Zürich

Millionen für den Hardturm: «Es gibt keine offiziellen Kontakte zu Privaten»

Von Jvo Cukas. Aktualisiert am 12.01.2012 48 Kommentare

Die Fifa droht, ihre 20-Millionen-Beteiligung am Bau des Hardturmstadions zurückzuziehen. Einspringen könnten Private. Doch die Stadt will die Finanzierung vorerst selbst übernehmen.

Auch ohne Fifa machbar: Modell des geplanten Hardturmstadions.

Auch ohne Fifa machbar: Modell des geplanten Hardturmstadions.
Bild: Keystone

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Soll die Stadt ein Stadion ohne Beteiligung der Fifa bauen und damit die umstrittenen Stehplätze erhalten?

Ja, die Stehplätze sind für die Fankultur wichtig. 20 Millionen Mehrkosten kann die Stadt sich leisten.

 
35.4%

Ja, die 20 Millionen kann die Stadt auch durch Private finanzieren lassen.

 
15.7%

Nein, die 20 Millionen sind ein wichtiger Beitrag. Die Gefahr, dass der Steuerzahler diese zusätzlich berappen muss, ist zu gross.

 
12.8%

Nein, Stehplätze sind ein Sicherheitsrisiko und sollten so oder so nicht eingerichtet werden.

 
36.1%

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Die Fans wollen Stehplätze im geplanten Hardturmstadion, die Stadt will diesem Wunsch gerecht werden. Die Fifa hingegen sieht ein Sicherheitsproblem und droht ihre angekündigte Beteiligung am Stadionbau zu streichen. Nun müssen die Stadt und die beiden lokalen Klubs nochmals über die Bücher. Eine Beteiligung von Privaten, zum Beispiel im Zusammenhang mit einem Naming-Recht für das neue Stadion, kann sich die Stadt vorstellen.

Gerüchteweise wird etwa die Zürich-Versicherung als möglicher Interessent für ein Naming-Recht genannt. Sie würde vom Namen her perfekt passen. Der Versicherungskonzern war auf Anfrage jedoch nicht erreichbar.

Urs Spinner, Sprecher des städtischen Hochbaudepartementes, erklärt, das Verkaufen von Namenrechten stehe derzeit nicht im Vordergrund. Es gebe zudem verschiedene Möglichkeiten, den Bau auch ohne Fifa-Beitrag zu sichern. Möglich wäre einerseits, dass die Klubs und die Stadt ihren Eigenkapitalanteil erhöhen. Bisher zahlt die Stadt 50 Millionen und die beiden Klubs steuern je 2,5 Millionen bei.

Darlehen erhöhen als zweite Möglichkeit

Andererseits könne die Stadt das Darlehen von 70 Millionen um weitere 20 erhöhen. «Schon beim bisherigen Budget hat die Stadt sehr konservativ gerechnet», sagt Spinner, «eine Erhöhung um 20 Millionen ist da durchaus möglich.»

Private sei die Stadt nicht offiziell angegangen: «Es gibt keine offiziellen Kontakte.» Zwar seien Stadträte stets in informellem Kontakt mit verschiedensten Leuten, wobei sicher auch das Stadion zum Thema werden könne. Die Stadt wolle dem Gemeinderat und der Bevölkerung aber eine Finanzierung vorlegen, die alle möglichen Kosten beinhalteten. «Wenn wir bereits jetzt Namen ins Spiel bringen und sich diese dann zurückziehen, müssten nachträglich wieder Gelder gesprochen werden.»

Kosten im Höchstfall vors Volk

Die Stadt wolle deshalb anders vorgehen und den Steuerzahlern klar aufzeigen, welche Kosten im Höchstfall entstehen würden. Darüber soll man entscheiden können. «Wenn später die Kosten tiefer werden, weil ein Privater im Zusammenhang mit Naming-Rechten fürs Stadion sein Interesse bekundet, ist dies sicher positiv.» (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 12.01.2012, 12:30 Uhr

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48 Kommentare

Jan Gerber

12.01.2012, 08:10 Uhr
Melden 38 Empfehlung

Die Stadt Zürich täte gut daran, beim Bau eines neuen Stadions nicht von dieser - vorsichtig ausgedrückt - ziemlich undurchsichtigen Organisation abhängig zu sein. Antworten


Jan Maurer

12.01.2012, 08:01 Uhr
Melden 28 Empfehlung

Nach dem Vorkommnissen der letzen Zeit sollten Stehplätze eigentlich der Vergangenheit angehören. Sie ziehen soweiso nur Publikum an, welche einer Organisation im Profifussball heute nichts mehr bringt. Antworten



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