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Konkurrenzkampf ums Fernsehen via Internet

Zwei Zürcher IT-Firmen sagen sich den Kampf an: Wilmaa fordert die Web-TV-Pioniere von Zattoo heraus.

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Lange war Zattoo die einzige Möglichkeit, um im Internet gratis fernzusehen. Seit Anfang Jahr kann man mit Wilmaa nun direkt über den Webbrowser TV empfangen, ebenfalls kostenlos. Im Gegensatz zu Zattoo muss dafür kein Programm heruntergeladen werden. In den ersten zweieinhalb Monaten haben sich bereits über 110'000 Benutzer bei Wilmaa registriert. «Was die Besucherzahlen betrifft, sind wir bereits jetzt dort, wo wir im Juli sein wollten», sagt Thomas Gabathuler, Chefentwickler von Solutionpark, der 1999 gegründeten Firma aus dem Kreis 4.

Der Vorsprung von Zattoo ist gross; weltweit hat das Programm bereits über 3 Millionen Nutzer, 800'000 davon in der Schweiz. Trotzdem fühlt man sich von der Konkurrenz, die nur in der Schweiz empfangen werden kann, bedroht, zumal man sich den Werbevermarkter mit Wilmaa teilen muss. Goldbach Media sicherte sich mit einer 50-Prozent-Beteiligung an Wilmaa die Vorherrschaft auf einem wachsenden Werbemarkt, machte sich damit aber im Zattoo-Hauptquartier in Oerlikon keine Freunde. Zattoo-CEO Beat Knecht bezeichnet Wilmaa als «Goldbach-Zombie» und wirft den Entwicklern Ideenklau vor: «Wir haben die Werbung beim Kanalwechsel erfunden. Dass Wilmaa unsere Ideen nun mit Unterstützung von unserem Werbepartner kopiert hat, finden wir unverschämt.» Bei Wilmaa weist man den Vorwurf, ein Marketing-Klon von Zattoo zu sein, zurück: «Ähnliche Werbeformen gab es schon vor Zattoo», so Gabathuler.

Die Browser-Lösung von Wilmaa bringt Büroangestellten Vorteile: Sie können auf Geschäfts-PCs mit beschränkten Admin-Rechten fernsehen, zudem entfallen die lästigen Update-Aufforderungen, die der Zattoo-User beim Programmstart über sich ergehen lassen muss. Der Nachteil: Die hohe Bandbreite des Wilmaa-Streams verlangsamt andere Webanwendungen.

Wilmaa baut Programmangebot aus

Qualitativ ist Zattoo Wilmaa überlegen, allerdings nur in der kostenpflichtigen HiQ-Variante. Zattoo hat einen Programm-Guide, Mehrkanalton und das breitere Programmangebot: Mit Zattoo lassen sich über 60 Sender empfangen, bei Wilmaa sind es nur 22. Laut Gabathuler will Wilmaa das bis anhin fast ausschliesslich deutschsprachige Angebot bis Ende Jahr mit französischen und italienischen Sendern auf über 30 Kanäle erweitern, wobei man auf Spartensender verzichtet.

Obwohl Beat Knecht nach wie vor an die Vorteile der browserunabhängigen Peer-to-Peer-Lösung glaubt, dank der Zattoo 30 Prozent Serverkosten spart, will er in den nächsten Wochen mit einer eigenen Browser-Lösung kontern. Knecht verspricht, dass das Browser-TV von Zattoo sich deutlich von Wilmaa unterscheiden wird. Wilmaa-Entwickler Thomas Gabathuler ist der Ansicht, dass Zattoo sich mit diesem Schritt keinen Gefallen tut. Beat Knecht glaubt hingegen, dass die Streaming-Kosten von Wilmaa auf lange Frist zu hoch sind, um zu überleben. Der Markt wird entscheiden, wer Recht behält.

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(Tages-Anzeiger)

Erstellt: 13.03.2009, 20:50 Uhr

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2 Kommentare

Michael Huber

16.03.2009, 12:47 Uhr
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@Walter Schmid: Da müssen Sie nicht diesen Firmen "die Schuld" geben - sondern der BILLAG! Antworten


Walter Schmid

14.03.2009, 11:21 Uhr
Melden

Und genau solchen Firman verdanken wir, dass wir künftig auch noch für den PC Zwangsgebühren zahlen müssen, ob wir damit nun fern sehen, oder nicht. Mich nervt diese Zwängerei unendlich! Antworten



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