Messer-Attacken: «Wegrennen ist beste Verteidigung»

Drei schwere Messerattacken in sechs Tagen fordern in Zürich ein Todesopfer und drei Verletzte. Die Polizei beschlagnahmt immer mehr Waffen - wie verhält man sich im Fall eines Messerangriffs?

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In Seebach stirbt die 28-jährige Mitarbeiterin eines Tankstellenshops, vor dem Restaurant Hooters am Helvetiaplatz fordert eine Auseinandersetzung zwei Verletzte, bei einem Beziehungsdelikt in Altstetten sticht ein Mann auf seinen Nebelbuhler ein. Alle drei Fälle ereigneten sich in weniger als einer Woche in Zürich, und in jedem Fall waren Messer im Spiel.

Illegale Messer immer verbreiteter

Ob das Messer lockerer sitzt in Zürich, ist nicht bewiesen. Darüber führt die Polizei keine Statistik. Allerdings haben immer mehr Menschen eine illegale Waffe dabei, sagt Marco Cortesi, Medienchef der Stadtpolizei Zürich, auf Anfrage: «Wir beschlagnahmen bei Kontrollen immer mehr verbotene Waffen, darunter auch Stich- und Hiebwaffen.»

Als illegal gelten Messer, deren Klingen über 5 cm lang sind, die eine Gesamtlänge von über 12 cm aufweisen und welche man einhändig bedienen kann.

Verhaltenstipps bei Messerangriff

Messerangriffe können schwere wenn nicht sogar lebensbedrohliche Schnittverletzungen zur Folge haben. Wie verhält man sich, wenn man mit einem Messer attackiert wird? Selbstverteidigungsinstruktor Marco Schnyder gibt im Gespräch mit Tagesanzeiger.ch wichtige Tipps:

  • Flucht: Wegrennen ist die beste Verteidigung. Nach Möglichkeit geht man dem Angreifer aus dem Weg. Falls das nicht von Anfang an möglich ist, Chance zur Flucht abwarten.
  • Deeskalation: Nicht provozieren, möglichst ruhig und besonnen bleiben, auch wenn das schwierig ist.
  • Auf Forderungen eingehen: Bei einem Raubüberfall Geld oder Wertsachen sofort aushändigen.
  • Kein Messer dabei haben: Wer ein Messer bei sich trägt, setzt es unter Umständen ein. Allenfalls kann es bei einer Auseinandersetzung auch gegen einen selber verwendet werden.
  • Selbstverteidigungskurs besuchen: In Rollenspielen lernt man verschiedene Abwehrmechanismen.
  • Polizei informieren: Wer einen Messerangriff beobachtet, informiert am besten die Polizei.
(Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 25.08.2008, 15:27 Uhr

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