Zürich

Kirchenaustritte wegen Occupy-Bewegung

Von Lucienne-Camille Vaudan. Aktualisiert am 16.11.2011 180 Kommentare

Weil die Zürcher Occupy-Bewegung von der Kirche St. Jakob aufgenommen wurde, treten einige Reformierte aus der Kirche aus.

«Wir haben mit Reaktionen gerechnet», sagt die Pfarrerin Verena Mühlenthaler: Die Occupy-Aktivisten stellen ihr Camp auf dem Vorplatz der Kirche St. Jakob auf.

«Wir haben mit Reaktionen gerechnet», sagt die Pfarrerin Verena Mühlenthaler: Die Occupy-Aktivisten stellen ihr Camp auf dem Vorplatz der Kirche St. Jakob auf.
Bild: Retoo Oeschger

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Die Geschichte der Occupy-Bewegung in Zürich

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Was sich nach dem Vorbild von Occupy Wall Street 2011 am Paradeplatz und im Lindenhof abspielte.

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Nicht alle begrüssten das Engagement des Offenen St. Jakobs für die Occupy-Bewegung. Gemäss der Pfarrerin Verena Mühlenthaler haben seit gestern einige Leute ihren Austritt aus der Kirche bekannt gegeben. Auch manche Kommentarschreiber auf Tagesanzeiger.ch/Newsnet kündigen an, aus Protest gegen die Aufnahme der Occupy-Aktivisten der Kirche den Rücken zu kehren.

Der prominenteste Kirchenaustreter ist Roger Liebi, Präsident der Stadtzürcher SVP. «In den letzten Jahren hat sich einiges angestaut, die Aufnahme der Occupy-Bewegung brachte das Fass zum Überlaufen», erklärt Liebi seinen Austritt aus der reformierten Kirche.

«Politik den Parteien überlassen»

Die Haltung der Kirche sei sehr parteiisch, das habe sich schon bei der Minarett- und der Ausschaffungsinitiative gezeigt. «Ich vermisse die Trennung von Religion und Politik. Die Kirche sollte das politische Engagement ihren Vertretern wie CVP und EVP überlassen.» Für die Anliegen der Occupy-Aktivisten hat er kein Verständnis: «Wenn die Leute wenigstens etwas machen würden. Aber ich sehe da kein konstruktives Engagement.»

Dem widerspricht Verena Mühlenthaler: «Die Aktivisten suchen in zahlreichen Workshops und Sitzungen nach Lösungsvorschlägen für gesellschaftliche Missstände. Als Kirchengemeinde ist es unsere Aufgabe, dies zu unterstützen und vermittelnd zu wirken. Wir verstehen uns als Plattform.» Dabei stützt sich die Pfarrerin auf die Kirchenordnung, welche die einzelnen Gemeinden dazu auffordere, die Ursachen von Leid und Unrecht zu suchen und zu benennen sowie zwischen sich verhärtenden Fronten zu vermitteln. «Das ist Teil unseres Jesusverständnisses. Jesus sagte: ‹Selig, die hungern und dürsten nach der Gerechtigkeit – sie werden gesättigt werden›.»

«Wir haben mit Reaktionen gerechnet. Das muss man halt, wenn man klar Stellung bezieht», kommentiert Verena Mühlenthaler, Pfarrerin des Offenen St. Jakob die Kirchenaustritte. Sie habe aber auch Zuspruch erhalten: «Jemand hat uns gestern Abend gesagt, er trete wegen unseres Engagements wieder der Kirche bei!» Weil die Occupy-Bewegung den Lindenhof verlassen musste, bot die reformierte Kirchgemeinde den Besetzern die Nutzung des Kirchenvorplatzes sowie das Foyer und einen Gemeinschaftsraum an. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 16.11.2011, 11:00 Uhr

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180 Kommentare

Sven Suter

16.11.2011, 11:55 Uhr
Melden 94 Empfehlung

Also wenn jetzt auch noch die Kirche nach der Pfeiffe der SVP tanzen soll, dann ist aber endgültig der Mist geführt. Was bildet sich Liebi eigentlich ein? Ob nun gleicher Meinung mit der Occupy-Bewegung oder nicht, ich freue mich, dass die Kirche ihre Türen für solche Diskussionsplatformen öffnet. DAS ist Demokratie, liebe SVP! Antworten


ivo seiler

16.11.2011, 11:16 Uhr
Melden 90 Empfehlung

eine schande sollte es für alle diejenigen sein die wegen den aktuellen vorkommnissen aus der kirche austreten und bei den pädosexuellen skandalen "geblieben" sind. da sieht man klar, wo bei den meistens bürgerlichen personen die prioritäten liegen. kinder schänden geht klar. aber wehe wenn die banken und der globalisierungswahn gepiesackt werden - sofort austreten! kopfschüttel Antworten



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