Mauch versus Martelli: Der Kampf ums Zürcher Stadtpräsidium
Interview: Maria Rodriguez. Aktualisiert am 04.12.2008 52 Kommentare
SP-Kandidatin Corine Mauch: «Ich werde gewählt.» (Bild: Keystone)
FDP-Kandidatin Kathrin Martelli: «Ich möchte eine Stadtpräsidentin sein, die sich um die Leute kümmert.»
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Warum sind Sie die Richtige für das Stadtpräsidium?
Mauch: «Ich bin die Richtige, weil ich von der richtigen Partei bin, von der SP, denn sie vertritt diejenigen Anliegen und Werte, die auch die meinen sind: Gemeinsinn, sozialer Ausgleich, gesellschaftliche Verantwortung und Engagement für eine gesunde Umwelt und für eine nachhaltige Entwicklung. Zudem habe ich vom Gemeinderat einen Leistungsausweis, der beweist, dass ich dieses Amt ausüben kann. Als Präsidentin der Rechnungsprüfungskommission habe ich gezeigt, dass ich ein Gremium, in dem unterschiedliche politische Positionen vertreten sind, umsichtig und sachbezogen führen kann.»
Martelli: «In mehr als dreissig Jahren habe ich die Erfahrung gesammelt, die es als Stadtpräsidentin braucht. Mit meiner Arbeit im Stadtrat, als Gemeinderätin und als Gemeinderatspräsidentin habe ich bewiesen, dass ich als Stadtpräsidentin gute Arbeit für Zürich leisten kann - gerade auch in schwierigen Zeiten. Ich kann gegensätzliche Meinungen zu tragfähigen Lösungen zusammenführen. Und ich würde das Amt mit grosser Freude ausüben. Ich liebe unsere Stadt und möchte eine Stadtpräsidentin sein, die sich um die Menschen kümmert, die heute und morgen in Zürich leben.»
Was wäre Ihre erste Amtshandlung als Stadtpräsidentin?
Mauch: «Als erstes würde ich meine Stadtratskolleginnen und -kollegen begrüssen. Ich wäre ja das neue Mitglied in ihrem Kreis. Ich würde das Gespräch mit ihnen allen suchen, um die Basis für eine gute Zusammenarbeit zu legen und mich in die anstehenden Geschäfte und Themen rasch einzuarbeiten. Ausserdem würde ich die verschiedenen Aufgabenbereiche des Präsidialdepartementes – wie Kultur und Stadtentwicklung – in persönlichen Besuchen kennen lernen wollen, denn die Stadtpräsidentin ist auch Vorsteherin eines Departementes.»
Martelli: «Die ersten Amtshandlungen sind fast immer administrativ und wenig spannend - das wird auch bei mir nicht anders sein. Als erstes würde ich zusammen mit meinen Stadtratskolleginnen und -kollegen das noch verbleibende Jahr in der laufenden Legislatur planen und alles vorkehren, um den neuen Kollegen oder die neue Kollegin rasch und gut in unser Team aufzunehmen. Als eine der ersten Amtshandlungen würde ich mit dem Stadtrat eine neue Strategie entwickeln, wie wir künftig besser und vertrauensvoller mit dem Parlament und allen konstruktiven Kräften in der Stadt Zürich zusammenarbeiten. Wenn die Aufgaben komplizierter und schwieriger werden, ist kein Platz für Grabenkämfpe und unnötige Polemik.»
Was sind ihre Kernanliegen für die Stadt Zürich?
Mauch: «Das, was wir in den letzten Jahren unter der rot-grünen Führung, zusammen mit FDP und CVP erreicht haben, zu sichern und weiterzuentwickeln. Das heisst, in die Wohnungsbaupolitik zu investieren und den sozialen Zusammenhalt zu bewahren. In der Ökologie den Weg zur Nachthaltigkeit weiter zu beschreiten, wie ihn die Zürcher Stimmbevölkerung am Wochenende mit der Annahme der 2000-Watt-Gesellschaft vorbestimmt hat.»
