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Zürich erhält eine «Fête des Lumières»

Im Herbst 2011 soll das Zurich Light Festival Flüsse, Trams, Fassaden und Plätze kunstvoll beleuchten. Noch hat die Stadt den Lichterzauber nicht bewilligt.

Bunte Lichterkette am Horizont: So romantisch soll sich der Blick auf die Innenstadt während dem Light Festival präsentieren.

Bunte Lichterkette am Horizont: So romantisch soll sich der Blick auf die Innenstadt während dem Light Festival präsentieren.
Bild: PD (Visualisierung)

Auch die Trams sollen auf Lichtwolken schweben.

Déjà-vu

Anfang der 30er-Jahre zeigte die Zürcher Lichtwoche einer staunenden Bevölkerung, was auf dem Gebiet der elektrischen Beleuchtung alles möglich war. «Jeder braucht Licht!», lautete das Motto. Gemeint war das Licht aus der Steckdose und zwar für Wohnung, Arbeitsplatz, Aussenwerbung und Stadtbeleuchtung. Es war in der Schweiz die erste Veranstaltung ihrer Art. Der Stadtrat hatte dafür einen Kredit von 46?000 Franken gesprochen. Namhafte Künstler und Architekten beteiligten sich an der Lichtwoche: Max Bill, Ernst F. Burckhardt, Karl Egender, Augusto Giacometti, Max E. Haefeli, Walter Henauer und Stadtbaumeister Hermann Herter. Neben Entwürfen von Lichtanlagen zu Reklame- und Dekorationszwecken, waren eine schwimmende Lichtfontäne, eine beleuchtete Musterstrasse zwischen Zürich und Adliswil und speziell illuminierte Schaufenster und Bauten zu sehen. In der Innenstadt wurden während der Lichtwoche alle Monumentalbauten angestrahlt und ausgeleuchtet. Hoch im Kurs stand die Konturierung ganzer Gebäude mit Leuchtstoffröhren. Dem Publikum wurden Vorträge, nächtliche Stadtrundfahrten und sogar von Walter Mittelholzer, dem Schweizer Flugpionier, gesteuerte Flüge über «Die Grossstadt bei Nacht» geboten. (bg)

80 bis 100 Lichtinstallationen, Darbietungen und Ausstellungen sollen im November 2011 im Stadtzentrum und den Quartieren zu sehen sein. Willi Gyger, Inhaber der Messe-Firma Wigra, will mit seinem Zurich Light Festival mehr als eine Million Besucher anziehen. Geht es nach ihm, wird der jedes Jahr in der Vorweihnachtszeit stattfindende Kunst- und Kulturanlass zu einem der führenden Lichtfestivals Europas. Ähnliche Events gibt es unter anderem bereits in Lyon, Frankfurt und Berlin. Zum Vergleich: Das «Fête des Lumières» in Lyon erwartet jährlich 4 Millionen Besucher.

Rund die Hälfte der gezeigten Veranstaltungen sind gratis. Mit einem Lichtpass für 18 Franken erhält man Zugang zu allen anderen Attraktionen, für 6 Franken zu zwei ausgewählten Darbietungen. Die Lichtshows erstrahlen von 17 bis 22 Uhr. Neben regional und international bekannten Künstlern und Lichtdesignern sollen auch Kulturinstitutionen wie Schauspielhaus, Kunsthaus oder Oper ins Festival miteinbezogen werden. Eine Lichtverschmutzung werde es nicht geben, das Konzept sei auch auf den Plan Lumière abgestimmt.

Laut Gyger ist die Realisierung weit gediehen. Noch fehlt die Zusage der Stadt, mit der er bereits mehrere Gespräche geführt hatte. Mit einer definitiven Bewilligung rechnet Gyger Ende Oktober. Auch Hauptsponsoren sind noch nicht bekannt. Das Interesse potenzieller Sponsoren sei aber gross.

