Zürich

Lizenz zum Zeuseln zündet nicht

Von Tina Fassbind. Aktualisiert am 21.11.2012 22 Kommentare

Die Stadt will Pyros in Fussballstadien nicht verbieten, sondern prüft den Einsatz von besonderem Feuerwerk. Doch der Test findet nicht wie angekündigt am Samstag statt – und es ist offen, ob es überhaupt so weit kommt.

1/5 Die Pyros im Letzigrund: FCZ-Fans zünden am Super-League-Fussballspiel gegen GC Fackeln an. (20. Mai 2012)
Bild: Ennio Leanza/Keystone

   

Artikel zum Thema

Teilen und kommentieren

Die Redaktion auf Twitter

Folgen Sie dem Ressort auf dem Kurznachrichtendienst

Stichworte

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Leser-Reporter

Haben Sie etwas Aussergewöhnliches gesehen, fotografiert oder gefilmt? Ist Ihnen etwas bekannt, das die Leserinnen und Leser von Tagesanzeiger.ch/Newsnet wissen sollten? Senden Sie uns Ihr Bild, Ihr Video, Ihre Information per MMS an 4488 (CHF 0.70 pro MMS).
Die Publikation eines exklusiven Leserreporter-Inhalts mit hohem Nachrichtenwert honoriert die Redaktion mit 50 Franken. Mehr...


Korrektur-Hinweis

Melden Sie uns sachliche oder formale Fehler.

Die Stadt will sich dem Problem der Pyros in Fussballstadien stellen. Gemeinsam mit den beiden Zürcher Fussballclubs und Vertretern der Fangruppen wird der Einsatz von Bühnenfeuerwerk geprüft.

Bereits am kommenden Samstag, wenn der FCZ in einem Heimspiel gegen Servette antritt, hätte das neue Konzept gemäss einem Bericht der NZZ getestet werden sollen. Doch von einem solchen Testlauf ist man noch immer weit entfernt. Auch für das kommende Jahr will das zuständige Schul- und Sportdepartement keine Termine dafür nennen.

Ob eine Lösung gefunden wird, ist unsicher

Auf Anfrage heisst es lediglich, dass derzeit noch immer geprüft werde, unter welchen Voraussetzungen und mit welchen Sicherheitsabständen bewilligungsfähige pyrotechnische Gegenstände auch während der Spiele zugelassen werden könnten. Sicher ist vorerst einzig, dass das Abbrennen von Notsignalfackeln verboten bleibt.

«Über die Ausgestaltung der neuen Bewilligungspraxis kommunizieren wir erst dann, wenn tatsächlich ein Ergebnis vorliegt», betont Departementssprecher Marc Caprez. «Ob tatsächlich eine Lösung gefunden wird, ist allerdings nach wie vor offen.»

Immerhin habe die Stadt laut Caprez bereits diverse pyrotechnische Gegenstände evaluiert, die unter Einhaltung der verschiedenen Sicherheitsbestimmungen bewilligungsfähig wären. Welche für den Einsatz im Stadion infrage kommen könnten, wird jedoch nicht verraten. Auch bei der städtischen Feuerpolizei will sich niemand die Hände am heissen Eisen Stadion-Pyros verbrennen. Eine Anfrage blieb unbeantwortet.

Sicherheitsabstand von 1 bis 20 Meter

Laut Marco Hannemann, Pyrotechniker und Betreiber eines Onlinefeuerwerkshops, kommen für den Einsatz in einem Stadion einzig Bengalfackeln infrage. «Diese werden auch für Konzerte und Auftritte benutzt und können selbst in Innenräumen angewendet werde. Sie brennen sicherer und kontrollierter ab als andere pyrotechnische Produkte, und sie werden weniger heiss.»

Je nach Konstruktion könne man solche Fackeln gut in der Hand halten. «In einem Stadion ist bei solchen Gegenständen allerdings besondere Vorsicht geboten», warnt Hannemann. So müsse ein bestimmter Sicherheitsabstand zur nächsten Person eingehalten werden. «Es gibt über 1000 verschiedene Bengalfackeln. Je nach Produkt muss dieser Sicherheitsabstand zwischen 1 und 20 Meter betragen.»

Hannemann ist der Meinung, dass das Abbrennen solcher Bengalfackeln bei einem Fussballspiel durchaus möglich sei, «wenn man beispielsweise eine Reihe zu den anderen Fans absperrt und geeignete Löschmittel in der Nähe sind.» Auch müsste das Sicherheitspersonal genau instruiert werden. «Das ist besonders wichtig. Wo man Feuerwerk im Publikum zündet, muss immer geschultes Personal in der Nähe sein.»

Swiss Football League blickt nach Zürich

Ob sich die Stadt nun für den kontrollierten Einsatz von pyrotechnischen Produkten in Fussballstadien ausspricht und welche Fackeln erlaubt werden, interessiert auch die Swiss Football League (SFL). «Wir beobachten die Entwicklung in Zürich aufmerksam und sind offen für neue Lösungsansätze», sagt Pressesprecher Philippe Guggisberg gegenüber Tagesanzeiger.ch/Newsnet. «Diese würden wir darauf hin prüfen, ob sie dem Gesetz und unseren Reglementen und Richtlinien entsprechen – und ob sie überhaupt umsetzbar sind.»

Auch die SFL hat im Juni dieses Jahres Sicherheitsstrategien für ihre Fussballspiele präsentiert und dabei sieben Bereiche bezeichnet, in denen sie die Sicherheit verbessern will. «Pyros sehen wir dabei nicht als zentrales Thema», so Guggisberg. «Sie sind gesetzlich verboten, deshalb gibt es für uns keinen Handlungsspielraum.» (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 21.11.2012, 11:24 Uhr

22

Kommentar schreiben

Verbleibende Anzahl Zeichen:

No connection to facebook possible. Please try again. There was a problem while transmitting your comment. Please try again.

22 Kommentare

Caratt Gian

21.11.2012, 12:27 Uhr
Melden 110 Empfehlung 40

Schön, wie man alles versucht, den Bubis die Freude am Zeuseln zu erhalten. Man würde nicht meinen, dass es eigenltich um Fussball geht und nicht um den 1. August. Antworten


Hans Willi

21.11.2012, 12:19 Uhr
Melden 74 Empfehlung 37

Ist es wirklich so, dass auf die paar Dutzend "Fans" nicht verzichtet werden kann, welche Fussball nur geniessen können, wenn sie andere gefährden?
Die notwendigen Sicherheitsmassnahmen für diese wenigen Chaoten dürften die Einnahmen um Welten überschreiten. Ein klares Verlustgeschäft auf Seiten der Zuschauer wie der Stadionbetreiber.
Antworten



Zürich

Populär auf Facebook Privatsphäre

Lokalverzeichnis

Werbung

Immobilien

Marktplatz
Wohnung/Haus suchen

Weitere Immo-Links
homegate TV
Hypotheken vergleichen
Umzug
Immobilie inserieren
Inserat erfassen

Verzeichnis- & Serviceportal

Marktplatz

Abopreise vergleichen

Der Handy-Abovergleich mit Ihrem gewünschten Mobiltelefon und Prepaid-Angeboten.

Flugpreise vergleichen

Vergleichen Sie die Flugpreise von verschiedenen Reiseanbietern und finden Sie das beste Angebot.