Zürich
Marco Camin baut mitten im Wahlkampf sein Geschäft aus
Von Martin Huber. Aktualisiert am 23.11.2012 8 Kommentare
Stadtratswahlen
Gegen wen muss Camin antreten?
Marco Camins Gegner sind weiterhin unbekannt. Die SVP hat noch nicht entschieden, ob sie einen eigenen Kandidaten bringt und damit den bürgerlichen Bewerber bei der Wahl im kommenden März konkurrenziert. Die Gespräche mit der FDP-Parteispitze seien beendet, nun müsse die Parteileitung das Angebot des Freisinns prüfen, sagt SVP-Stadtparteipräsident Roger Liebi. Als Mindestbedingung, um Marco Camin zu unterstützen, fordert die SVP, dass die FDP bei den Gesamterneuerungswahlen 2014 im Gegenzug den/die SVP-Kandidaten empfiehlt. Der Beschluss falle spätestens Ende nächste Woche, sagt Liebi. Den Kandidaten würde eine SVP-Delegiertenversammlung am 4. Dezember küren. Die Grünliberalen wollen ihren Kandidaten noch vor Weihnachten präsentieren. Die AL stellt ihren Bewerber am nächsten Dienstag auf. Die jungen Grünen verzichten, während die Juso eine eigene Kandidatur von jener der AL abhängig machen. Gewählt wird der Nachfolger von Finanzvorstand Martin Vollenwyder (FDP), der auf nächsten Mai zurücktritt. (bat)
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«Erweiterung zahntechnisches Labor anstelle Zimmer». Dies planen Marco und Miriam Camin-Hari an der Südstrasse 29 in Riesbach, wie aus ihrem Baugesuch im neuen städtischen Amtsblatt hervorgeht. Der vorgesehene Ausbau des Zahntechnikgeschäfts im Kreis 8 macht stutzig. FDP-Mann Camin will doch am 3. März Stadtrat werden – wie passt das mit den Expansionsplänen für seine Firma zusammen?
Bei Camins politischen Gegnern sorgt das Baugesuch prompt für spitze Bemerkungen: «Das Timing ist schon speziell», sagt AL-Gemeinderat Niklaus Scherr. Womöglich rechne Camin gar nicht mit einer Wahl und bereite deshalb schon die Erweiterung seines Geschäfts vor, mutmasst er. Scherrs Alternative Liste hat angekündigt, dass sie bei der Ersatzwahl für den im Mai 2013 zurücktretenden FDP-Finanzvorstand Martin Vollenwyder ebenfalls antreten wird. Auch bei der GLP, die der FDP den Sitz ebenfalls abjagen will, sorgt das Baugesuch für Verwunderung: «Der Zeitpunkt ist eher schlecht gewählt», meint Co-Präsident Martin Luchsinger. «Wer Böses denkt, könnte daraus lesen, dass sich da jemand auf die Zeit nach dem verlorenen Stadtratswahlkampf vorbereitet.» Luchsinger zeigt aber auch Verständnis. Es gebe keine sicheren Wahlkämpfe, da liege es nahe, dass man sich um die Zukunft seines Geschäftes kümmert.
Ehefrau übernimmt Leitung
Camin selber winkt ab. Das Baugesuch deute keineswegs darauf hin, dass er nicht an seine Wahl glaube, im Gegenteil. «Das ist eine weit hergeholte Interpretation.» Er führe das Zahntechnikunternehmen seit über 20Jahren mit seiner Frau. Sie werde wegen seiner Stadtratskandidatur nun die alleinige Leitung übernehmen. Das Baugesuch zeige, dass die Firma an ihre Zukunft glaube: «Es braucht weitere Investitionen», erklärt Camin. Es gehe darum, mehr Platz zu schaffen für neue Dentaltechnologien und so das Dienstleistungsangebot des Unternehmens zu erweitern.
Den Zeitpunkt des Baugesuches, das sie bereits im Wissen um seine Kandidatur einreichten, hält Camin nicht für ungeschickt. «Klar, jetzt ist Wahlkampf, und ich stehe unter verschärfter Beobachtung.» Er hofft aber, dass die Wähler anerkennen, dass sich hier jemand «intensiv um sein KMU mit neun Arbeitsplätzen kümmert, das sich gegen Konkurrenz behaupten muss.» FDP-Präsident Michael Baumer gibt seinem Kandidaten Rückendeckung. Das Baugesuch mitten im Wahlkampf hält er für unproblematisch, die Spekulationen der Gegner für «aus der Luft gegriffen». Camins Frau führe die Firma weiter, da sei es nichts als logisch, dass sie diese voranbringen will. «Es wäre absurd, wenn sie das Geschäft nicht weiterentwickeln könnte, nur weil ihr Mann sich im Wahlkampf befindet.» (Tages-Anzeiger)
Erstellt: 23.11.2012, 07:58 Uhr
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8 Kommentare
Eine völlig an den Haaren herbeigezogene Diskussion.
Unternehmen haben sich stets dem Markt anzupassen und Gelegenheiten zu nutzen, ob durch Ausbau, Abbau oder Umbau. Und genau das tut Herr Camin als Unternehmer. Nach seiner Wahl kann er die Organisation seines Unternehmens auch entsprechend anpassen.
Wegen 1 (!) zusätzlichen Zimmer seine Kandidatur in Frage zu stellen ist einfach lächerlich.
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In wirtschaftlich schwierigen Zeiten sollte man doch froh sein, wenn jemand Risiken eingeht, Arbeitsplätze generiert und sie sichert. Und nichts anderes machen wir mit Camin + Hari Zahntechnik, ob Wahlkampf oder nicht.
Ob die anderen das auch tun? Ihre Antworten lassen eher ein Einigeln als eine Entwicklungsstrategie erkennen.
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