Kinderfotos, Ibiza-Reisen oder 5000 Franken bar auf die Hand
Von Christoph Landolt. Aktualisiert am 29.07.2010 37 Kommentare
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Die 3,5-Zimmer-Wohnung kostete 1800 Franken – «Nichts Spezielles», wie sich der Liegenschaftsverwalter erinnert. Neben Dutzenden von normalen schriftlichen Bewerbungen erreichte den Treuhänder, der lieber ungenannt bleiben will, auch ein Anruf aus Hamburg. «Ich benötige diese Wohnung», habe ihm der Anrufer mitgeteilt, und mit 3000 Franken in bar gewinkt. Als er ihm beschieden habe, dass das so nicht gehe, habe der Deutsche sein Angebot nicht zurückgezogen – sondern auf 1000 Franken reduziert.
Keiner der angefragten Liegenschaftsverwalter würde zugeben, sich bei der Wohnungsvergabe von Geldgeschenken locken zu lassen. Erlebt haben solche Schmiergeldangebote jedoch alle schon. Hans Barandun, Leiter der Liegenschaftsverwaltung des Hauseigentümerverbands, hat schon alles Mögliche angeboten bekommen, vom Schreibset im Lederetui über LED-Taschenlampen bis hin zu 5000 Franken bar auf die Hand. «Ein Bewerber hat uns zwei Wochen in seinem Ferienhaus im Tessin versprochen, ein anderer eine Reise nach Ibiza.»
Glace, Kinderfotos
Darauf eingegangen ist Barandun nie, eine strikte Weisung verbietet dies. «Wir würden uns erpressbar machen.» Dass Private das Geld einstecken, hält er jedoch für sehr wahrscheinlich. Angenommen hat Barandun jedoch schon ein kleineres Geschenk, das im Büro des HEV abgegeben wurde. «Die 20 Magnum-Glaces wären sonst geschmolzen.»
Laut Markus Steiner, Geschäftsleiter von Barrier Immobilien AG, machen die Mieter vor allem bei Wohnungen auf Stadtgebiet viel Druck. Auffällig sei, dass viele Interessenten Bewerbungen einschickten, die professioneller und aufwendiger als Personaldossiers seien. «Wir haben schon eigentliche Familiengeschichten zugeschickt bekommen, mit Fotos von den Kindern.»
Herzchensticker, Red Bull, Nötchen im Couvert
Auf die emotionale Karte setzte auch jene Familie, die Ramona Vogel von Halter Immobilien am Arbeitsplatz überraschte. «Die kamen zu sechst und haben sich einzeln vorgestellt – dabei ging es um eine Einzimmerwohnung für den Sohn.» Ein anderer Bewerber besichtigte in der Grossüberbauung Limmat West an der Hardturmstrasse drei Mietobjekte. In zwei davon habe er sich «sofort verliebt», meinte der Mann – und markierte die Wohnungen mit Klebeherzchen.
Von grösseren und kleineren Zuwendungen kann auch Vogel ein Lied singen. Schoggi und Blumensträusse seien fast Alltag, auch eine Eistorte wurde schon abgegeben. Eher in die Kategorie skurril gehörte auch ein Six-Pack Red Bull, das ins Büro gebracht wurde. Einmal sei einem Bewerbungsschreiben auch eine Hunderternote beigelegt gewesen, erzählt Vogel. «Wir haben das ganze Couvert sofort retourniert.» (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 29.07.2010, 12:24 Uhr
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37 Kommentare
Herr Küng: Ich stimme Ihnen zu, dass es auch früher immer wieder Perioden gab,wo wir hier in Zürich eine Wohnungsknappheit hatten.Allerdings kann ich mich als Alt-Zürcher an eine derartige Wohungsverknappung nicht errinnern.Dazu kommt, dass wir früher (z.B. 1960) ca. 5 Mio Einwohner hatten und jetzt eben 8 Mio!In den letzten 2 Jahren sind neu 200000 Personen zugewandert wegen der PFZ!Konklusion? Antworten
Liebe Zürcher, als unsere Familie in die Schweiz geholt wurde (von einem CH-Unternehmen) wohnten in Zürich 450k. (1960) ca. 70k MEHR als heute. 1980 suchten wir eine grössere Wohnung: Bevölkertungsstand: 360k also 90k weniger. Die Erfahrungen waren die gleichen wie im Artikel beschrieben. Wir nach Adliswil gezogen und seither in 10 Minuten in der Stadt wenn nötig. Damals gab es keine PFZ. Antworten
