Zürich

Mauch bereut täglich, Stadtpräsidentin zu sein

Aktualisiert am 17.01.2011 82 Kommentare

In einer Talkrunde beklagt sich Corine Mauch über den Verlust von Autonomie und Anonymität seit ihrer Wahl zur Zürcher Stadtpräsidentin.

«Ich habe dieses Amt nicht gesucht»: Corine Mauch macht offene Aussagen im Stadttalk.

«Ich habe dieses Amt nicht gesucht»: Corine Mauch macht offene Aussagen im Stadttalk.
Bild: Keystone

Umfrage

Corine Mauch bereut täglich, Stadtpräsidentin zu sein. Was halten Sie von ihrer Aussage?

Die Antwort ist daneben

 
61.6%

Ihre Aussage war einfach sehr ehrlich

 
38.4%

1893 Stimmen


Links

Artikel zum Thema

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Leser-Reporter

Haben Sie etwas Aussergewöhnliches gesehen, fotografiert oder gefilmt? Ist Ihnen etwas bekannt, das die Leserinnen und Leser von Tagesanzeiger.ch/Newsnet wissen sollten? Senden Sie uns Ihr Bild, Ihr Video, Ihre Information per MMS an 4488 (CHF 0.70 pro MMS).
Die Publikation eines exklusiven Leserreporter-Inhalts mit hohem Nachrichtenwert honoriert die Redaktion mit 50 Franken. Mehr...


Am vergangenen Donnerstag, 13. Januar, wurde Corine Mauch zum Stadttalk nach Winterthur eingeladen. Dort kam es nach einer längeren, gemütlichen Plauderei vor rund 50 Zuhörerinnen und Zuhörern zu einer Aussage, die für Wirbel sorgte. Auf die Frage, ob sie ihre Wahl zur Stadtpräsidentin bereue, antwortet Mauch: «Ja, diese Momente gibt es täglich.» Ihr Amt bedeute «einen totalen Verlust von Zeitautonomie und Anonymität.» Für sie als «spontanitäts- und freiheitsliebenden Menschen», sei dies teilweise äusserst anstrengend.

Dass sich die seit 2009 amtierende Stadtpräsidentin zu einer solchen Aussage hinreissen lässt, findet Michael Baumer, Präsident der Stadtzürcher FDP, «schlicht daneben». Mauch solle den Platz frei machen für jemanden, der mehr Spass an diesem Amt hat, sagt er gegenüber «20 Minuten». Auch SVP-Fraktionschef Mauro Tuena ist verärgert: «Das ist ein Affront für alle, die sie gewählt haben.» Es zeige deutlich, dass Mauch noch immer nicht in ihrem Amt als Stadtpräsidentin angekommen sei.

«Ihre Aussage war einfach sehr ehrlich»

Die Parteikollegen der Stadtpräsidentin nehmen Mauch hingegen in Schutz. «Ihre Aussage war einfach sehr ehrlich», meint Beatrice Reimann, Co-Präsidentin der Stadtzürcher SP. Jeder Job habe auch schwierige Seiten. «Das heisst aber nicht, dass die Freude an der Arbeit verloren geht.» Auch Fraktionspräsidentin Min Li Marti relativiert Mauchs Aussage: «Das Stadtpräsidium ist nun mal ein äusserst hartes Amt mit sehr viel Fremdbestimmung.»

Gegenüber «20 Minuten» wollte Mauch am Sonntag nichts mehr von Amtsmüdigkeit wissen. «Ich freue mich jeden Tag, Stadtpräsidentin von Zürich zu sein. Das habe ich im Gespräch in Winterthur auch klar und wiederholt zum Ausdruck gebracht.» Im Verlaufe der Talksendung sprach sie denn auch davon, dass Momente, in denen man einen Karriereschritt bereue, «in jedem Beruf und bei allem» vorkommen. Man bezahle eben einen Preis: «Alles ist auf mehrere Monate hinaus völlig durchstrukturiert. Das Pensum ist enorm. Das Leben besteht aus diesem Amt.»

(tif)

Erstellt: 17.01.2011, 07:58 Uhr

82

Kommentar schreiben







 Ausland



Verbleibende Anzahl Zeichen:

Mit dem Absenden des Kommentars erklärt sich der Leser mit nachfolgenden Bedingungen einverstanden: Die Redaktion behält sich vor, Kommentare nicht zu publizieren. Dies gilt insbesondere für ehrverletzende, rassistische, unsachliche, themenfremde Kommentare oder solche in Mundart oder Fremdsprachen. Kommentare mit Fantasienamen oder mit ganz offensichtlich falschen Namen werden ebenfalls nicht veröffentlicht. Über die Entscheide der Redaktion wird keine Korrespondenz geführt. Telefonische Auskünfte werden keine erteilt. Ihr Kommentar kann auch auf Google und anderen Suchseiten gefunden werden.

82 Kommentare

Martin Saurer

17.01.2011, 13:58 Uhr
Melden

Na und? Hat jeder immer Freude an seiner Arbeit? Wenigstens ist sie ehrlich, findet man sonst nicht oft bei Politikern. Und ihren Job macht sie ja bisher nicht schlecht. Antworten


Bruno Petzig

17.01.2011, 08:54 Uhr
Melden

Könnte es sein dass sie mit ihrem Posten einfach überfordert ist? Antworten



Zürich

Populär auf Facebook Privatsphäre

Lokalverzeichnis

Werbung

Umfrage

Am 17. Juni stimmen wir darüber ab: Würden Sie die Volksinitiative «Freie Schulwahl für alle ab der 4. Klasse» heute annehmen?