«Letztes Jahr ist Guetta noch selber zum Kühlschrank gegangen»
Interview: Christoph Landolt. Aktualisiert am 13.08.2010
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Technopapst: Arnold Meyer. (Bild: Keystone )
Wer rauchen geht, muss wieder hinten anstehen
Rund 120 Sicherheitskräfte werden an der Energy-Party am Samstag vor Ort sein. Das sind weniger als einer pro 100 Besucher, denn 15'000 Raver werden erwartet. Felix Frei, Direktor des Hallenstadions, macht sich aber keine Sorgen: «Im Notfall können wir die ganze Halle in maximal 7 Minuten evakuieren.» Das hätten Tests mit der Feuerwehrpolizei gezeigt.
Zum ersten Mal seit 20 Jahren gilt an der Energy ein striktes Rauchverbot. Ein Fumoir gibt es nicht. «Raucher können über die normalen Ausgänge ins Freie. Mit einem speziellen Bändeli müssen sie dann die Sicherheitskontrollen am Eingang mit allen anderen Besuchern nochmals passieren», sagt Frei. Wer drinnen raucht, wird verwarnt. Ein Rausschmiss droht im Wiederholungsfall, Bussen gibt es jedoch keine. (ct)
Herr Meyer, seit 1992 organisieren Sie die Energy, die jeweils am Abend der Street Parade im Hallenstadion stattfindet. Was hat sich seither verändert?
Fast alles. Anfang der Neunziger war alles noch klein und überschaubar. Die Energy war noch ganz auf Trance fokussiert. Die DJs reisten mit ihrem Plattenkoffer an und sonst nichts. Damals schickten sie auch noch keine Techniker voraus, die am Tag vor dem Set die Soundanlage checkten. Die Gagen waren natürlich noch bescheiden. Die teuersten DJs begnügten sich mit 1000 D-Mark. Die allerteuersten, wie vielleicht Sven Väth, kosteten einmal 1500.
Was geben Sie heute für die DJs aus?
Die vierzig teuersten DJs der Welt können heute allesamt fünf-, sechsstellige Gagen verlangen. Die zwei Begehrtesten beehren am Samstag die Energy: David Guetta und der Niederländer Tiësto. Beide legen während zwei Stunden auf.
Wie hoch sind ihre Gagen?
Genau dürfen wir das nicht sagen. Die Verträge haben mittlerweile schon 20 Seiten. Da gehts nicht nur um das Geld, sondern auch um andere Dinge. Hier gleichen sich die DJs immer mehr den Pop-Acts an.
Was für Annehmlichkeiten wünschen die grossen DJs?
Selbstverständlichkeiten wie Fünfstern-Hotels, oder dass während dem Set neben ihnen niemand auf der Bühne steht. Für David Guetta mussten wir einen Privatjet chartern, Tiësto kommt gleich mit dem eigenen Flugzeug. Aber klar, die Stars lassen sich auch immer mehr solche Extravaganzen in die Verträge schreiben wie einen roten Teppich zum DJ-Pult. Dieses Jahr mussten wir für Guetta auch eine Barkeeperin organisieren, die ihm die Getränke bringt. Letztes Jahr ist er noch selber zum Kühlschrank gegangen.
Lohnt es sich, derart teure DJs zu engagieren?
Auf jeden Fall. Ihr Marktwert ist so hoch, ihre Show so gut, dass die Leute gerne Eintritt dafür bezahlen. Und die Stars bieten ja auch einiges. Für David Guetta stellen wir eine 80 Quadratmeter grosse LED-Wand auf. Da gehts nicht mehr nur um Musik, sondern um eine audiovisuelle Show.
Nicht alle Star-DJs leben auf solch grossem Fuss. Eric Prydz reist mit dem Zug an die Street Parade.
Ja, und die Street-Parade-Organisatoren verkaufen ihn deshalb als ökologisches Vorbild. Dabei hat Prydz einfach Flugangst! (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 13.08.2010, 15:09 Uhr