Die Wohnungssituation in Zürich war früher auch nicht besser. 1982 zog ich von Luzern nach Zürich. Damals musste ich für eine sehr laute 2 Zimmer Wohnung 1'500 Franken Miete zahlen. 2 Jahre später zog ich nach Baselland. Dort gabs für das selbe Geld eine komfortable 4 1/2 Zimmer Wohnung und erst noch die ersten 2 Monate gratis! Antworten
@Tigri Natürlich hat Zuwanderung einen erheblichen Einfluss auf den Wohnungsmarkt. Menschen sind schnell da, Wohnungen nicht schnell gebaut. Da die Bevölkerung ohne Zuwanderer laufen gesunken wäre, kann man annehmen, dass wohnen heute billiger wäre, als vor 40 Jahren und die Löhne höher. Doch, so Annahmen kann man schon treffen. Antworten
Gehen Sie mal nach Genf, da ist es viel schlimmer. Eine Bekannte musste 50 Whg besichtigen, sich bei 35 einchreiben und hat die 36. Whg bekommen. Ein anderer Bekannter hat zwei Extra-Monatsmieten im Umschlag mitgegracht, sonst hätte er die 4500 CHF teure Wohnung nicht bekommen. Ich selbst bin auf ein Angebot von 120 CHF Einschreibegebühr nur für die Wohnungsbesichtungs-Liste nicht eingegangen. Antworten
@Herr Franzen: erstens ist dieser "das boot ist voll"-Klamauk nun wirklich langsam durch und zweitens werden auch sie früher oder später noch froh um diese Leute sein. Was denken sie, wer sie verarztet? wer wird sie im Pflegheim betreuen? wer putzt die Züge und die Toiletten? alles strebsame, brave schweizerli? Seien sie dankbar, gibt es leute, die drecksjobs machen. Antworten
Schon Ende 80er gabs in ZH Wohnungsnot, das hat wenig mit PFZ zu tun aber viel mit Gier der Immobesitzer: Es ist lukrativer Büros zu vermieten, so wurden viele Wohnungen umgenutzt. Die Preise werden durch Spkulanten und gierige Hauseigentümer hochgejagt! Also lasst Euch nicht von denen un ihren SVP Freunden was Anderes aufschwatzen. Antworten
Bei mir kämen all die dreisten Bestechungsversucher ganz automatisch auf die Beige der Absagen. Dass es sowohl unter Ausländern wie Einheimischen Dreiste gibt, ist aber genauso klar wie die Tatsache, dass die Schweiz dank Kuschelsozialpolitik schon jetzt 2 Mio Einwohner zu viel hat. Antworten
Wenn ich 80% aus dem Home-Office arbeiten könnte, würde ich sofort ins Bünderland oder in den Thurgau ziehen. No questions. Vorausgesetzt es gibt da DSL5000 aufwärts. Leider besteht der Chef auf physischer Anwesenheit. Also verknappe ich hier den Wohnraum... Antworten
@Patrick Tigri: Ich bin noch nicht SVP Waehler, aber wohl bald, wenn das so weitergeht. Natuerlich ist jeder der einen Zusammenhang zwischen der Masseneinwanderung (die wohl selbst sie nicht leugnen koennen) und der Wohnungsnot herstellt, ein wenig dumm im Kopf oder ein Auslaenderfeind, gell Herr Tigri. Genau diese Ignoranz treibt alle in die rechte Ecke. Weil nicht sein kann, was nicht sein darf Antworten
Herr Tigri:Nein,es ist sehr einfach.Wir haben es mit einem Markt zu tun,wo Angebot und Nachfrage den Preis (=die Miete) bestimmt.Das Angebot sind die Wohnungen,die zur Vermietung vorhanden sind z.B. 1000 Einheiten pro Jahr. Die Nachfrage sind die Personen,die eine Wohnung haben möchten.Das sind dank der PFZ z.B.5000 Personen,die z.B. 3000 Wohnungen möchten.Verhältnis von1:3,ergo die Mieten steigen Antworten
Herr Tigri:Nein,es ist sehr einfach.Wir haben es mit einem Markt zu tun,wo Angebot und Nachfrage den Preis (=die Miete) bestimmt.Das Angebot sind die Wohnungen,die zur Vermietung vorhanden sind z.B. 1000 Einheiten pro Jahr. Die Nachfrage sind die Personen,die eine Wohnung haben möchten.Das sind dank der PFZ z.B.5000 Personen,die z.B. 3000 Wohnungen möchten.Verhältnis von1:3,ergo die Mieten steigen Antworten
