könne, sagte Spirig. «Mein Vorteil ist, dass ich flexibel bin.»

Fischer war im Ziel selbstredend enttäuscht. Zwei Wochen zuvor hatte sie Spirig am Basler Stadtlauf noch um 13 Sekunden distanziert. Am Silvesterlauf konnte die Glarnerin allerdings ersten Meter an nicht richtig atmen, da sie ziemlich erkältet war. «Ich habe gekämpft, es war heute aber nicht mein Tag. Das gibt es halt auch», erklärte Fischer. Mit etwas Abstand werde sie aber sicher zufrieden sein mit den Leistungen in den diesjährigen Strassenläufen. Dies kann sie auch, hat sie doch das Trainingspensum aus beruflichen Gründen deutlich reduziert. Normalerweise läuft sie in dieser Zeit 100 bis 120 km pro Woche, nun kann sie froh sein, wenn es 70 km sind.

Schlumpf beste Schweizerin

Den Tagessieg im Post-Cup sicherte sich die Steeple-Läuferin Fabienne Schlumpf, die sich nur den Kenianerinnen Cynthia Kosgei und Jane Muia geschlagen geben musste. Die 23-jährige Zürcher Oberländerin führte das 6,6 km lange Rennen lange Zeit gar an. Am Ende verlor sie bloss vier Sekunden auf Kosgei, die zum zweiten Mal in Folge am Zürcher Silvesterlauf triumphierte. Schlumpf: «Ich bin sehr zufrieden. Ich wollte einfach mein Tempo laufen.»

Bei den Männern hatte Kreienbühl schon vor dem Start so gut wie sicher als Gesamtsieger im Post-Cup festgestanden. Und der WM-Teilnehmer im Marathon liess als viertbester Schweizer nichts mehr anbrennen. «Das war ein grosses Ziel von mir», sagte Kreienbühl. Die Schwierigkeit sei, dass man fünf Läufe gut sein müsse. Kreienbühl distanzierte Bächtiger, der sich in der Gesamtwertung vom 4. auf den 2. Platz verbesserte, um 11 Punkte. Bächtiger setzte sich wie schon in Bulle und Basel gegen die nationale Konkurrenz durch - die ersten beiden Rennen des Post-Cup hatte er ausgelassen.

Vor Bächtiger klassierten sich vier Afrikaner und der Weissrusse Maksim Pankratau. Den Sieg sicherte sich wie im Vorjahr der Kenianer Patrick Ereng, der schon in Bulle siegreich gewesen war.

Zürcher Silvesterlauf. Post-Cup. Männer (9 km): 1. Patrick Ereng (Ken) 26:12. 2. Abraham Kipyatich (Ken) 0:05. 3. Bernard Matheka (Ken) 0:11. - Ferner: 6. (1. Post-Cup) Mario Bächtiger (Eschenbach SG) 0:32. 7. (2.) Adrian Lehmann (Langenthal) 0:41. 9. (3.) Matthias Kyburz (Möhlin) 0:52. 10. (4.) Christian Kreienbühl (Rüti ZH) 0:54. 11. (5.) Marco Kern (Schaffhausen) 0:56. 12. (6.) Rolf Rüfenacht (Fribourg) 1:05.

Frauen (6,6 km): 1. Cynthia Kosgei (Ken) 21:33. 2. Jane Muia (Ken) 0,1. 3. (1. Post-Cup) Fabienne Schlumpf (Wetzikon ZH) 0:04. 4. (2.) Nicola Spirig (Bachenbülach) 0:13. Ferner: 6. (3.) Sabine Fischer (Glarus) 0:30. 7. (4.) Martina Strähl (Oekingen) 0:41. 9. (5.) Astrid Leutert (Uttigen) 0:52. 10. (6.) Valérie Lehmann (Liebefeld) 0:57.

Post-Cup. Schlussklassement (5/5). Männer: 1. Kreienbühl 111. 2. Bächtiger 100. 3. Andreas Kempf (Heitenried) 89. 4. Kern 87. 5. Lehmann 80. 6. Kyburz 69. - Frauen: 1. Spirig 105. 2. Fischer 99. 3. Ursula Spielmann-Jeitziner (Spiez) und Leutert je 81. 5. Lisa Kurmann (Winterthur) 78. 6. Schlumpf 67. (rub/sda)

Erstellt: 15.12.2013, 21:58 Uhr

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