Linke wollen Bau von Business-Appartements den Riegel schieben

Möblierte Wohnungen für Geschäftsleute sind trotz der Wirtschaftskrise gefragt. Der Alternativen Liste (AL) sind sie ein Dorn im Auge.

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Die Zahl der Business-Appartements in Zürich lässt sich nicht genau beziffern. In der offiziellen Statistik tauchen sich nicht auf. Laut der Immobilien-Beratungsfirma Wüst und Partner dürfte ihr Anteil bei rund 3 Prozent liegen. Der Bund weist in einer Studie den Anteil von Zweitwohnungen in Zürich mit 7,8 Prozent aus. Fest steht, dass die Menge der Business-Appartements zunimmt und die Branche nur wenig von der Wirtschaftskrise spürt.

Die Firma Vision bezeichnet sich mit rund 500 Appartements, die sie monatlich zur Miete anbietet, als Marktführerin in der Stadt Zürich. Ein Ausbau um 200 weitere Appartements ist geplant. Eine kleine Umfrage bei anderen Firmen, die sich auf die Vermittlung von möblierten Wohnungen für Geschäftsleute spezialisiert haben, ergibt ein ähnliches Bild: Die Nachfrage bleibt hoch, nur im Luxus-Segment ist sie ein wenig schwächer geworden.

45'000 Franken Monatsmiete

Das teuerste Beispiel aus dieser Kategorie wird aktuell auf Homegate angeboten: 45'000 Franken Miete im Monat für eine 280 Quadratmeter grosse, möblierte Wohnung in der Dachetage des renovierten Bellevue-Hauses. Wie gross das Interesse für die Luxus-Wohnung ist (Mindestmietdauer ein Jahr), will die zuständige Vermittlungsfirma nicht sagen. Die Wohnung gehört offenbar einem vermögenden Mann, der sie untervermietet.

AL-Gemeinderat Niklaus Scherr sind Business-Appartements ein Dorn im Auge. Mit einer Motion will er sie bekämpfen. Er möchte, dass sie nicht mehr zum Wohnanteil gerechnet werden und die Bau- und Zonenordnung (BZO) entsprechend angepasst wird. Zum Wohnanteil werden auch Hotels und temporär genutzte Zweitwohnungen gezählt. Früher habe ein entsprechender Passus in der BZO existiert, in den Neunzigerjahren sei diese Präzisierung gestrichen worden, sagt Scherr. «Ich möchte sicherstellen, dass die festgelegten Wohnanteile für die ortsansässige Bevölkerung erhalten bleiben.»

Es zeige sich heute, dass hart erkämpfte höhere Wohnanteile durch Business-Appartements oder Hotelnutzungen realisiert würden. Dies sei nicht in seinem Sinne. Als negative Beispiele erwähnt Scherr etwa das im Bau befindliche Wohnhochhaus Mobimo-Tower mit dem Hotel Renaissance City-West, ein Hotel im geplanten Wohnhochhaus auf dem Hardturm-Areal und ebenfalls geplante Business-Appartements im Stadtraum HB.

Unterstützung bei CVP und EVP

«Die in diesen Entwicklungsgebieten festgelegten Wohnanteile sind heute schon an der kritischen Untergrenze. Wenn man einen Teil davon für nomadisches und touristisches Gelegenheitswohnen zweckentfremdet, wird die angestrebte Mischnutzung faktisch vereitelt», schreibt Scherr in seiner Motion. Er ist überzeugt, dass sein Vorstoss gute Chancen hat. Sein Anliegen geniesse bis in die Reihen von CVP und EVP Sympathien.

(bg)

Erstellt: 20.11.2009, 22:56 Uhr

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