Diese anhaltende Serie über die Missstände bei der Wohnungssuche in Zürich wirkt langsam anstregend trotz Ihrem offensichtlichen Unterhaltungswert. Wie wäre es wenn jemand von TA mal recherchiert und untersucht wer, wann welche politischen Fehlentscheidungen zu verantworten hat die zu dieser Wohnungsknappheit geführt hat. Dies wäre auf jeden Fall informativer als das Umschreiben von Kommentaren. Antworten
Das Argument von wegen Personenfreizügigkeit kommt so sicher bei dieser leiden Diskusion wie es falsch ist. Ein Blich auf die Statistik zeigt, dass die Stadt Zürich in den 60er Jahren knapp 50'000 mehr Einwohner hatte. Der Unterschied liegt einzig in der Nutzung des Wohnraums. Viel Wohnraum der früher noch für 5-Köpfige Familien gereicht hat, wird von wohlhabenden singlehaushalten absorbiert, Antworten
@Vincenzo Porta: meinen Sie das mit dem Rationieren ernst? Wollen Sie die Leute in den grosszügigen Villen am Züriberg enteignen? Es gibt dort auch Villen, die gemietet wurden und mehrere Monate im Jahr lee stehen. Bisher gilt in der CH Marktwirtschaft: Die Mieten steigen in der Stadt, so werden die Leute dazu "gezwungen" ausserhalb zu wohnen. Antworten
@Yavor Vassilev: Vielleicht war Herr Franzen schon mal in Paris oder Tokyo. Und gerade deshalb könnte er uns vor solchen Verhältnissen warnen. Oder wollen Sie ernsthaft bestreiten, dass es zwischen der Personenfreizügigkeit und der zunehmenden Wohnungsnot einen Zusammenhang gibt? Antworten
Ich habe schon verschiedentlich günstige Wohnungen in Zürich vermietet. Beim ersten Mal schrieb ich die Wohnung aus und gab den Termin der Besichtigung an. DasTram fuhr am Haus vorbei und ich dachte es fände ein Konzert in der Nähe statt. Als ich zur Liegenschaft kam, merkte ich, dass die Menschenmenge die Wohnung sehen wollte. Als ich zur Wohnung wollte, packten Einige mich:"Stell dich hinten an" Antworten
Es gibt auch die deren Mieter genau in deren Weltanschauung passen sollten oder die richtige Religionszugehörigkeit haben müssen, dazu noch vorschreiben ob man ein Hamster oder Fretchen halten darf. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen das es von Nachteil ist wer bei der Besichtitgung mit einem Motorrad oder Auto mit grossem Motor erscheint. Das bezahlen von Backshish sehe ich als kleineres Übel Antworten
Vor 22 Jahren gab es noch keine Personenfreizügigkeit. Die damalige Wohnungssuche in der Stadt Zürich gestaltete sich ähnlich. Es gab kaum freie, bezahlbare Wohnungen. Im Übrigen haben sich die Preise seit damals auch nicht wesentlich geändert (1800 Franken, 3 Zimmer-Wohnung ohne jeglichen Komfort, Kreis 3, sehr laute Lage) Antworten
auch wenn es viele nicht wahrhaben wollen. es hat doch mit der personenfreizügigkeit zu tun. wer sitzt in den liegenschaftsverwaltungen? oft leute aus dem norden. und an wen vergeben sie eher die wohungen? genau auch aus den leuten aus dem norden. dasselbe bei den jobs. in den hr sitzen leute aus dem norden und die vergeben die jobs eher an leute aus dem norden. alles klar? bin nicht bei der svp Antworten
Das sind ja krasse Zustände! Wusste nicht dass es so schlimm ist! Nur würde ich gerne wissen was so toll daran ist in Zürich zu wohnen, dass man solche Mühen auf sich nimmt? Von etwas ausserhalb ist man mit der Bahn ja schnell in der Stadt. Ich wohne auf dem Land: neu renovierte 4.5Zi Wohnung mit 2 Balkonen, Garage und Kellerabteil für 1550 Fr. inkl. NK. War der einzige Interessent. Antworten
@porta.Ihr Kommentar entbehrt jeder Grundlage. Zusammenrücken müssen in erster Linie diejenigen mit mittleren und tiefen Einkommen. Im Bündnerland werden Liegenschaften teilweise weit über dem Preisniveau von Zürich angeboten - auch dort hat es zuwenig bezahlbare Wohnmöglichkeiten für Einheimische. Das Raumplanungsgesetz muss gelockert oder die Zuwanderung beschränkt werden. Antworten
