Konkurrenzkampf der Gewerkschaften
Von Jvo Cukas. Aktualisiert am 23.05.2011 13 Kommentare
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Der Streik des VPOD löst bei den Konkurrenz-Gewerkschaften Kopfschütteln aus. Er sei ein reines Publicity-Instrument. Chauffeure der VBZ seien an der Aktion kaum beteiligt gewesen. Diana Mathys, Leiterin Region Ost bei Transfair, spricht Klartext: «Dem Gros der Chauffeure ist klar, dass ihre Arbeitsbedingungen im Vergleich gut sind – sie wollen nicht streiken.» Die Blockade des VPOD sei nur dazu da, dass die Gewerkschaft ihr Gesicht nicht verliere: «Das war ein reiner Alibi-Streik, der uns nicht beeindruckt.»
Dem widerspricht Duri Beer, Regionalsekretär des VPOD. «Rund 20 Chauffeure haben heute ihre Arbeit niedergelegt. Alles andere ist eine Lüge.» Zudem hätten die Vorgesetzten sofort reagiert und viele Tram- und Busfahrer zu anderen Depots gewiesen. «In solchen Momenten ist es schwierig, sein Streikrecht wahrzunehmen.» Die Blockade sei von den Chauffeuren aber begrüsst worden. Erschreckend sei, dass alle einen Maulkorb verpasst bekommen hätten. «Niemand durfte mit den Medien reden.» Beer wertet den Streik als Erfolg. Bereits die Drohung habe Bewegung in die Sache gebracht.
Es geht nur um schriftliche Zusage
Mathys von Transfair räumt zwar ein, dass man als Reaktion auf die Streikdrohung an der gestrigen Pressekonferenz der VBZ und den Gewerkschaften Syna und Transfair unbedingt habe Resultate vorweisen wollen. «Wir haben alles andere stehen und liegen gelassen und stundenlang verhandelt.» Diese Ergebnisse hätte man aber auch ohne Zeitdruck erreicht, ist sie sich sicher.
VPOD-Regionalsekretär Beer sieht dies anders. «Wir haben in den letzten Tagen viele Beitritte von Transfair-Mitgliedern, die nicht zufrieden sind mit den Verhandlungen.» Man habe die eigenen Forderungen massiv zurückgenommen, und nun müsse auch der Stadtrat einen Schritt auf sie zukommen. «Es geht nur darum, dass wir jene Dinge schriftlich zugesichert bekommen, die Andres Türler an Medienkonferenzen stets vertritt.» Man wolle nicht streiken, um des Streikens willen.
VPOD seien Verhandlungen zu «mühsam»
Dem widerspricht Mathys vehement: «Der VPOD ist einfach scharf auf Publicity», letztendlich werde Stadtrat Andres Türler den «ultimativen Forderungen des VPOD sicher nicht zustimmen». Zudem habe man keine Abgänge bei Transfair, sondern Neuzugänge. Mathys hätte Verständnis für einen Streik, wenn «Massenentlassungen oder massive Lohnkürzungen» drohten. Im aktuellen Fall gebe es aber keine andere Möglichkeit, als die komplizierten Geschäfte im Rahmen des Mediationsverfahrens zu verhandeln. «Dem VPOD war dies offensichtlich einfach zu mühsam.»
Der VPOD behält sich nun vor, weitere Kampfmassnahmen einzuleiten, wenn die Stadt keine schriftliche Zusage zu den abgespeckten Forderungen macht. «Wir müssen den Druck erhöhen, bis Stadtrat Türler das Problem vom Tisch haben will», erklärt Beer.
(Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 20.05.2011, 12:39 Uhr
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13 Kommentare
So weit is es mit der allgemeinen Entsolidarisierung, dass sich sogar die Transfair unfair und einfältig äussern kann: Sie sollten stolz darauf sein, dass ihre Kollegen beim VPOD etwas wagen und das Kämpfen nicht ganz verlernt haben. Antworten

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