Lieber ins Ballett als in die Ferien
Von Monica Müller. Aktualisiert am 28.01.2010 2 Kommentare
Ein aufgehender Stern am Balletthimmel: Alexandra Valavanis werde als Profi Erfolg haben, sagt ihre Lehrerin. (Bild: Thomas Burla)
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Als Alexandra Valavanis 10 Jahre alt war, entdeckte ihre Mutter ihr Talent. Während einer Aufführung in der lokalen Ballettschule sei es ihr wie Schuppen von den Augen gefallen, erzählt sie. «Die anderen Mädchen reihten Pose an Pose. Aber Alexandra, sie tanzte! Sie strahlte wie ein Scheinwerfer und schien ganz in einer anderen Welt zu sein.» Alexandra hat ihr Talent nicht etwa geerbt: Ihre Mutter ist Physikerin, ihr Vater Neurochirurg. «Sie hat etwas ganz Neues in unsere Familie gebracht», sagt die Mutter.
Nach dem letzten Training vor der Reise nach Lausanne sitzt die 15-Jährige kerzengerade im Stuhl und erzählt. Ganz am Anfang ihrer Leidenschaft war ein Dornröschen-Film. «Ich sah die Ballerina und wusste als 4-Jährige: ‹So will ich auch werden!›» Bald besuchte sie ihr erstes Ballett – und war hingerissen. Am folgenden Wochenende liess sie der Zirkus kalt. Sie wolle lieber wieder ins Opernhaus, erklärte sie ihren Eltern.
«Nicht der Disco-Typ»
Seit Alexandra mit 10 in die Ballettschule für das Opernhaus wechselte, tanzt sie, wann immer es geht. Morgens besucht sie die Kunst- und Sportschule in Zürich-Riesbach. Nachmittags trainiert sie zwei bis fünf Stunden («Es ist streng, aber es hat mir noch nie gestunken»). Und abends hört sie zu Hause im Übungsraum klassische Musik und studiert dazu Choreografien ein («Ich will die Musik sichtbar machen»). Es werde ihr nie zu viel, sagte Alexandra, die Tage seien einfach zu kurz. Für Freunde findet sie über Mittag Zeit; Bücher verschlingt sie abends im Bett. Ausgehen sagt ihr wenig: «Ich bin nicht der Disco-Typ.» Dieses erzwungene Tanzen gefalle ihr nicht.
Ballett bedeutet für Alexandra nicht, ihr Bein noch weiter, noch höher zu strecken, die Grenzen auszuloten. «Ballett ist kein Sport, Ballett ist Kunst.» Natürlich brauche es die Technik, aber eigentlich gehe es darum, Rollen tänzerisch zu interpretieren. Und so war jede Rolle ihre jeweils liebste. Ob als Fliege mit Teesieben vor den Augen im «Schlauen Füchslein», als Mädchen in «La Sylphide» oder als Kind im «Nussknacker» – immer freute sie sich auf die Bühne, genoss jeden Augenblick und war traurig, als der Vorhang nach der Derniere fiel. Wenn ihre Eltern schlechte Plätze haben, fuchst sie das. «Sie sollen die ganze Inszenierung sehen!» – «Alexandra liebt die Bühne, sie gehört in diese Welt», sagt die Mutter. Für ihren Mann und sie sei es nicht immer einfach, die Tochter auf ihrem Weg zu begleiten. Ballettmütter würden wie Schlittschuhmütter einen zweifelhaften Ruf geniessen – zu Unrecht, wie Susanne Valavanis findet: «Man kann ein Kind nicht zu so etwas pushen. Das geht nur, wenn es von sich aus will.» Und Alexandra, die will wirklich. So sehr, dass die Sommerferien in Griechenland mit der Familie zur Qual wurden. Die Mutter hat den Brief aufbewahrt, in dem Alexandra sie bittet, nicht mehr mit ans Meer fahren zu müssen. Auch das Klassenlager ist für die Balletteuse einfach nur mühsam. «Wenn ich nicht tanzen kann, werde ich ganz kribbelig.»
«Die Mentalität einer Tänzerin»
Dass Alexandra nun diese Woche als eine der Jüngsten am Prix de Lausanne auftritt, verdanke sie der Direktorin und Künstlerischen Leiterin der Ballettschule für das Opernhaus, Doris Catana. Sie habe Alexandra die letzten fünf Jahre unter ihre Fittiche genommen, ihr Solos gegeben und sie ermuntert, für den Wettbewerb zu kandidieren. Doris Catana Beriozoff sagt über ihren Sprössling: «Alexandra ist eine der begabtesten Schweizer Tänzerinnen. Schon mit 13 Jahren hat sie Solos brillant interpretiert. Sie ist zu 100 Prozent Tänzerin, hat die Mentalität einer Tänzerin und wird bestimmt als professionelle Tänzerin reüssieren.»
Der Prix de Lausanne findet seit 1973 statt. Der Wettbewerb soll weltweit junge Talente des klassischen Tanzes fördern. Vertreter von Tanzschulen und Kompagnien schauen sich die Darbietungen der Tänzerinnen und Tänzer an und bieten dann einigen von ihnen einen Platz an. Alexandras Traum wäre es, nach den Sommerferien an der Royal Ballet School in London oder der School of American Ballet in New York zu tanzen. Einfach nur tanzen!
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Erstellt: 28.01.2010, 04:00 Uhr
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Gratuliere! Ein Umfeld, das Können, Lust und Willen eines Kindes und einer Jugendlichen wohlwollend begleitet und in jeder Altersstufe Türen öffnet wünsche ich jedem Mädchen und jungen Frau. Die Kunst- und Sportschule in Zürich-Riesbach ist eins, Eltern, die Schule und familienergänzende Betreuung das andere. Eine gelungene Laufbahn für alle ist möglich, bauen wir sie aus für alle, es lohnt sich. Antworten





