Mega!phon verstummt

Die Stadt Zürich stellt das Kinderbeteiligungsprogramm ein. Heute stellen Kinder die Ergebnisse ihres letzten Projekts vor.

13 Jahre lang war Mega!phon die Stelle, die sich für die Mitwirkung von Kindern an der Entwicklung der Gesellschaft einsetzte.

13 Jahre lang war Mega!phon die Stelle, die sich für die Mitwirkung von Kindern an der Entwicklung der Gesellschaft einsetzte. Bild: PD

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Zürich – Der 20. November ist der Internationale Tag der Kinderrechte. Sie halten fest, dass Kinder ein Recht auf Mitwirkung haben, wofür sich die städtische Fachstelle Mega!phon einsetzt. In ihrem aktuellen und letzten Projekt haben Kinder unter Anleitung der erwachsenen Profis von Mega!phon eine Broschüre erarbeitet. Sie debattieren heute Donnerstag im Haus der Industriellen Betriebe um 16 Uhr mit der Ombudsfrau und ­Gemeinderäten über Kinderrechte. Ab nächstem Jahr muss dies alles in der Vergangenheitsform geschrieben werden. Mega!phon wird aus Spargründen eingestellt. Die Stadt hat für die drei Teilzeitmitabeitenden Lösungen gefunden.

Mega!phon hat es 13 Jahre lang gegeben. Leiter Pascal Kreuer ist seit zehn Jahren dabei. Was war sein Highlight? «Wie Jugendliche Ideen für den Stadtverkehr in der Zukunft entwickelt haben», sagt er spontan. Unter dem Motto «Zukunft urbane Mobilität» schufen junge Menschen ein System mit Seil- und U-Bahnen. Alles war darauf angelegt, die Zürcher zum Umsteigen auf den öffentlichen Verkehr zu bewegen. Und was war der grösste Flop? «Ergebnisse aus Workshops mit Kindern und Verkehrsplanern zu Strassenthemen wurden überhaupt nicht aufgenommen.»

Pro Jahr hat Mega!phon rund 20 konkrete Beteiligungsprojekte realisiert. Daneben hielten die Mitarbeitenden Referate und boten Beratungen. Der Klassiker im Angebot war die Spielplatzplanung. Aber auch bei der Gestaltung von öffentlichen Räumen und Schulwegen arbeiteten Kinder und Jugendliche mit, zudem gaben sie dreimal pro Jahr die Kinderzeitung «Flipflop» heraus. Sie war am Schluss so beliebt, dass Schüler abgewiesen werden mussten, weil zu viele mitmachen wollten.

Kinderbeteiligung in dieser Form wird es in Zürich künftig nicht mehr geben. Natürlich bedauert Kreuer das. «Es braucht methodisches Rüstzeug, um mit Kindern so zusammenzuarbeiten, und es braucht Geduld, dies bei Erwachsenen zu verankern.»

(Tages-Anzeiger)

(Erstellt: 19.11.2014, 20:42 Uhr)

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