Zürich

Millionen für Zukunft ohne Atomenergie

Von Beat Metzler. Aktualisiert am 18.12.2008 6 Kommentare

Der Gemeinderat hat 19,9 Millionen Franken für eine Geothermie-Bohrung beim Triemli bewilligt. Zudem will er die Windenergie fördern.

Schweizer Pilot-Projekt einer Geothermie-Bohrung.

Schweizer Pilot-Projekt einer Geothermie-Bohrung. (Bild: Keystone)

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Geothermie

«Geothermie» bezeichnet die in der Erdkruste gespeicherte Wärme. Mit Bohrungen in den Untergrund kann man auf zwei Arten Energie gewinnen: Das heisse Wasser wird direkt zur Wärmegewinnung verwendet oder in einem Geothermiekraftwerk in Strom umgewandelt. Dazu muss seine Temperatur jedoch über 120 Grad liegen, was oft erst ab 5000 Meter Tiefe der Fall ist. Bei den Zürcher Bohrungen geht es vorerst um die direkte Wärmegewinnung. Dabei muss nur bis 3200 Meter gebohrt werden, was das Erdbebenrisiko bedeutend verringert. (bat)

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Ende November hat sich das Stadtzürcher Stimmvolk deutlich für den Ausstieg aus der Kernenergie entschieden. Gestern bewilligte der Gemeinderat in euphorischer Stimmung 220 Millionen Franken, um erste Schritte Richtung Zukunft ohne Atomstrom zu machen.

Knapp 20 Millionen Franken spricht der Rat einstimmig für Geothermie-Probebohrungen an der Triemlistrasse 50. Mit den Bohrungen in 3200 Meter Tiefe will das Elektrizitätswerk der Stadt Zürich (EWZ) abklären, ob unter dem Triemli nutzbare Wärmequellen liegen. Das heisse Wasser würde zur Wärmeversorgung für das neue Stadtspital und eine Siedlung der Genossenschaft Sonnengarten dienen.

Die Bohrungen, die im Sommer 2009 beginnen, dauern drei Monate und kosten rund 100'000 Franken pro Tag. Der Versuchsbetrieb soll auch über die geologischen Verhältnisse in Zürichs Untergrund aufklären und Aufschlüsse für weitere Bohrungen geben. Ein Erdbebenrisiko lässt sich auch beim Triemli nicht ausschliessen. Dieses werde aber minim sein, sagen die Experten des EWZ. Denn im Gegensatz zu Basel, wo es nach Bohrungen zu einem Erdbeben der Stärke 3,4 kam, bohrt das EWZ weniger tief. Die Arbeiten werden parallel zum Neubau einer Genossenschaftssiedlung stattfinden.

Windenergie kommt vor das Volk

Der Gemeinderat bewilligte ferner mit 96 zu 23 Stimmen 200 Millionen Franken zur Förderung der Windenergie. Einzig die SVP fand den Rahmenkredit zu hoch, die geplanten Investitionen zu riskant. Das EWZ will mit den 200 Millionen Franken eigene Anlagen in der Schweiz und im Ausland bauen oder sich an solchen beteiligen. Das Ziel lautet, bis 2018 drei bis sechs Prozent des EWZ-Absatzes aus Windenergie zu gewinnen. Da im Bereich der erneuerbaren Energien bereits heute eine starke Konkurrenz herrsche, müsse das EWZ schnell, flexibel und viel investieren können, sagten die Befürworter. Deshalb hat der Gemeinderat den Kredit kurzerhand von 100 auf 200 Millionen Franken erhöht. Die bisher für Windenergie bewilligten 20 Millionen Franken hat das EWZ schon fast ausgeschöpft. Über die 200 Millionen wird das Volk im Mai abstimmen.

(Tages-Anzeiger)

Erstellt: 18.12.2008, 08:27 Uhr

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6 Kommentare

johan stein

18.12.2008, 10:33 Uhr
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Beshwert euch aber nicht über steigende Preise! Viel spass bei der Energie unterversorgung. Der Ausstieg wird fatale folgen haben für einen steigenden Eneregie Bedarf. Deutschland droht schon in ein paar jahren das aus mit der konstanten versorgung. Antworten


Andreas Egli

18.12.2008, 10:20 Uhr
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Was waren unsere Grosseltern euphorisch, als die Kamine rauchten - wie gewisse Leute heute beim Anblick von Windrädern. Dabei wäre die Erhöhung z.B. der Grimselstaumauer viel kosteneffektiver. In beiden Fällen erhält man co-2-neutralen Strom. Mit der Wasserkraft könnte man bestehende KKW effizienter nutzen und hätte auch bei Windstille Strom. Aber Ökofundis ziehen lieber in den Glaubenskrieg... Antworten



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