Martelli: «Um es in einem Wort zusammenzufassen: Nachhaltigkeit - nicht nur ökologisch, sondern auch wirtschaftlich und sozial. Von diesem Ziel lasse ich mich leiten. Dazu gehört es, den Arbeitsplätzen unserer Stadt Sorge zu tragen, guten Wohnraum zu schaffen, unser soziales Netz zu sichern, mit unseren Finanzen sorgfältig und sparsam umzugehen, die Chancen unserer Internationalität besser zu nutzen, Frauen und Männern gleiche Chancen zu bieten und die ständige Entwicklung Zürichs als moderne, spannende und ökologisch vorbildliche Stadt mutig und zuversichtlich voranzutreiben.»
Wie sieht Ihre Vision für Zürich im Jahr 2018 aus?
Mauch: «Zürich ist eine prosperierende Stadt, in der alle Bevölkerungsgruppen Platz haben. Zürich hat weiterhin eine sehr hohe Lebensqualität und ist als Stadt Pionierin in der Nachhaltigkeitspolitik.»
Martelli: «Zürich ist die internationale Nummer Eins bezüglich Lebensqualität. Das soll auch in zehn Jahren so sein. Unsere Stadt soll allen ihren Bewohnerinnen und Bewohnern ein geliebtes Zuhause und gleichzeitig ein führendes internationales Wirtschaftszentrum sein. Die Schweiz soll die Anliegen Zürichs ernst nehmen und unterstützen. Und wir haben eine politische Kultur entwickelt, die von einer fairen und offenen Diskussion geprägt ist.»
Was würden Sie besser machen als Elmar Ledergerber?
Mauch: «Elmar Ledergerber hat seine Arbeit sehr gut gemacht. Ich würde andere Akzente setzen. Gerade in der jetzigen Zeit, in der die wirtschaftliche Lage schwierig ist, ist es besonders wichtig, für die Anliegen der Stadtbevölkerung ein offenes Ohr zu haben.»
Martelli: «Ich sage lieber anders als besser! Wenn ich unserer Stadt Gehör verschaffen will, werde ich die feineren Töne mehr pflegen. Ich werde mehr Energie darauf verwenden, gemeinsame Lösungen zu erarbeiten. Und wie heute schon, werden meine Auftritte nie Selbstzweck sein, sondern sollen immer die Stadt weiterbringen. Als Frau fällt mir das vielleicht ein bisschen leichter.»
Was, wenn Sie nicht gewählt werden?
Mauch:«Ich glaube daran, dass ich gute Chancen habe, gewählt zu werden. Wenn doch nicht, ist auch das Hochbaudepartement ein interessantes Departement.»
Martelli: «Dann werde ich mein Amt als Stadträtin mit der gleichen Freude und Begeisterung weiterführen, wie ich das seit über 14 Jahren tue.»
Als Stadtpräsidentin geben Sie Zürich auch im Ausland ein Gesicht. Wie sieht dieses Gesicht aus?
Mauch: «Zürich ist eine weltoffene Stadt mit einer hohen Lebensqualität. Zürich ist attraktiv für Einwohnerinnen und Einwohner, Touristen und Firmen.»
Martelli: «Es ist ein freundliches, offenes und einladendes Gesicht. Es gleicht dem Blick auf unsere schöne Stadt an einem strahlenden Frühlingstag. Es zeigt einen lebendigen, aufgeschlossenen, internationalen Geist und ein gesundes Selbstvertrauen.» (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 04.12.2008, 14:21 Uhr
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52 Kommentare
Frau Martelli hat sich noch nie besonders klug herausgetan. Ich erinnere an das Projekt "Fussgängerstreifen aufheben". Damit hat Sie Schulwege zu gefählichen Kinderkillern gemacht. Es wäre Zeit für einen endgültigen Abschied aus der Exekutiven, als Verwaltungsangestellte könnte Sie weniger Schaden anrichten. Antworten





