«Leupi diskutierte als Einziger mit Charme und Lockerheit»
Interview Felix Schindler. Aktualisiert am 11.02.2010 31 Kommentare
«Corine Mauch hat dazugelernt»: Politberater Mark Balsiger.
Umfrage
Wer hat sich Ihrer Meinung nach am besten geschlagen? (SP)
Artikel zum Thema
Etwas gesehen, etwas geschehen?
Haben Sie etwas Aussergewöhnliches gesehen, fotografiert oder gefilmt? Ist Ihnen etwas bekannt, das die Leserinnen und Leser von Tagesanzeiger.ch/Newsnet wissen sollten? Senden Sie uns Ihr Bild, Ihr Video, Ihre Information per MMS an 4488 (CHF 0.70 pro MMS).
Die Publikation eines exklusiven Leserreporter-Inhalts mit hohem Nachrichtenwert honoriert die Redaktion mit 50 Franken. Mehr...
Gestern Abend kreuzten sechs Stadtratskandidaten ihre Klingen. Welcher hinterliess bei Ihnen den stärksten Eindruck?
Herr Tuena spielte seine Rolle, wie man sie von ihm kennt. Angriffig und kollegial. Auf der anderen Seite ist mir Daniel Leupi aufgefallen. Er diskutierte als Einziger mit verhaltenem Charme und einer gewissen Lockerheit.
Etwas angespannt wirkte auch Corine Mauch. Noch stärker als sonst?
Nein, diese Wahrnehmung teile ich nicht. Stadtpräsidentin Mauch wirkte mindestens in Teilen gelassen, ja staatsmännisch. Sie hat dazugelernt.
Susi Gut traut man in diesem Wahlkampf wenig zu, trotzdem feierte sie schon mehrere Achtungserfolge. Wie beurteilen Sie ihren Auftritt?
Grundsätzlich ist es förderlich wenn eine Person im Stile von Frau Gut an einem Podium sitzt, sie brachte Farbe und direkte Angriffe hinein. Doch alle auf dem Podium und im Saal wussten, dass sie unter ferner liefen klassiert wird. Sie hat keine Wahlchancen, so prallen jegliche Angriffe an ihren Gegnern ab.
Der bürgerliche Urs Egger ist unter anderem Bierbrauer und Präsident des FC Seefeld. Konnte er sich gestern als Vertreter der Wirtschaft empfehlen?
Egger war gut, ist aber nicht über sich hinausgewachsen. Das wäre aber nötig gewesen, denn er ist der einzige bürgerliche Herausforderer mit Wahlchancen. Wäre dieser Auftritt ähnlich stark gewesen wie seine Kampagne, hätte er wichtige Punkte geholt.
Claudia Nielsen verfügt über eine enorme Erfahrung, aber man hatte zeitweise den Eindruck, sie könne das Publikum nicht mitreissen. Warum?
Frau Nielsen ist sehr kompetent, das ist wahr. Aber sie spricht zuweilen etwas hölzern und verschenkt Sympathien, wenn ihre Aussagen von einer emotionalen Note begleitet werden. Ausserdem ist sie nicht mit einer Stimme gesegnet, der man stundenlang zuhören möchte. Dafür kann sie nichts, aber generell machen non- und paraverbale Botschaften beim Publikum mindestens 80 Prozent der Wahlentscheidung aus.
Wie lautet Ihr Fazit nach dem Podium?
Das Podium war sehr animiert, es ermöglichte einen vertieften Einblick in die städtische Politik. Die Vertreter der bürgerlichen Seite mussten angreifen und taten das auch. Auf der Seite von Rot-Grün war eine defensivere Rolle spürbar. Mindestens ihre Stammwählerschaft konnten alle sechs Kandidaten erreichen.
(Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 11.02.2010, 17:02 Uhr
WRITE A COMMENT
31 Kommentare
Herr Balsiger wird Ihre Polit-Beratung Honorarzahlungen beeinflusst oder weshalb stimmt sonst etwas mit Ihrer Wahrnehmung nicht? Es wird Zeit, dass das 'Establishment' ausgeräuchert wird, denn sie bringen Zürich nur mehr Schulden. Die Überforderung des Stadtrates ist in mancher Hinsicht schlagend. Mauch als 'staatsmännisch' zu bezeichnen ist in etwa wie eine Zitrone süss zu nennen... Antworten
@Remo Zurbriggen: Danke für die Blumen! Beim Thema Kongresshaus erstaunt mich das kleinräumige Denken in der Tat. Der Erfolg eines neuen Hauses hängt von dessen Infrastruktur ab, nicht von einer allfälligen Seesicht. Das Hallenstadion in ZH-Nord präsentiert sich neu auch als Kongresszentrum. Wird alles Interessante in die Kernstadt gepfercht, steigen dort die Mietzinse erst recht weiter steil an. Antworten
Lieber Herr Balsiger wie kommen Sie dazu Herrn Egger Wahlchancen zu geben? Ich habe vom freundlichen zahmen Herrn mit Schnauz der eher als Grospapi mit Enkel im Franz Carl Weber wahrgenommen wird noch nie (!) ein konkretes Statement gehört. Auch jetzt nicht. Immer ein durchschlänglen und durchmogeln. Antworten
Als das geradezu perfekte Paradebeispiel einer katagaeischen Anoaetie wird dem Abwahlbürger die Person "Nielsen" zum Wahlfrass vor die Urne gelegt, auf dass selbiger diese Kondition einfach so und ohne weiteres der eigenen Fresse zuzumuten sich in die unfreiwillige Lage versetzt sieht, hinzunehmen, dass er recht eigentlich gar keine Wahl hat: Ohne mit kommt auf dasselbe heraus wie mit ohne. Antworten