Herr Vassilev: Wir Schweizer sind nun einmal gewohnt an ein ökologisch intaktes Land. Ich bin in der ganzen Welt herumgereist und habe ein Jahr in New York gelebt. Wir brauchen diese Megastädte nicht hier.Wer gerne in solchen Megacities leben will, kann ja hingehen, um dort zu leben. Die meisten Schweizer kämen gerne zurück. Ein Vergleich mit Tokyo usw. ist unsinnig und auch nicht anzustreben Antworten
@Vassilev u. Tigri: Fact ist aber, dass wir diese Probleme genau seit dann haben. Was die CH braucht ist ein hochspezialisiertes, nachhaltiges Wachstum - auf ihre Grösse zugeschnitten. Aber sicher nicht ein Masseneinwanderungs-Spektakel. Und verschonenen sie mich mit Vergleichen aus dem Ausland. Wir sehen ja gut wie weit es beispielsweise die EU gebracht hat. Antworten
Liberalisierung funktioniert halt eben doch nicht. Vorallem dann nicht wenn diese auch auf Soziale Bereiche ausgedehnt wird. Ohne Umverteilungssysteme kann so oder so keine moderne Gesellschaft existieren ohne grosse Teile der Menschen an den Rand zu drücken. Zwischen dem Starken und Schwachen, dem Armen und Reichen, dem Herrn und Diener sind es Gesetze die befreien und Freiheit die unterdrückt. Antworten
@hans franzen Wir müssen uns einfach bewusst sein, dass die bilateralen Verträge nur mit Personenfreizügigkeit zu haben sind. Der Druck auf die Stadt Zürich ist so gross, weil die Wirtschaft da so gut lief und viele Leute in der Stadt arbeiten. Ob das Schweizer, oder Ausländer sind, ändert da nicht viel. Antworten
Jaja, obwohl überhaupt nicht von Ausländern und Personenfreizügigkeit die Rede ist, obwohl gar nicht bekannt ist, wie die Sache denn aussähe ohne Ausländer, kommt natürlich sofort der obligatorische Seitenhieb. Es ist alles, wirklich alles, viel komplizierter als es die SVP (die Partei der Simplifizierenden, Vereinfachenden Populisten) so darstellt, Herr Franzen. Antworten
Wann begreifen die Politiker endlich, dass der Wohnraum in einer engen Stadt wie Zürich rationiert werden muss? Wer viel Platz benötigt, soll dahin, wo es Platz hat: Im Bündnerland und im Tessin sind ganze Täler leer. Für alle andern gilt: Zusammenrücken! Antworten
Ich kenne Personen,die mit besonderen " Zulagen" zu einer Wohnung gekommen sind.Bei dieser Wohnungsnot in der Stadt Zürich und Umgebung ist es sehr,sehr schwierig eine Wohnung zu finden.Solange die Nachfrage nach Wohnungen durch die Masseneinwanderung wegen der Personenfreizügigkeit rasant zunimmt und das Angebot nicht entsprechend erhöht wird, werden die Mieten logischerweise weiter steigen! Antworten
Es ist doch einfach eine Frechheit. Seit dieser Personenfreizügigkeit füllt sich die CH mit Leuten auf wie nur etwas. Die ganze Lebensqualität leidet extrem unter diesem massiven Bevölkerungswachstum. Aber eben, die Politiker sind nach wie vor willens der Wirtschaft alles aufzuopfern. Wenn das so weitergeht platzt die CH in ein paar Jahren aus allen Nähten! Antworten
Dass Behörden sich nicht bestechen lassen dürfen ist klar; das würde die Rechtsordnung verletzen, aber was ist hier genau das Problem? Dies sind private Anbieter, und private Nachfrager, und somit entsteht durch Marktwirkung einen höheren Preis; ob das mit Geld/Geschenke im Voraus, oder dauernd durch eine höhere Miete, passiert finde ich einen nicht-relevanten Unterschied. Antworten






sepp stirnimann
1964 war die gleiche Situation mit Wohnungen. Ein Grafiker meinte ich müsse hinten bei den Todesanzeigen suchen, das bringe Erfolg. Tatsächlich war es dann so -. Zwar weil meiner Schwägerin, die Mutter starb. Leider starb der Grafiker paar Tage zuvor - . Antworten