Zürich

«Linksgrüner Angriff» auf den Privatverkehr erfolgreich

Aktualisiert am 03.11.2011 79 Kommentare

Nach einem langen Schlagabtausch hat sich der Zürcher Gemeinderat für eine Motion ausgesprochen, welche die Neugestaltung von Bahnhofsbereichen fordert.

Bahnhofplatz Zürich: Verkehrsknoten beim Hauptbahnhof.

Bahnhofplatz Zürich: Verkehrsknoten beim Hauptbahnhof.
Bild: Keystone

Artikel zum Thema

Stichworte

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Leser-Reporter

Haben Sie etwas Aussergewöhnliches gesehen, fotografiert oder gefilmt? Ist Ihnen etwas bekannt, das die Leserinnen und Leser von Tagesanzeiger.ch/Newsnet wissen sollten? Senden Sie uns Ihr Bild, Ihr Video, Ihre Information per MMS an 4488 (CHF 0.70 pro MMS).
Die Publikation eines exklusiven Leserreporter-Inhalts mit hohem Nachrichtenwert honoriert die Redaktion mit 50 Franken. Mehr...


Korrektur-Hinweis

Melden Sie uns sachliche oder formale Fehler.

SP, Grüne und Grünliberale (GLP) hatten den Vorstoss gemeinsam eingereicht. Im Hinblick auf stark anschwellende Passagierströme als Folge der Eröffnung der Durchmesserlinie (DML) 2014 seien die Bereiche um die städtischen Bahnhöfe so umzugestalten, dass ausreichend Platz für Fussgänger und Velofahrende entstehe. Dies auch, wenn dort Parkplätze aufgehoben werden müssten.

Schon heute herrsche in und vor zahlreichen Bahnhöfen – namentlich am HB – ein Gedränge, und die Verkehrssituation sei mancherorts nicht sicher, argumentierten die Motionäre. Nach der DML-Eröffnung werden allein den HB statt der heute 360'000 Personen täglich rund 500'000 Personen benutzen, wie der Stadtrat in seiner Stellungnahme zur Motion schreibt.

Er wollte den Vorstoss allerdings nur als unverbindlicheres Postulat entgegennehmen. Schon heute seien für verschiedene Bahnhöfe Verbesserungen eingeleitet oder geplant. Das Postulat hätte die Funktion sicherzustellen, dass die Bedürfnisse der Passagiere und das Umfeld der Bahnhöfe einen höheren Stellenwert erhielten.

«Einleitung der Kampf-Endphase»

Reizthema war der Satz, wenn nötig sollten auch Parkplätze aufgehoben werden können. Die SVP ortete in dem Vorstoss die Einleitung der «Endphase im erbitterten Kampf gegen den motorisierten Individualverkehr».

Laut einem FDP-Sprecher handelte es sich um einen Vorstoss «ohne Sinn und Zweck», der genauso gut zurückgezogen werden könnte. Er selbst erfahre die Zürcher Stadtbahnhöfe ganz anders: Es gebe bei keinem Bahnhof Parkplätze, die den Weg versperrten.

CVP, EVP und SD waren grundsätzlich für die Forderung, die Bahnhofsbereiche umzugestalten, befürworteten aber auch eine Umwandlung in ein Postulat. Sie wollten zudem, dass der provozierende Satz über die Parkplätze gestrichen werde. Die Motionäre wiesen beide Änderungsanträge zurück.

Ein Sprecher der AL sagte, es sei «tragisch», dass nur drei Jahre vor Eröffnung der DML ein Vorstoss im Parlament nötig sei, um zu fordern, dass darüber nachgedacht werde, was mit den zusätzlichen Passagieren geschehe. Es sei nicht nur die DML. Auch Bauvorhaben wie die Europaallee oder Zürich West zögen Tausende Menschen an.

Der Vorstoss wurde schliesslich mit 68 zu 49 Stimmen bei zwei Enthaltungen (der SD) überwiesen: als Motion und mitsamt dem Parkplatz-Satz. (ep/sda)

Erstellt: 03.11.2011, 07:58 Uhr

79

Kommentar schreiben

Verbleibende Anzahl Zeichen:

No connection to facebook possible. Please try again. There was a problem while transmitting your comment. Please try again.

79 Kommentare

Michael Müller

03.11.2011, 09:20 Uhr
Melden 47 Empfehlung

Ich bin alles andere als ein SVP-Sympatisant. Aber mir fällt in ZH kein Bahnhof ein, wo es besonders viele Parkplätze gäbe, im Gegenteil. Ich verstehe einfach dieses "Gegeneinander" nicht, vielmehr sollte es doch ein "Miteinander" sein von öV und Auto - was an einem Bahnhof auch Parkplätze bedingt um Leute abzuholen. Alles andere ist Fundamentalismus. Bern z.B. finde ich hat eine gute Parklösung. Antworten


Rolf Benz

03.11.2011, 09:29 Uhr
Melden 35 Empfehlung

Wenn die Stadt Zürich ein Platz baulich überarbeitet, wird es nur Verlierer geben, dass hat sie in der letzten Zeit deutlich an diversen Beispielen bewiesen. Antworten



Zürich

Populär auf Facebook Privatsphäre

Lokalverzeichnis

Werbung

Umfrage

Am 17. Juni stimmen wir darüber ab: Würden Sie die Volksinitiative «Freie Schulwahl für alle ab der 4. Klasse» heute annehmen?