Für mich war Corine Mauch als Stadtpräsidentin super bisher. Einige Leute verwechseln hier offenbar Politik mit Show. Es geht doch ganz einfach darum, dass die Stadt für die EinwohnerInnen das Gemeinwesen so organisiert, dass wir uns hier wohl fühlen können. Im Vergleich mit anderen Städten steht Zürich da gut da und das ist nicht nur aber auch Frau Mauchs Verdienst. Antworten
Ja ja unsere Bürgerlichen. Kommen wohl nicht damit zurecht, dass die links dominierte Stadt Zürich so erfolgreich ist. Hohe Lebensqualität und ausgeglichene Rechnung trotz Krise sind wahrlich schwer zu kritisieren. Dann schnappt sich die SP noch das Problem mit den Wohnungen als Wahlkampfthema und schon bleibt ausser Angstmacherei und persönlichen Angriffen nichts mehr übrig für die Bürgerlichen. Antworten
Frau Mauch ist im TA-Podium souverän aufgetreten und hinterliess mir einen guten Eindruck. Auch wenn sie hier immer wieder negativ beurteilt wird, gebe ich ihr meine Stimme am 7. März. Ich finde sie gar nicht farblos. Dass der Tuena mehrmals ausgebuht wurde, erstaunt mich eigentlich nicht. Antworten
ich versteh die welt nicht mehr. ein professioneller politberater sollte meines erachtens neutral sein. balsiger ist weit entfernt von diesem anspruch. wie kommt er dazu bei einer mauch staatsMAENNISCHES auftreten zu orten. was für einen film hat er gesehen? mauch ist und bleibt eine schwache figur. sie wird trotzdem gewählt werden. genauso wie die unsägliche nielsen mit ihrem gassen-slang. Antworten
schlimm sind die immer wieder irr benutzen begriffe, aller politischen couleur. Z.B. "gemeinnützige Wohnungen". Private Wohnungen sind gemeinnützig, da die privaten via Steuern ein Teil der Mieteinnahmen dem Staat gemeinnützig abliefern. Wohnungen der Stadt und der Genossenschaften sind dagegen mieternützige resp. mieterfreundliche Wohnungen. Antworten
Meine Unterstützung hat Corine Mauch - wer so cool auf bisweilen plumpe oder gar bizarre Anwürfe reagiert beweist Rückgrat. Viel lieber eine besonnene und unaufgeregte Stadtpräsidentin mit Charakter und dem Blick fürs Ganze als aufgescheuchte ProfilneurotikerInnen. Antworten
Der grösste Teil dieser Kandidaten ist eine Katastrophe. Ich werde zwar weiter SP wählen, aber nicht weil ich die Kandidaten gut finde, sondern einfach weil sie das kleinste Übel sind... Um gar nicht wählen zu gehen oder als Protest Zweifel, Tuena oder einen anderen Clown zu wählen sind die Wahlen zu wichtig... Antworten
Das Kongresshaus nach Zürich Nord! Der Vorschlag aus dem Publikum war vielleicht das wichtigste Statement vom ganzen Abend. Unterstütze ich voll! Die Stadt braucht dort, wo sie wächst, endlich ein Wahrzeichen. Wenn Zürich eine Metropole sein will, ist es zwingend, dass es auch 7 Bahnminuten vom HB entfernt noch spannend ist. Antworten
Da hoff ich aber schwer Herr Hunziker dass Sie sich nicht so ernst nehmen wie ihren Kommentar. Mir ist eine eine volksnahe und dann halt manchmal etwas holprige Stadt-Präsidentin lieber als eine scheinbar bereits bei mittel komplexen Themen überforderte Angreiferin. Rotgrün scheint den Laden im Griff zu haben; da kann man noch so viel rummotzen wie man will, ändern wird sich das nicht so schnell. Antworten
@john hunziker: "Vergessen Sie nicht,dass das Anforderungsprofil für Zürichs Präsitialamt offenbar speziell für Mauch "angepasst" wurde..! Aber damit haben sich,wie die kurzen Erfahrungen klar zeigen,die SP-GenossenInnen der Limmatstadt einen Bärendienst erwiesen.Hoffentlich wird diese Fehlbesetzung bei den kommenden Wahlen schnellstens korrigiert! Antworten
Ich war an der Veranstaltung. Als SP-Wähler frage ich mich schon, wann Fr. Mauch endlich mal aus sich heraus geht und uns wieder eine richtige Präsidentschaft beschert. Als präsidial habe ich sie nicht empfungen - leider. Ich bin nach einem Jahr enttäuscht. Claudia Nielsen war zwar gut, aber wie richtig beobachtet, etwas fern von den einfachen Leuten. Na ja, Esther Maurer war das ja auch. Antworten
@ REDAKTION TAGI Es ist offensichtlich, dass von Ihnen zugunsten von Mauch Zensur geübt wird. Ich versuchs jetzt nochmals. Ich weiss zwar nicht, wie Sie in Ihrer Beurteilung von Mauchs Auftritt dazu kommen, das Wort "präsidial" zu verwenden. Tatsache ist: Mauch war einmal mehr hochnotpeinlich! Züri verdient einen richtigen Stapi, keine "graue" Maus! Antworten





Franco Berteletti
Super Auftritt von Corine Mauch! Sie blieb auf die dummen Provokationen immer cool und argumentierte geschickt. Frau Gut hat wohl nicht allzuviel zu sagen. Ausser Bösartigkeiten kam nicht's. Hoffentlich wird so eine Giftschleuder nicht Stadtpräsidentin! Antworten