Langstrassenkredit: gleiches Recht für alle?

Der Kreis 4 prosperiert – nicht zuletzt dank städtischer Unterstützung. Im Kreis 5 ist man eifersüchtig auf den Geldfuss für das angrenzende Quartier.

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Im Kreis 4 greift die Stadt den Gewerbetreibenden mit dem Langstrassenkredit unter die Arme, wenn sie zur positiven Quartierentwicklung beitragen. Zwar haben die Kleingewerbler Hemmungen, einen Betrag des Kredits zu beantragen, doch das Quartier gedeiht trotzdem. Derweil werden in anderen Stadtkreisen die Stimmen immer lauter, dass auch dort das Gewerbe unter Druck stehe.

Jaques Dreyfuss, Präsident des Gewerbevereins Kreis 5, ist eifersüchtig auf seinen Kollegen Erich Burri, der den Gewerbeverein auf der anderen Seite der Gleise präsidiert. «Wir möchten gleich behandelt werden wie der Kreis 4. Schliesslich haben wir genau dieselben Probleme», sagt Dreyfuss. Genau wie im Kreis 4 sei das Gewerbe in seinem Quartier durch Drogen und Prostitution belastet, und gleichzeitig leiste der Kreis 5 einen grossen Beitrag zur Lebensqualität in Zürich.

Parkplätze statt Fürsorge

Andreas Honegger, Präsident des Gewerbevereins Seefeld etwa kritisiert die Stadt seit Wochen dafür, dass die Umsätze der Gewerbetreibenden im Quartier regelrecht eingebrochen seien: «Es bricht wirklich eine unglaubliche Menge Unheil über den Kreis 8 herein. Das Seefeld ist seit ewigen Zeiten eine permanente Baustelle; dann die Geschichte mit der Euro, jetzt die Sperrung der Quaibrücke. Und es wird noch schlimmer kommen.»

Honegger möchte von der Stadt aber keinen Unterstützungsbeitrag, wie ihn das Langstrassenquartier erhält. «Wir haben andere Probleme als der Kreis 4 und brauchen keine städtische Fürsorge. Wenn man uns in Ruhe lässt und uns keine Parkplätze wegnimmt, geht es unserem Gewerbe bestens.»

Erstellt: 20.08.2008, 16:10 Uhr

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