Knappes Nein zu Nagelhaus: «Kampagne hat den Nagel auf den Kopf getroffen»
Von Philipp Albrecht, Simon Eppenberger. Aktualisiert am 27.09.2010 53 Kommentare
Von Schwamendingen klar abgelehnt: Mit 59,7 Prozent schicken sich das Nagelhaus bachab. (Bild: zvg)
Mit Gold-WC-Plakaten den Kampf knapp gewonnen: Mauro Tuena (SVP). (Bild: Doris Fanconi )
Setzte sich für das Nagelhaus ein: Peter Studer. (Bild: Silvia Luckner)
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Das umstrittene Nagelhaus unter der Hardbrücke ist an der Urne gescheitert. Von neun Wahlkreisen haben sich nur vier dafür ausgesprochen. Nachdem die Stadt Zürich durch ein technisches Problem die Zahlen vertauschte, steht nun das Ergebnis definitiv fest. Demnach war der Anteil Ja-Stimmen in den Kreisen 3 und 6 knapp, im Kreis 7/8 mit 50,3 Prozent sogar hauchdünn. Nur der Kreis 4/5 sprach sich mit 62 Prozent und einer deutlichen Mehrheit für das Kunstprojekt aus.
«Unsere Kampagne hat den Nagel auf den Kopf getroffen», freut sich SVP-Gemeinderat Mauro Tuena über die Ablehnung des Nagelhauses. Offensichtlich lohne es sich, gegen solche Selbstverwirklichungsprojekte anzutreten. Die SVP kämpfte als einzige Partei gegen das 5,9-Millionen-Kunstprojekt an.
Idee schwierig zu übermitteln
«Das Nagelhaus hatte nun wirklich nichts mit Zürich zu tun», bemerkt Tuena. Er ist überzeugt, dass sich die Leute am Escher-Wyss-Platz lediglich treffen und verpflegen wollen. Darum habe auch niemand etwas gegen einen Kiosk, ein Take-Away, einen Bankomat und ein WC. «Das muss aber nicht sechs Millionen Franken kosten und schon gar nicht von der Stadt finanziert werden.»
«Ich habe es befürchtet», gesteht Peter Studer gegenüber Tagesanzeiger.ch. Der Präsident des Schweizer Kunstvereins und ehemalige Präsident des Presserats ist überzeugt, dass die Unterstützung unter den Befürwortern zu wenig einheitlich war. «Ausserdem brauchte es viel Anstrengung, die Idee mit dem chinesischen Haus gut genug zu übermitteln.»
Tiefe Stimmbeteiligung
Bei anderen Projekten wie beispielsweise dem Dada-Haus sei das einfacher gewesen. Nebst der Tatsache, dass Kunst im öffentlichen Raum stets ein Wagnis sei, habe sicher auch der relativ hohe Preis beim Entscheid eine Rolle gespielt, sagt Studer weiter. «Dabei hätte das Kunstprojekt des Fotokünstlers Thomas Demand die städtebauliche Einöde unter der Autobahnbrücke entscheidend aufgewertet.»
Bei einer tiefen Stimmbeteiligung von 35,5 Prozent lehnten 38'497 Stimmberechtigte das Nagelhaus ab, 36'539 waren dafür. 1130 Personen legten leere Zettel ein, 1587 Stimmen waren ungültig. Mit 51,3 Prozent Nein-Stimmen wurde das Projekt knapp abgelehnt. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 26.09.2010, 13:50 Uhr
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53 Kommentare
Bin traurig, schade das es nicht möglich ist, ein Kunstwerk in der Stadt Zürich zu machen. Etwas günstiger zu machen, wird nicht möglich, da mir 5,9 Millionen recht niedrig erscheinen. Vielleicht müsste es in Zukunft möglich nur den betroffenen Kreis über ein Projekt abstimmen zu lassen. Antworten





