Bern

Kleines Glossar zum grossen Saufen

Am Samstag soll das Massenbesäufnis stattfinden. Ein Wörterbuch mit den wichtigsten Begriffen zum geplanten Botellón in Bern.

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Alkohol (Äthanol) ist eine farblose, leichtentzündliche, stechend riechende Flüssigkeit. Ohne Alkohol funktioniert der Botellón (siehe unten) nicht.

Botellón (spanisch: Riesenflasche), Brauch aus Spanien, bei dem sich Jugendliche zum Alkoholkonsum auf öffentlichen Plätzen versammeln und aus grossen Flaschen trinken.

Carlsberg war Hauptsponsor der Euro 08. Ein offizielles Botellón-08-Bier gibt es (bisher) nicht.

Durst ist beim Botellón nebensächlich, hängt aber stark vom Wetter ab.

Euro 08, das grösste Massenbesäufnis, das Bern je erlebt hat, allerdings unter dem Patronat der Uefa und mit Mehrweggeschirr.

Facebook ist eine Website zur Unterhaltung sozialer Netzwerke. Benutzer verfügen über eine Profilseite, auf der sie sich vorstellen. Die Einladung zu Botellones erfolgt bei Facebook.

Gemeingebrauch öffentlichen Grundes: Für die Durchführung des Botellón wäre eine Bewilligung nötig, wenn der Anlass auf öffentlichem Grund stattfinden soll. Bisher ist kein Gesuch eingegangen.

Holländische Fans haben an der Euro 08 gezeigt, dass geordnetes Massensaufen möglich ist.

Imhof, Kurt. Professor für Soziologie, Uni Zürich: «Jugendliche, macht Massenbesäufnisse! Es gibt Dümmeres!» («Tages-Anzeiger», 20. August 2008).

Ja zum Botellón gesagt hat die Stadt Genf, wo sich letztes Wochenende bei Regenwetter lediglich 300 Jugendliche versammelten. Die Stadt hatte den Parc des Bastions zur Verfügung gestellt. Unter der Bedingung, dass er gesäubert wird. Krankenkassen haben keine Möglichkeit, Betrunkene für allfällige medizinische Heilungskosten haftbar zu machen. Die Grundversicherung erbringt ihre Leistungen unabhängig vom individuellen Verhalten.

Lausanne hat den für letzten Samstag geplanten Botellón verboten. Die Jugendlichen hielten sich daran.

Massenmedien böten den Initianten eine ideale Plattform, sagte Jugendforscher Klaus Hurrelmann am 26. August in der Tageszeitung «Der Bund», die dem Botellón folgerichtig mehr als eine ganze Seite widmete.

Notunterkünfte mit 100 Betten will die Stadt Zürich beim geplanten Botellón von heute Abend zur Verfügung stellen.

Organisatoren für den Botellón von Bern sind offiziell keine bekannt (siehe: XY). Präventionsfachleute von Pinto, Contact und dem Blauen Kreuz werden am Samstagabend auf der Grossen Schanze sein.

Quantität vor Qualität. Die Jugendlichen mixen ihre Drinks selber, und zwar in möglichst grossen Flaschen.

Rauschtrinken gab es schon in der Antike. Bei den Griechen begann das Trinkgelage üblicherweise nach der Beendigung des Festmahls und dauerte oft mehrere Tage. Schnapsidee. Als solche bezeichnete Stadtpräsident Tschäppät den Anlass im «Club» zum Thema Botellón.

Total krank im Hirn sei, wer am Botellón teilnehme, sagte gestern Zürichs Polizeivorsteherin Esther Maurer. Unverständnis löst der Anlass bei der Jungen SVP des Kantons Zürich aus. Sie lud deshalb zum alkoholfreien Botellón. Verständnis fürs Gelage hat der Berner Stadtrat Simon Glauser (SVP): «Man soll die Jungen machen lassen», findet er und hat sich selber für den Berner Botellón angemeldet.

Warnungen zu den Gefahren exzessiven Alkoholkonsums kamen von Präventionsstellen, während der Direktor des?Bundesamtes für Gesundheit, Thomas Zeltner, auf höheren Beistand zählt: «Ich hoffe auf einen baldigen Winter. Dann erledigt sich das Problem von alleine.» XY. Weil die Organisatoren des Botellón nicht mit Namen auftreten, sondern sich hinter Pseudonymen verstecken, fehlt Berns Stadtpräsident «ein Gegenüber, das wir in die Verantwortung nehmen können».

Ziel des Botellón sei es nicht, sich sinnlos zu betrinken, sondern neue Bekanntschaften zu schliessen, schreiben die User bei Facebook. (Berner Zeitung)

Erstellt: 30.08.2008, 08:47 Uhr

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