Masoalahalle feiert Geburtstag – trotz Ameisenplage und Froschsterben

Der Zoo Zürich kämpft in der Masoala-Halle mit dem Verschwinden von Fröschen und Algenbildung im Winter. Doch das künstliche Ökosystem lebt – und zieht auch nach fünf Jahren Millionen Besucher an.

Auch nach fünf Jahren ein Publikumsmagnet: Masoala-Halle im Zoo Zürich (Video: Roman Weber)

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Um die Tomatenfrösche in Terrarium der Masoala-Halle zum Ablaichen zu stimulieren, ertönen seit kurzem ab Band die Paarungsrufe der Amphibien. Zu Nachwuchs hat diese Aktion zwar bisher noch nicht geführt, dafür sind andere Eingriffe in das Ökosystem des künstlichen Regenwaldes auf dem Zürichberg erfolgreich.

Wespen und Marienkäfer haben sich beispielsweise gegen das Massenwachstum von Läusen und Raupen bewährt und gegen die stark gestiegenen Ameisenpopulationen werden gegenwärtig die passenden natürlichen Feinde gesucht.

Wald funktioniert nur mit Hilfe

Kurator Martin Baumert zeigt sich zum 5-Jahr-Jubiläum der Masoala-Halle zufrieden: «Wir sind extrem positiv überrascht, wie sich das Ökosystem entwickelt hat.» Pflanzen und Tiere haben sich zum Grossteil etabliert.

Dies gelang aber nur mit Hilfe der Pfleger. Sie greifen in das System ein, wenn sich beispielsweise der Bambus mit 10 Meter Wachstum pro Monat zu stark ausbreitet. Erfolgreich lassen sich der Regenwald und seine Bewohner aber nicht immer lenken. Als vor vier Jahren Frösche ausgesetzt wurden, verschwanden diese spurlos.

Mysteriöses Froschsterben

Bis heute ist nicht klar, ob sie von Vögeln gefressen oder aus anderen Gründen gestorben sind. Nun wird eine Population von gut 60 Stück aufgebaut, welche genug gross ist, sich künftig frei in der Halle bewegen und selbstständig fortpflanzen zu können.

Hingegen stark gewachsen ist die Fauna. Die Masse an Blättern hat derart zugenommen, dass die Pflanzen im Winter so viel Wasser verdunsten, dass die Luft zu feucht wird. Das führt auf vielen Blättern zu einer gelb-braunen Algenschicht. Sie ist zwar ungefährlich, verschwindet jedoch erst im Frühling, wenn die Pflanzen die alten Blätter abstossen.

Fast zwei Millionen Besucher

Freude bereiten Baumert die Chamäleons. Die Weibchen fanden Erde, welche die passende Temperatur für die Entwicklung der Eier hat. Nach fast einem Jahr schlüpften Jungtiere - üblicherweise gelingen solche Nachzuchten nur mit menschlicher Hilfe.

Die Halle ist beim Publikum beliebt. Nach der Eröffnung vor fünf Jahren stieg die Zahl der Zoobesucher von rund 1,3 auf heute 1,8 Millionen Leute jährlich. Baumert geht davon aus, dass ein Grossteil davon die Masoala-Halle besucht. Wie viele es genau sind, ist nicht bekannt. Mit den fast 2 Millionen Besuchern ist der Zoo Zürich die beliebteste kulturelle Institution der Schweiz. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 17.09.2008, 16:41 Uhr

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