Zürich

Lindenhof geräumt – Besetzer künden neues Treffen an

Von Tina Fassbind, Felix Schindler. Aktualisiert am 15.11.2011 205 Kommentare

Die Stadtpolizei Zürich hat heute Dienstagmorgen mit der Räumung des Lindenhofs begonnen. Die Aktivisten der Occupy-Bewegung leisteten gewaltfreien Widerstand. Sie wurden von der Polizei weggetragen.

1/15 Rund 1000 Menschen nehmen am 15. Oktober an der ersten Protestkundgebung auf dem Paradeplatz teil. Die Demonstranten sind so zahlreich, dass der Tramverkehr unterbrochen wird. (15. Oktober 2011)
Bild: Newspictures/Johannes Dietschi

   

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Heute Dienstagmorgen um 8 Uhr machte die Polizei ihre Ankündigung wahr: Rund 70 Einsatzkräfte begaben sich auf den Lindenhof und gaben den Aktivisten 20 Minuten Zeit, das Areal zu verlassen. Einige packten rasch ihre sieben Sachen und verschwanden. Ein Aktivist stellte sich auf die Lindenhofmauer und band sich symbolisch ein Seil um die Brust.

Die Polizisten öffneten die Zelte und entfernten die Zeltstangen. Ein harter Kern von Besetzern bildete einen Kreis und trotzte den Aufforderungen der Polizei. Sie leisteten gewaltfreien Widerstand und warteten darauf, bis sie von den Beamten einzeln vom Platz getragen wurden. «Wir sind friedlich, was seid ihr?», skandierte eine Gruppe.

Nachspiel für 26-jährige Schweizerin und 39-jährigen Polen

Insgesamt verhaftete die Polizei 31 Personen und erteilte ihnen ein 24-stündiges Rayonverbot für den Kreis 1. Eine 26-jährige Schweizerin wurde wegen Gewalt und Drohung gegen Beamte der Staatsanwaltschaft zugeführt, gegen einen 39-jährigen Polen wird ebenfalls ein Verfahren eröffnet, allerdings wegen Delikten, die laut Polizeiangaben nicht mit der Besetzung in Zusammenhang stehen.

Die Räumungsaktion verlief weitgehend friedlich. Die meisten Zelte waren beim Eintreffen der Polizei bereits verlassen und werden von Beamten abgebaut und weggebracht werden. Mitarbeiter von Entsorgung und Recycling begannen derweil mit dem Abbau der Einrichtungen. Laut ersten Angaben sammelten sie rund 3,5 Tonnen Material ein.

Bereits heute um 19 Uhr wollen sich die Besetzer erneut treffen um zu besprechen, wie es mit der Occupy-Bewegung in Zürich weitergehen soll. Die Juso Schweiz teilte mit, dass sie die Räumung verurteilten, «insbesondere weil die Lindenhof-Besetzer sich stets kooperativ und friedlich verhalten haben».

Gewaltfreier Widerstand gegen die Räumung

Die Besetzer hätten den Lindenhof bereits Sonntagnacht um 24 Uhr räumen sollen. Dieses Ultimatum des Polizeidepartements haben sie jedoch verstreichen lassen und angekündigt, dass sie «konsequenten Widerstand» gegen die Räumung leisten wollen. Warum die Polizei erst heute zum Lindenhof ausgerückt ist, wollte ein Sprecher der Stadtpolizei auf Anfrage nicht bekannt geben.

Die Demonstranten harrten bereits seit dem 17. Oktober 2011 auf dem Lindenhof aus. Ihr Protest richtet sich in erster Linie gegen das Finanzsystem und die Gier der Investmentbanker. Wo sie ihre Aktion weiterführen wollen, ist derzeit noch unklar. Man wolle sich zu einem späteren Zeitpunkt wieder treffen und die nächsten Schritte besprechen, sagte ein Aktivist gegenüber Tagesanzeiger.ch.

(Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 15.11.2011, 08:17 Uhr

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205 Kommentare

Ludus Pinski

15.11.2011, 12:29 Uhr
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Müssen die Occupys dann unter der Woche nicht arbeiten, oder Leben die von Stipendien fürs Soziologiestudium? Antworten


Marco Pollastri

15.11.2011, 14:18 Uhr
Melden 55 Empfehlung

Liebe Occupisten
Ganz herzlichen Dank für euren Einsatz auf dem Lindenhof! Die Arbeit, die ihr mit dem Infozelt, der offenen Infrastruktur, den Anlässen, geleistet habt und dies als loses Kollektiv, sucht seines gleichen.
Der Wilhelm Tell und der Don Quijote in meiner Brust sind stolz auf euch! Die Anwürfe der Blinden werden verstummen, walsba die Zeit sie eines besseren belehrt. Weiter soooooo
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