«Leupi diskutierte als Einziger mit Charme und Lockerheit»

Interview: Felix Schindler. Aktualisiert am 11.02.2010 31 Kommentare

Nach dem grossen TA-Podium sagt der Politberater Mark Balsiger, ob Corine Mauch an Farbe gewonnen hat, wie es um Susi Guts Wahlchancen steht und warum Claudia Nielsen keine Mitreisserin ist.

«Corine Mauch hat dazugelernt»: Politberater Mark Balsiger.

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Gestern Abend kreuzten sechs Stadtratskandidaten ihre Klingen. Welcher hinterliess bei Ihnen den stärksten Eindruck?
Herr Tuena spielte seine Rolle, wie man sie von ihm kennt. Angriffig und kollegial. Auf der anderen Seite ist mir Daniel Leupi aufgefallen. Er diskutierte als Einziger mit verhaltenem Charme und einer gewissen Lockerheit.

Etwas angespannt wirkte auch Corine Mauch. Noch stärker als sonst?
Nein, diese Wahrnehmung teile ich nicht. Stadtpräsidentin Mauch wirkte mindestens in Teilen gelassen, ja staatsmännisch. Sie hat dazugelernt.

Susi Gut traut man in diesem Wahlkampf wenig zu, trotzdem feierte sie schon mehrere Achtungserfolge. Wie beurteilen Sie ihren Auftritt?
Grundsätzlich ist es förderlich wenn eine Person im Stile von Frau Gut an einem Podium sitzt, sie brachte Farbe und direkte Angriffe hinein. Doch alle auf dem Podium und im Saal wussten, dass sie unter ferner liefen klassiert wird. Sie hat keine Wahlchancen, so prallen jegliche Angriffe an ihren Gegnern ab.

Der bürgerliche Urs Egger ist unter anderem Bierbrauer und Präsident des FC Seefeld. Konnte er sich gestern als Vertreter der Wirtschaft empfehlen?
Egger war gut, ist aber nicht über sich hinausgewachsen. Das wäre aber nötig gewesen, denn er ist der einzige bürgerliche Herausforderer mit Wahlchancen. Wäre dieser Auftritt ähnlich stark gewesen wie seine Kampagne, hätte er wichtige Punkte geholt.

Claudia Nielsen verfügt über eine enorme Erfahrung, aber man hatte zeitweise den Eindruck, sie könne das Publikum nicht mitreissen. Warum?
Frau Nielsen ist sehr kompetent, das ist wahr. Aber sie spricht zuweilen etwas hölzern und verschenkt Sympathien, wenn ihre Aussagen von einer emotionalen Note begleitet werden. Ausserdem ist sie nicht mit einer Stimme gesegnet, der man stundenlang zuhören möchte. Dafür kann sie nichts, aber generell machen non- und paraverbale Botschaften beim Publikum mindestens 80 Prozent der Wahlentscheidung aus.

Wie lautet Ihr Fazit nach dem Podium?
Das Podium war sehr animiert, es ermöglichte einen vertieften Einblick in die städtische Politik. Die Vertreter der bürgerlichen Seite mussten angreifen und taten das auch. Auf der Seite von Rot-Grün war eine defensivere Rolle spürbar. Mindestens ihre Stammwählerschaft konnten alle sechs Kandidaten erreichen. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 11.02.2010, 17:02 Uhr

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31 Kommentare

Ruedi Frey-Durisch

12.02.2010, 08:33 Uhr
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Unglaublich schleppender Gesprächsgang von Herrn Schuler, schade. Er würde sicher an anderer Stelle eine gute Falle machen, aber sicher nicht in einer Podiumsdiskussion. Schade Antworten


Andreas Kyriacou

12.02.2010, 06:58 Uhr
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@Remo Zurbriggen: Danke für die Blumen! Beim Thema Kongresshaus erstaunt mich das kleinräumige Denken in der Tat. Der Erfolg eines neuen Hauses hängt von dessen Infrastruktur ab, nicht von einer allfälligen Seesicht. Das Hallenstadion in ZH-Nord präsentiert sich neu auch als Kongresszentrum. Wird alles Interessante in die Kernstadt gepfercht, steigen dort die Mietzinse erst recht weiter steil an. Antworten



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