Beinahe ohne Immissionen

Während der gestrigen Medienveranstaltung wurde Gyger nicht müde zu betonen, dass die Veranstaltung praktisch keine Immissionen verursache. Die Musik zum Licht kommt über Kopfhörer, verbrauchsarme Technik soll für einen niedrigen Energiebedarf sorgen. Gyger erwartet, dass über 90 Prozent der Besucher die öffentlichen Verkehrsmittel benützen und das Festival keine Alkohol-, Abfall- oder Drogenprobleme verursacht. Gyger rechnet damit, dass das Lichtfestival mittelfristig einen Umsatz zwischen 100 und 150 Millionen Franken generiert. Über das Budget wollte er keine Angaben machen. Es bewege sich im einstelligen Millionenbereich. Im Beirat sitzen Vertreter aus Gewerbe, Zürich Tourismus, Hotellerie und SBB.

(Tages-Anzeiger)

Erstellt: 24.08.2010, 20:55 Uhr

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13 Kommentare

Alex Hug

25.08.2010, 23:35 Uhr
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@ Ruedi Küng: Dann kippen wir lieber das Nagelhaus (an der Urne) und den Hafenkran (eigentlich schon passiert, aber der Stadtrat foutiert sich um gemeinderätliche Beschlüsse). Endlich einmal Kunst, die auch mir - und wohl vielen anderen - gefällt. Antworten


Stefan Meier

25.08.2010, 21:09 Uhr
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Zürich inszeniert sich als 2000Watt Gesellschaft, Zürich müse laut Politiker sparen, denkt aber laut über eine millionenteure, massenhaft energiefressende Lichtinstalation nach. Dieses unsinige Projekt geht in die gleiche Kategorie wie der Hafenkran. Es scheint Mode zu sein, überall zu sparen, für die Kunst aber Unsummen auszugeben. Wer bezahlt den Spass? Aber ganz sicher nicht der Steuerzahler! Antworten


Beat Kohler

25.08.2010, 19:56 Uhr
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Keine Immisionen.... Es muss angenommen werden, dass diese Lichtinstalationen sehr wohl beträchtliche Lichtimmisionen verursachen weden und eine unnötige weitere Aufhellung desses bewirken, was man noch mit Nacht bezeichnet. Da würde man sich wünschen, Zürich komplett zu überdachen. Antworten


Tom Schlatter

25.08.2010, 19:02 Uhr
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Das selbe gibt es als Festival of Lights bereits in anderen europäischen Städten. Mit Erfolg! Eine echt tolle Sache. Ich freue mich jetzt schon darauf. Antworten


Franz Kipork

25.08.2010, 17:01 Uhr
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Hell leuchtender schwachsinn ! Antworten


Danielle Brechbühl

25.08.2010, 14:35 Uhr
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Einmal mehr muss das tumbe Volk um jeden Preis - Stichwort Energieverschleiss, Lichtverschmutzung - unterhalten werden. Echtes fortschrittliches, urbanes Denken wäre eine klug und sparsam beleuchtete Stadt statt dieser Lichterparty. Antworten


robert steffen

25.08.2010, 10:26 Uhr
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Ev. könnte damit auch der Hafenkran am Limmatquai erleuchtet/überbelichtet werden Antworten


Ruedi Küng

25.08.2010, 09:43 Uhr
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Zwei Riesenfeurwerke im Jahr, Hafenkran, Nagelhaus etc. Haben wir so einen zusätzlichen Gugus wirklich nötig? Antworten


Jürg Flückiger

25.08.2010, 09:38 Uhr
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Ausgezeichnete Idee. Endlich etwas das überzeugt. Antworten


Luzia Kramer

25.08.2010, 09:08 Uhr
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2000-Watt-Gesellschaft ade! Noch mehr unnötiger Stromverbrauch und das jedes Jahr!? Man kann nur hoffen, dass das Fest von der Stadt nicht bewilligt wird! Antworten


Catherine Luke

25.08.2010, 08:58 Uhr
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Man könnte es mit der "Langen Nacht der Museen" kombinieren, würde Kosten sparen und wäre eine fantastische Gelegenheit, nicht nur die Museen, aber auch die wunderschöne Stadt ins Licht zu werfen! Antworten


Emil Roduner

25.08.2010, 08:06 Uhr
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Hoffentlich hat Zürich damit ein besseres Händchen als mit der Weihnachtsbeleutchtung. Antworten


Peter Müller

25.08.2010, 07:02 Uhr
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Klingt nach einem spannenden Projekt. Ich hoffe, dass bei der Realisierung alles rund läuft und freue mich bereits auf eine leuchtende Stadt! Antworten



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