Kleine Mädchen auf der Toilette missbraucht

Ein 37-jähriger Schweizer hat sich in kurzer Zeit an sieben Mädchen im Alter von drei bis elf Jahren vergangen. Dafür kassierte er eine Freiheitsstrafe von 30 Monaten unbedingt.

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Der arbeitslose Sanitärmonteur tut sich gleich in doppelter Hinsicht schwer, zu den Tatvorwürfen Stellung zu nehmen. Einerseits ist er seit seinem 22. Lebensjahr bevormundet – wegen Geistesschwäche. Es bereitet ihm augenscheinlich Mühe, komplizierteren Fragen intellektuell zu folgen. Andererseits kann er aber auch sonst nicht erklären, was ihn zu den Taten trieb. So etwas habe er bisher nicht gemacht, sagt er. Vielleicht habe der Marihuana-Konsum enthemmend gewirkt. Tatsächlich geht auch der psychiatrische Gutachter davon aus, dass der Haschkonsum zu «impulsiven Einbrüchen der Selbstkontrolle» führte.

«Ich frage mich, was ich dort suchte»

Zwischen dem 19. und 26. September 2007 hatte sich der 37-Jährige an sechs kleine Mädchen herangemacht. Auf einem Holzzaun vor dem Gebäude der Spielgruppe im Gemeinschaftszentrum Buchegg sitzend, hatte er vor einem vorbeigehenden elfjährigen Mädchen masturbiert. Einen Tag später folgte er gleich zweimal hintereinander einem je dreijährigen Mädchen auf die Toilette. Beiden griff er an beziehungsweise in die Scheide. Vier Tage später tat er das Gleiche bei einem sechsjährigen Mädchen auf der Damentoilette eines Schulhauses im Seefeld. Schliesslich masturbierte er im Zürcher Friesenberg-Quartier vor einem fünf- und einem sechsjährigen Mädchen. Im März zuvor war er auf der Sportanlage Sihlhölzli einem zehnjährigen Mädchen in die Damengarderobe gefolgt. Auch ihr griff er ihr in die Scheide und forderte sie auf, sein Glied in den Mund zu nehmen, was das Mädchen ablehnte.

Der Mann bestreitet die Übergriffe nicht. «Ich frage mich heute noch, was ich dort suchte.» Gegenüber dem Psychiater hatte er gesagt, die Handlungen seien für die Mädchen «sicher nicht gut gewesen». Er wisse aber nicht, was das für sie konkret bedeute. Das könne zum Verlust des Sicherheitsgefühls im Umgang mit Menschen führen, sagt ihm der Gerichtsvorsitzende. «Ja, das ist schon klar», sagt er.

Neben einer ambulanten Therapie fordert die Staatsanwältin eine 36-monatige unbedingte Freiheitsstrafe. Nach Ansicht des Verteidigers ein überrissener Antrag. Er dokumentiert Fälle mit weit gravierenderen Übergriffen, bei denen die Strafen zwischen 8 und 30 Monaten lagen. 15 Monate seien angemessen. Schliesslich sei der 37-Jährige laut Gutachter in leichtem bis mittlerem Grad vermindert schuldfähig gewesen.

«Will wissen, wieso und warum»

«Die Strafen in den erwähnten Fällen scheinen uns zu tief», sagt der Gerichtsvorsitzende, nachdem er das Urteil, 30 Monate unbedingt, verkündet hat. Der Angeklagte sei zwar nicht gewalttätig geworden, die Opfer seien aber «extrem jung» gewesen. Erschwerend komme hinzu, dass die Taten an Orten geschehen seien, «wo sich die Mädchen sicher fühlen konnten». Jetzt sei «ihr Grundvertrauen erschüttert». In der Therapie will der 37-Jährige jetzt «wissen, wieso und warum» es zu den Taten kam. Laut Gutachter waren die Übergriffe nicht Ausdruck einer sexuellen Perversion. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 01.09.2008, 23:54 Uhr

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