Mieter raus – Asylbewerber rein
Von Jvo Cukas, Simon Eppenberger. Aktualisiert am 18.05.2011 93 Kommentare
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Die Nachbarn am Wydäckerring beim Triemli sind über das Verhalten ihrer Hausbesitzerin bestürzt. Noch in diesem Monat sollen 100 Asylbewerber in die Liegenschaft einziehen. Vera Rodin, die schon 20 Jahre in der Siedlung wohnt, versteht die Welt nicht mehr: «Erst hiess es im April würden die Wohnungen umgebaut, nun ziehen plötzlich Asylbewerber ein.» Den Vormietern der nun leerstehenden Wohnungen sei per Ende März gekündigt worden, berichtet Rodin: «Teilweise kannte man die Leute jahrelang und sie verliessen ihre Wohnungen unter Tränen.»
Auch Anwohner Walter Moor findet die Situation eine Frechheit. Rund 60 Personen hätten ihr Zuhause räumen müssen: «Ein furchtbarer Betrug.» Tatsächlich geht aus einem Flyer der Zürcher Asylorganisation (AOZ), welcher die Anwohner über die geplante Asylbewerberunterkunft informierte, hervor, dass die neuen Bewohner für mindestens ein Jahr in den nun leerstehenden Häusern unterkommen.
Anlagestiftung schweigt
«Bei dieser Unterbringung handelt es sich um eine klassische Zwischennutzung», sagt Thomas Kunz, Direktor der AOZ. «Die Liegenschaftenbesitzer wollten die Gebäude renovieren. Deshalb wurde den Mietern gekündigt», sagt Kunz weiter. Bis es so weit ist, bringt die AOZ die Asylbewerber dort unter.
Die Liegenschaften gehören der HIG Immobilien Anlage Stiftung, deren Stiftungsratspräsident Alt-FDP-Präsident Franz Steinegger ist. Laut ihrer Homepage investiert die Stiftung Anlegegelder von Pensionskassen in Immobilien «in gross- und mittelstädtischen Agglomerationen». Weshalb die Renovation nicht durchgeführt wird, lässt sich nicht in Erfahrung bringen. Bei der HIG will auf Anfrage niemand zum Fall Stellung nehmen.
Dauernd auf Wohnungssuche
Für die AOZ sind die Wohnblöcke im Triemli-Quartier ein Glücksfall. Die Organisation hält permanent Ausschau nach Wohnungen. «Wir sind aktiv auf der Suche nach Wohnraum, da wir sehr darauf angewiesen sind», sagt Kunz. Normalerweise würden einzelne Wohnungen gemietet. Dann wird laut Kunz die Nachbarschaft nicht informiert, weil die Asylbewerber ganz normal wie andere Mieter in diesen Wohnungen leben.
Im Fall des Wydäckerrings habe man sich zu den Flyer entschieden, da «ungewöhnlich viele Asylbewerber auf einmal einziehen werden». Um einen guten Austausch mit den Anwohnern zu haben, wird laut Kunz eine Begleitgruppe gegründet, damit Informationen in beide Richtungen rasch fliessen könnten.
(Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 18.05.2011, 11:52 Uhr
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93 Kommentare
Wieso himmelhergottnochmal muss man Asylbewerber unbedingt in einer Stadt unterbringen die dermassen unter Wohnungsmangel leidet wie Zürich?!? Da gibt es doch sicher andere Regionen im Kanton, im Land wo die Situation nicht so prekär ist. Da sind vermutlich Leute aus der Stadt vertrieben worden weil sie hier nichts mehr gefunden haben nur damit man in ihren Wohnungen Asylanten unterbringt? Krank! Antworten

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